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Mexiko
03.03.2010 10:51 Uhr

In Cancún geht die Kunst auf den Meeresboden

400 Figuren sollen ein künstliches Riff gestalten



Foto: DPA
Warten auf die Blüte: Aus den Blumentöpfen rund um die „Gärtnerin der Hoffnung“ sollen bunte Korallen sprießen.

Das Schnellboot des Marine Nationalparks von Cancún hat den Hafen verlassen und pflügt mit voller Fahrt durch die ruppige See. Ziel ist die vorgelagerte Isla Mujeres, die Fraueninsel. An Bord ist auch Parkdirektor Jaime González Cano. Er will sich Skulpturen ansehen, die vor der Insel auf dem Meeresboden abgestellt worden sind. Sie sind die ersten Exponate einer gigantischen Unterwasserausstellung, die dort entstehen soll.

Am Ende sollen bis zu 400 tonnenschwere Figuren des britischen Künstlers Jason de Caires Taylor vor der mexikanischen Küste auf dem Meeresgrund stehen.



Foto: DPA
Der „Mann im Feuer“. Aus 75 Löchern im Körper der Skulptur wuchern Korallen, die Flammen darstellen sollen.

Der Park hat den Biologen Juan Carlos Huitron mit dem Projekt beauftragt. Er taucht an diesem Tag mit seinem Chef Gonzáles Cano zu den ersten Figuren hinunter.

Durch das türkise Wasser sind sie sofort in etwa zehn Meter Tiefe auf dem weißen Sandboden der Bucht zu erkennen. „Wir haben jetzt genügend Erfahrung gesammelt, um die Skulpturen auf dem Meeresgrund zu installieren“, sagt Huitron.

Die Figuren sind allesamt aus weißgrauem Spezialzement mit ausgeglichenem Säuregehalt gefertigt. Im Laufe der Zeit sollen sie zunächst Algen und dann weitere Meereslebewesen anziehen und so zu einem künstlichen Riff werden.

450000 Taucher setzen dem natürlichen Riff zu

Die Dauerausstellung auf dem Meeresboden soll Taucher anlocken und so das natürliche Riff entlasten, das sich von hier über mehrere hundert Kilometer bis nach Honduras zieht. Denn vor Cancún haben die Wirbelstürme des Jahres 2005 und die Massen von Tauchern und Schnorchlern dem Riff schwer zugesetzt.

„Rund 750000 Menschen besuchen Jahr für Jahr die umliegenden Nationalparks“, sagt der promovierte Biologe González. Die Parks befinden sich in einem Meeresgebiet, das sich von Cancún über die Isla Mujeres und die Isla Contoy mit ihrem Vogelschutzpark um die Nordspitze der Halbinsel Yucatáns bis zur Isla Holbox zieht.

Das sind aber längst nicht alle Besucher. „Wir schätzen, dass etwa 450000 zum Tauchen und Schnorcheln in das nur vier Hektar große Gebiet von Punta Nizuc fahren“, erklärt González.

Nur wenige Kilometer weiter nördlich laufen bereits Vorbereitungen, um vor der Isla Contoy ein Unterwasser-Schiffsmuseum anzulegen: Über historischen Kanonen und Ankern soll ein weiteres künstliches Riff wuchern.

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