(mk) - Musste die Air Rescue 2009 mehrere Menschen mit schweren Rückenverletzungen, wegen Wirbelfrakturen bedingter Lähmungen und sogar einen Toten nach Luxemburg zurückführen, so verlief die Urlaubssaison 2010 in den Skigebieten laut Aussagen von René Closter, Präsident der "Luxembourg Air Rescue", bisher relativ ruhig.
Dies sei teils auf gute Schneeverhältnisse zurückzuführen erklärte er. Erfahrungsgemäß würden sich die meisten Unfälle bei wenig Schnee ereignen. Das bedeute meist vereiste Pisten und viele Menschen, die sich auf engem Raum in die Quere kommen würden.
Verunglücken würden Männer wie Frauen aller Altersgruppen. Kinder seien kaum von Rückführungen betroffen, da sie vorsichtiger fahren würden und Stürze besser wegstecken könnten. Das Tragen eines Helms würde sich zudem durchsetzen und Kopfverletzungen mindern.
„Die Art der Unfälle hat sich aber drastisch verändert“, berichtet Closter. „Klassische Bein- und Armbrüche haben dank besserer Skiausrüstungen wie Bindungen und Schuhen aber auch mehr Schulungen abgenommen. Heute verzeichnen wir immer mehr schwere Verletzungen am Oberkörper. Eine Folge schneller Carving-Skis oder Trendsportarten wie Snowboard.“
Regelmäßig müsse die "Air Rescue" auch wegen Schlaganfällen oder Herzinfarkten ausrücken. „Viele untrainierte Urlauber begeben sich nur schlecht vorbereitet auf die Piste und verlangen ihrem Körper in den Bergen Höchstleistungen ab“, so Closter. Der Organismus sei dadurch in den Höhenlagen schnell überfordert.
Ein kurioses Phänomen sei zudem, dass Sonntag bis Dienstag relativ wenige Notrufe kämen, diese aber ab Mittwoch in die Höhe schnellen würden. Die Erklärung: Die meisten Wintersportler würden den Urlaub erst langsam angehen, aber ab Mitte der Woche unvorsichtiger werden und dann immer rücksichtsloser fahren. Auch Alkohol sei oft im Spiel. In der Regel kämen täglich sieben bis zehn Anfragen auf Rückführungen herein, so Closter.
Natürlich werden nicht alle Personen per Lear-Jet heimgeflogen. Ein Großteil der Opfer wird zuerst in Krankenhäusern vor Ort behandelt und anschließend mit einer Ambulanz nach Luxemburg transportiert. Genaues Zahlenmaterial über die Anzahl der Rückführungen liegt noch nicht vor, da man bei der Air Rescue erst nach den Osterferien eine Zwischenbilanz zieht.