Hart schlägt der Wagen auf, das Lenkrad ruckelt und die CD springt – Schlaglöcher in der Straße sind so gar nicht nach dem Geschmack des Autofahrers.
Dabei häufen sich zurzeit die Schäden im Straßenbelag. „Nids de poule“, also Hühnernester, nennen die Franzosen netterweise die kreisförmigen Krater im Asphalt, die den Autofahrern das Leben schwer machen.
„Täglich beschweren sich bei uns Fahrer über Schäden, die durch schlechte Straßenzustände entstanden sind“, berichtet Roland Kremer von der Straßenbauverwaltung. Tatsächlich würden die derzeitigen Wetterverhältnisse dem Asphalt arg zusetzen.
Denn ob Regen, Sonne, Frost oder Schnee: Der Straßenbelag arbeite ständig. „In Kanada werden Beläge eingesetzt, die Temperaturen von minus 30 Grad trotzen. Diese reagieren aber schlecht auf Hitze“, so Kremer. „Luxemburgs Straßen müssen aber sehr unterschiedlichen und häufig wechselnden Witterungsverhältnissen stand halten.“
Im Winter ist der Asphalt großen Spannungen ausgesetzt: Wasser dringt ein, dehnt sich bei Frost zu Eis aus, das vermischt mit Salz wieder auftaut und dann wieder friert... Hinzu kommen Ermüdungserscheinungen beim Belag, kleine Materialfehler, Risse durch Setzungen oder Oberflächenbeschädigungen durch Unfälle.
„Offenporiger Asphalt (OPA), der dank Hohlräumen für eine gute Wasserdrainage sorgt, ist besonders empfindlich, da bei diesem Steinschicht auf Steinschicht durch Bitumen flexibel gebunden werden. Bricht ein Stein aus der Verbindung heraus, kommt es zu einer Art Dominoeffekt, bei dem relativ schnell große Belagflächen ausbrechen können“, erklärte Claude Reding, Verantwortlicher Kontrolleur für Schwarzasphalt bei der Straßenbauverwaltung.
Das Phänomen der „Hühnernester“ trete nur in Zusammenhang mit Wasser auf. „Im Asphalt hält ein Stein den anderen. Löst sich ein Stein aus dem Gebilde, sind die umgebenden Steine nicht mehr genügend fixiert und werden nach und nach ringförmig um die Schadstelle ausgespült“, so Reding.
Die mechanische Belastung sei momentan durch den Einsatz von Schneepflügen besonders erhöht, da das schwere Gerät den Belag regelrecht aufreißen und somit die Beschädigung beschleunigen würde.
Löcher bis zu 20 Zentimeter Durchmesser erhielten eine Füllung mit Kalt-Asphalt. Größere Schäden müssten allerdings großflächig aufgefräst und mit heißem Asphalt fachgerecht erneuert werden.