Belgische Autobahnen
05.01.2010 11:50 Uhr, aktualisiert 05.01.2010 14:25 Uhr

Wallonische Radarfallen blitzen nicht

Organisatorisches Chaos verhindert Radar-Einsatz

(jw) - Auf dem Weg zur belgischen Küste dürften die “Starenkasten” auch den Luxemburger Autofahrern nicht entgangen sein. Doch bislang hat noch keine der sieben automatischen Radarfallen auf den Autobahnen im wallonischen Landesteil Belgiens ein Foto geschossen.

Dies obwohl die Blitzer seit langem einsatzbereit sind. Den Grund liefert der wallonische Minister für öffentliche Arbeiten Benoît Lutgen. Er will nämlich die “Autofahrer nicht überraschen” und die Zonen, in denen kontrolliert wird, klar und deutlich ankündigen. Die Signalschilder seien zwar bestellt, aber bislang noch nicht geliefert worden, gibt der Regionalminister an. Aus diesem Grund wurde auch die einzige funktionierende Radarfalle auf der Autobahn bei Herstal/Lüttich wieder abgeschaltet, hieß es.

Keine geschulten Polizeibeamten

Doch selbst wenn die Schilder aufgestellt werden, ist immer noch nicht klar, ob die Geräte ihren Dienst aufnehmen können, denn die wallonische Polizei hat bislang noch keinen Beamten in Dienst, der mit den Blitzerfallen umgehen können. Demnach haben die Autofahrer auf den wallonischen Autobahnen in nächster Zukunft weiterhin keine automatischen Blitzgeräte zu fürchten.

Achtung: Im Gegensatz zum südlichen Landesteil Belgiens besitzt der nördliche Teil (Flandern) eines der dichtesten Radarfallennetze Europas. Dort sind auf einem Straßennetz von 70.000 Kilometern etwa 1.500 Geräte installiert. Und diese funktionieren größtenteils auch.

Ihre Meinung zum Thema

( 5 )
  • Ano Chrescht meint:
    28.06.2010, 17:49 Uhr
    Schikan pur.

    Méi kann ech dozou nët soen. Hoffentlech kënnt kee Grafitti-Artist op d'Iddi déi Këschten ze verschéineren. *g*
  • Yves Tychon meint:
    07.01.2010, 14:39 Uhr
    @ Jp.S: Dass Radarkontrollen (egal ob mobil oder mit stationären Geräten) auf belgischen Autobahnen etwas mit der Verkehrssicherheit zu tun haben, halte ich für ein Gerücht, das einer ernsthaften Prüfung nicht standhält. Die wenigen Starenkästen stehen an willkürlich ausgewählten Stellen, und mobile Kontrollen werden weitestgehend bei sonnigem Wetter an langen Geraden mit leichtem Gefälle durchgeführt. In der Wirtschaft spricht man in einem solchen Fall von Profitmaximierung, im belgischen Volksmund heisst so etwas "faire tourner la pompe à fric". Oder wie sollte man es sonst bezeichen, wenn erst grosszügig dimensionierte, für 160 km/h ausgelegte Autobahnen gebaut werden, aber hinterher ab Tempo 135 abkassiert wird? Wer regelmässig auf europäischen Autobahnen unterwegs ist, weiß, dass Fairness, Rücksichnahme und Abstand für die Verkehrssicherheit weitaus wichtiger sind als ein "per Order de Mufti" erlassenes Tempolimit!
  • Jp. S.. meint:
    06.01.2010, 00:24 Uhr
    Sehr geehrter Dw Zweck solcher Anlagen soll doch sein dass an präzisen Unfallträchtigen Punkten die Autofahrer langsamer sein sollen und dies funktionniert nur wenn die Radaranlage vorher angekündigt wird. Nur so können Unfälle verhindert werden und nur so haben Radaranlagen Sinn.

    Unangekündigte Blitzer haben immer den Nachgeschmack dass sie nur zum Geldmachen aufgestellt werden, warum unangekündigte fixe Radaranlagen aufstellen wenn man den gleichen Effekt mit klassischen mobilen Blitzern haben kann? Ausserdem ist es gegenüber jenen Leuten welche die Strecken weniger oft fahren nicht gerecht. Des weiteren kann es gerade vor unangekündigten Blitzern zu Schreck- oder starken Bremsungen kommen.

    Der wallonische Minister Benoît Lutgen hat meine ganze Sympathie.
  • Gilbert Conte meint:
    05.01.2010, 19:49 Uhr
    Et soll ee net esou hämesch vun 'Affaire Belge' schreiwen! Hu miir hei net och genuch 'Affaires Luxembourgeoises'? Ee Beispill: E-go. Biss elo 17 Millounen € kascht an ett funktionneiert nach net.Et soll ee bekanntlech viir eischt bei sech ufänken, a virun senger Diir kiiren, ier een mam Fanger op aaner weist.
  • D. W. meint:
    05.01.2010, 17:34 Uhr
    Entschuldigung, aber erstens: überrascht das jetzt jemanden? Zweitens: Was ist denn das für eine abstruse Idee, dass Geschwindigkeitskontrollen die Autofahrer nicht überraschen sollen? Zweck ist doch nicht, die Autofahrer zum kurzen Abbremsen und wieder Gasgeben zu veranlassen, sondern generell zum Einhalten der Geschwindigkeit zu erziehen. Letzteres erreicht man aber nur mit NICHT erkennbaren Geschwindigkeitskontollen.