In Bad Sobernheim an der Nahe
29.09.2009 18:01 Uhr

Mit Felke im Lehm

Heilerde-Anwendung und Lifestyle – in Bad Sobernheim an der Nahe treffen sie aufeinander.

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Das Bollant's in Bad Sobernheim
Das Bollant's in Bad Sobernheim
Das Bollant's in Bad Sobernheim
Das Bollant's in Bad Sobernheim

Traubenkernstempelmassage. Keine Frage: Dieses Wort muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Trauben, Kerne, Stempel, Massage! Und das soll gut sein für das Wohlbefinden?

Energiekreislauf und Akupunkturbahnen

„Kalt gepresstes Traubenkernöl kommt in einen Traubenkernstempel und wird dort erhitzt“, erklärt Nicole Praß-Anton ihrem Gast den Ernst der Lage und massiert mit dem warmen Stempel den Rücken. „Neben einer Tiefenentspannung erreichen wir so eine starke Durchblutung, dadurch lösen sich Muskelverspannungen und Verhärtungen. Und durch das Massieren entlang der Akupunkturbahnen wird auch noch der Energiekreislauf ausbalanciert.“

Nicole Praß-Anton weiß, wovon sie spricht. Die Enddreißigerin ist Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und sie hat vor einem Dutzend Jahren die, wie sie sagt, Kraft der Traubenkerne neu entdeckt. Vor allem aber ist Nicole Praß-Anton auch Leiterin der Spa-Abteilung im Hotel „Bollant’s im Park“ in Bad Sobernheim. Dort hat sie vor acht Jahren die ganzheitliche Vinotherapie eingeführt und gleich noch eine eigene Produktreihe dazu entwickelt.



Foto: Fern Morbach
Das Bollant's im Park befindet sich in Bad Sobernheim - gut zwei Autostunden von Luxemburg entfernt.



Foto: Fern Morbach
Nicole Praß-Anton: Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Leiterin der Spa-Abteilung.



Foto: Fern Morbach
Ohne Wellness geht nichts mehr - ein Ruheraum ist mit Wasserbetten ausgestattet.



Foto: Fern Morbach
Morgens im Lehm, abends im feinen Restaurant. Auch im Bollant's setzt man auf gehobene Gastronomie.

Emanuel Felke – Pfarrer und Naturheiler

Bad Sobernheim liegt in Rheinland-Pfalz, rund 170 Kilometer von der deutsch-luxemburgischen Grenze entfernt, zwischen Bad Kreuznach und Idar-Oberstein. Zwei Autostunden braucht man, um den kleinen Ort an der Nahe zu erreichen.

In Bad Sobernheim wird seit Jahrzehnten Heilerde abgebaut. Ein Name ist und bleibt eng mit dem Ort und mit der Region verbunden: der von Emanuel Felke. Nach dem Pfarrer und Naturheiler ist die auch noch heute buchbare Felke-Kur benannt. Felke ging – und mit dieser Idee war er nicht allein – davon aus, dass die Kraft der vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Licht heilsam für Seele und Körper seien.

Beispiel Erde: Nur wenige Meter vom Hotel entfernt kommen die Gäste in Bad Sobernheim mit diesem Element ganz eng in Verbindung. Direkt am Ufer der Nahe wird man von Kopf bis Fuß mit Schlamm eingerieben. Beim Lehmbad wird der Körper entgiftet und entschlackt und obendrein werden die Abwehrkräfte gestärkt.

„Wir sind Felke.“ Diesen Anspruch erheben die Besitzer und Betreiber des Bollant’s im Park heute mehr denn je. Den fünf Buchstaben des Namens des Pfarrers hat man denn auch neue Bedeutungen zugeordnet: Fitness, Entschlackung, Lifestyle, Kompetenz und Energie. „Wir behandeln nicht den Befund, sondern die Befindlichkeit“, sagt Dr. Axel Bolland, der Leiter der medizinischen Abteilung.

Das Bollant’s im Park wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet. Gesundheit, Bewegung, Entspannung, authentische Behandlungen und medizinische Kompetenz – das sind die Dinge, die Nicole Praß hervorhebt, wenn sie die Besonderheiten des Hauses beschreiben soll. Wer einen Aufenthalt in dem Hotel bucht, habe immer auch ein „Arztgespräch und einen Wellness-Talk“. Man will die Gäste nicht allein lassen mit all den Begriffen, den Anwendungen und Angeboten.

Fünf Tage für den Abschied vom Stress

Nach Bad Sobernheim kommen heute vor allem Menschen ab 30, die für einige Tage abschalten wollen. Nicole Praß rät zu Aufenthalten von wenigstens fünf Tagen, nur so käme man runter vom Stress. Ein Blick auf den Parkplatz vor dem Resort verrät denn auch, wer die Kunden sind: Autos aus der gehobenen Preisklasse lassen auf gehobene Einkommensklassen schließen.

Hat man sein Auto abgestellt, lässt ein weiterer Blick in den Park eines sofort erkennen: Dieses Hotel entstand nicht aus einem Guss. Nein, die Anlage ist im Laufe der Jahrzehnte natürlich gewachsen und wurde offensichtlich immer wieder verändert.

Ein gutes halbes Dutzend Gebäude beherbergen Rezeption, Restaurants, Zimmer und Suiten, Anwendungsbereiche und auch ein fast noch funkelnagelneues so genanntes Spa. Auf 2000 Quadratmetern haben die Betreiber ein umfangreiches, über mehrere Etagen verteiltes Entspannungs-, Fitness- und Schönheitsangebot zusammengestellt. Mit Saunen, Dampfbädern, Bistro, Wasserbetten, Ruheräumen, Innen- und Außenpool und einer Dachterrasse.

Zahlreiche Auszeichnungen

Ruhen, Loslassen, Kraft tanken – auf diesen drei Säulen basiert das Spakonzept im ersten Felke-Wellnesszentrum Deutschlands. Nicole Praß-Anton will auch hier die traditionellen westlichen Methoden mit fernöstlichen Anwendungen kombinieren. Im 2006 eröffneten Spa stehen Ayurveda oder Thai-Massagen und Heilerdedampfbad ebenso auf der Tagesordnung wie Algenkörperpackungen, La-Stone-Therapie und Lomi-Lomi-Massage.

Die Mühe scheint sich gelohnt zu haben. In dem umkämpften Markt der Wellness- und Wohlfühlhotels hat sich das Bollant’s im Park an der Spitze etabliert. Das Resort wird nicht nur regelmäßig in Fachzeitungen und Fachzeitschriften hervorgehoben. Im Relax Guide wird es als eine der besten Wellness-Adressen geführt. Der Deutsche Wellness Verband stufte den neuen Spa-Bereich als „exzellent“ ein. 2007 wurde das Hotel als Gastgeber des Jahres in Rheinland-Pfalz geehrt.

Zur Renommee tragen aber nicht nur Park, Lehm, Saunen und medizinische Behandlungen bei. Bereits das Frühstück ist üppig und abends warten gleich mehrere Restaurants auf die Gäste. Sie heißen Villa, Hermannshof und Passione Rossa. Im letzten kocht Renato Manzi. Er wurde bereits mit einem Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Ein Zitat aus der Beuurteilung der Gault-Millau-Tester: „Die Steigerung gelang Manzi auch deshalb, weil er sich nun aufs Wesentliche konzentriert: hochwertige Produkte in ihrem Eigengeschmack zur Geltung bringen“.

Und am Morgen danach geht es wieder zurück in den Lehm.

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