(dpa) – Das „Google Book Settlement“ ist ein Vergleich des Internetkonzerns mit dem US-Verlegerverband AAP und der Autorenvereinigung "Authors Guild".
Damit wurde ein zwei Jahre dauernder Urheberrechtsstreit gegen die Zahlung von 125 Millionen Dollar beigelegt. Die Vereinbarung macht die Online-Suche auch in Copyright-geschützten Büchern frei. Google hat bisher rund sieben Millionen Bücher aus US-Bibliotheken eingescannt, darunter bis zu fünf Millionen vergriffene Werke. Ein New Yorker Gericht befasst sich vor einer abschließenden Beurteilung bei einer Anhörung am 7. Oktober mit dem „Settlement“.
Laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist das Digitalisieren von Büchern für Schriftsteller und Verlage in Europa „in keiner Weise akzeptabel“. In einem „Heidelberger Appell für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ wenden sich auch bekannte Autoren Hans Magnus Enzensberger sowie mehr als 1.300 weiter Unterzeichner gegen die umstrittene Vereinbarung.
Noch mehr Widerstand gegen die Buchpläne von Google gibt es vom weltgrößten Einzelhändler und direkten Konkurrenten Amazon.com, der in scharfen Worten die Vereinbarung des Suchmaschinen-Spezialisten mit amerikanischen Verlegern kritisiert hat.
Ein Einigung sei wettbewerbsfeindlich und könne zu höheren E-Book-Preisen für die Verbraucher führen, argumentierte Amazon in einem Schreiben an das New Yorker Gericht, dass über den Deal entscheiden muss.
Amazon ist selbst ein führender Verkäufer digitaler Bücher, sogenannter E-Books, und bietet in den USA auch das passende Lesegerät mit dem Namen Kindle an. Der Online-Einzelhändler hat derzeit mehr als 300.000 digitale Bücher im Angebot. Würde die Vereinbarung zwischen Google und den US-Verlegern genehmigt, könnte der Internet-Konzern Millionen Titel anbieten.