Urlaub auf Sizilien
09.06.2009 23:18 Uhr

Kultureller Hochgenuss auf der Sonneninsel

Sizilien hat sich dem traditionnellen Tourismus verschrieben - Das sizilianische Lebensgefühl, Kultur, Geschichte und Gastronomie stehen dabei im Vordergrund



Foto: Steve Remesch
Das antike Theater in Taormina war zur Römerzeit für blutige Gladiatoren- und Tierkämpfe berüchtigt.



Foto: Steve Remesch
Nirgendwo auf Sizilien gibt es frischere Waren als auf dem “Mercato della Vucciria” im Hafen von Palermo.



Foto: Steve Remesch
In Italien geht nichts ohne die passende Sonnenbrille.

Der Legende nach ein Stück vom Paradies und wahrhaft ganz nah am Garten Eden, so stellt sich das neue Sizilien vor. Nicht umsonst galt das Dreieck vor der Stiefelspitze Italien bereits zur Römerzeit als Obst und Weingarten des Kaisers.

Traditionsbewusste Hotels, die sich einem hohen Standard verschrieben haben, stehen bereit für Menschen, die nicht nur das sonnige Italien genießen, sondern auch Kultur und Geschichte hautnah erleben wollen.

Heute ist Sizilien eine moderne Insel, die sich dennoch einem traditionellen Tourismus verschrieben hat. „Kultur und Gastronomie sind unsere Schätze“, betont Pino Lombardo, Managing Director von Noema Viaggi und seit mehr als 20 Jahren Luxair Partner auf Sizilien.

Mit gutem Essen und sehr hohen Standards empfange man Gäste auf Sizilien schon seit jeher. Im Mittelpunkt des Interesses der Besucher stehe der kulturelle Reichtum des Insel. „Wir haben schöne Strände, doch nach Sizilien kommt man nicht nur, um sich am Meeresrand zu sonnen“, meint Pino. „Unsere Kundschaft, das sind neugierige Menschen, die die Reize der Insel bis ins Detail erkunden wollen.“

An kulturellen Highlights fehlt es auf der Mittelmeerinsel mitnichten. Die meisten Städte der Insel wurden von den Griechen errichtet und später von den Römern umgebaut. Auch die Normannen und Araber haben Spuren hinterlassen. Zahlreiche gut erhaltene, Jahrtausende alte Bauwerke haben nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

In Syrakus, an der Ostküste südlich von Catania, steht beispielsweise eines der größten griechischen Theater überhaupt. Die im sechsten Jahrhundert v. Chr. erbaute Anlage hat einen Durchmesser von 138 Metern und bot einmal Platz für 15.000 Zuschauer. Die Akropolis, das Tal der Tempel von Agrigento und die römische Villa Casale bei Piazza Armerina, die für ihre kunstvollen Mosaikböden bekannt ist, lohnen einen Abstecher entlang der Südküste Siziliens. Beim Besuch der antiken Stätten empfiehlt es sich allerdings, auf die Dienste eines Führers zurückzugreifen, denn die Anlagen sind kaum beschildert.

Mafia-Merchandising an der Ecke

Nördlich von Catania liegt Taormina. Liebevoll “Perle Siziliens” getauft, fasziniert die auf einem Felsrücken errichtete Stadt vor allem durch den Blick aufs Meer und hinüber zur kalabrischen Küste. Taormina ist die touristische Hochburg der Sonneninsel und so reihen sich in der Altstadt dutzende Souvenirläden und Eiscafés aneinander.

Neben Andenken mit der dreibeinigen Sonne, dem Symbol Siziliens, stechen hierbei vor allem die Andeutungen an die “Godfather” Trilogie von Francis Ford Coppola ins Auge – der amerikanische Mafiafilm schlechthin. So werden an jeder Straßenecke T-Shirts, Strohhüte, Kochschürzen, Gehstöcke und Feuerzeuge mit dem Antlitz Marlon Brandos und dem Schriftzug “Il Padrino” feilgeboten.

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Taormina und Castelmola
Taormina und Castelmola
Taormina und Castelmola
Taormina und Castelmola
Taormina und Castelmola

In der 3000-jährigen Stadt befindet sich auch das zweitgrößte antike Theater Siziliens. Der fälschlicherweise “Teatro Greco” getaufte römische Bau war im gesamten römischen Reich für blutige Gladiatoren- und Tierkämpfe bekannt.

Im Schatten des Ätna

Um den Touristenströmen zu entfliehen, empfiehlt sich das knapp drei Kilometer entfernte Castelmola. Der Ort liegt auf dem 529 Meter hohen Gipfel des Monte Tauro und diente bis ins Mittelalter als Zufluchtsort für die adligen Familien. Die Cafés in Castelmola bieten von ihren gepflegten Dachterrassen aus einen einzigartigen Blick über Taormina und die gesamte Bucht von Giardini Naxos. Die Spezialität dieser Gasthäuser ist der “Vino di Mandorli”, ein traditioneller sizilianischer Mandelwein.

Von der Nordseite des Monte Tauros aus, kann man den Ätna in voller Pracht bewundern – wenn er sich nicht hinter weißen Dampfwolken verbirgt. Mit 3345 Metern ist er der höchste Berg Siziliens und gleichzeitig auch der größte und aktivste Vulkan Europas. Der faszinierende Feuerberg zieht seit Jahrzehnten Menschen aus aller Welt an und so hat der Tourismus rund um den Ätna auch eine ganz eigene Dynamik entwickelt.

Neben der traditionellen Busfahrt bis auf 2000 Meter Höhe, werden sowohl sportliche Trecking-Touren wie auch wissenschaftliche Ausflüge in Begleitung von Speleologen und Vulkanologen angeboten. Besonders Wagemutige trauen sich sogar in kleinen Gruppen in den heißen Krater abzusteigen.

„Das wahre Sizilien“

An der Nordküste Siziliens am Fuße eines 230 Meter hohen Kalkfelsens, liegt Cefalú, eine Kleinstadt mit dem Charme eines Fischerdorfs. “Das ist das wahre Sizilien”, meint Pino Lombardo. “Hier ist noch vieles seit Jahrhunderten unverändert. Wer das süße Leben auf der Sonneninsel kennen lernen will, für den führt weder an Castelmola, noch an Cefalú ein Weg vorbei.”
Pino Lombardo hat aber auch noch einen weiteren Geheimtipp auf Lager: das Fischerdörfchen Sferracavallo knapp 12 Kilometer östlich von Palermo. “Hierhin machen die Sizilianer ihre Sonntagsausflüge”, verrät er. Sferracavallo ist eine Bucht mit ein paar Fischerbooten umragt von hohen, bedrohlich wirkenden Felswänden.

Entlang der Hafenpromenade reihen sich kleine Fischrestaurants aneinander, deren Beliebtheit sich zur Mittagszeit durch lange Warteschlangen vor den Restauranttüren auszeichnet. Wo Menschen eine derartige Geduldsprobe auf sich nehmen, muss dann wohl auch etwas ganz Besonderes geboten werden. An allen Tischen wird eine Art Zehn-Gänge-Menu aus kleinen Fisch- und Meeresfrüchte- Spezialitäten serviert.

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Palermo, Monreale und Sferrocavallo
Palermo, Monreale und Sferrocavallo
Palermo, Monreale und Sferrocavallo
Palermo, Monreale und Sferrocavallo
Palermo, Monreale und Sferrocavallo

Dass Seefahrer in 3000 Jahren nicht nur kulturelle Spuren hinterlassen haben, zeigt sich in der Provinzhauptstadt Palermo. Die Stadt zeigt sich gerne weltoffen, multikulturell und modern. Bis in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts galt Palermo noch als eine Hochburg der Mafia und für Touristen nicht zu empfehlen. Doch das ist heute anders. Palermo hat mit der Vergangenheit abgeschlossen. In den italienischen Kriminalitätsstatistiken der vergangenen Jahren wurde die Inselhauptstadt an 15. Stelle geführt.

Normannen, Araber und Byzantiner

Der Charme der Hafenstadt zeigt sich ganz besonders an den pittoresken Märkten, die sich über die Straßen und Gassen der Altstadt erstrecken. Der bekannteste und größte Lebensmittelmarkt ist der “Mercato della Vucciria”. Er war ursprünglich der Markt der Metzger, später kamen die Stände der Fischer, dann der Bauern hinzu. Bekannt ist auch der Nachtmarkt “Il Borgo”, ein Straßenfest, das für seine Lebendigkeit berühmt ist.

Palermo hat eine vielseitige Auswahl an architektonischen und kulturellen Höhepunkten zu bieten. Neben der Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, der Jesuitenkirche “Chiesa del Gesù” und dem Normannenpalast, in dem früher die sizilianischen Könige lebten, sollte auch Zeit für die zahlreichen, kunstvoll hergerichteten Plätze eingeplant werden. Besonders hervorzuheben sind dabei die geschwungenen Barockfassaden der Paläste an der “Piazza Quatro Canti” im Herzen der Altstadt und die “Piazza Pretoria” mit dem großen, manieristischen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert.

300 Meter über der Inselhauptstadt am Monte Caputo liegt die vergoldete Kathedrale von Monreale. Ein 6.340 Quadratmeter großes byzantinisches Mosaik, das Geschichten aus der Bibel zeigt, macht aus dem normannisch-arabischen Bau aus dem 12. Jahrhundert eines der beeindruckendsten Bauwerke der Insel. Sehenswert sind auch der romanische Kreuzgang und das Bronzetor von Pisano.

“Um eine Idee vom Reichtum unserer Insel zu bekommen, sollte man schon einen zweiwöchigen Urlaub in Betracht ziehen”, meint Pino Lombardo. Dabei sollte man sich auch gerne mehrere verschiedene Destinationen aussuchen. “Eine gastronomisch-kulturelle Rundreise, das ist optimal”, versichert Pino.

Mit Luxair Tours nach Palermo und Catania

Neben Catania fliegt Luxair Tours seit diesem Frühjahr auch Palermo an. Catania, an der Ostküste Siziliens, wird jeden Freitag und Samstag angesteuert, während Palermo nur Samstags auf dem Flugplan steht. Die Flugzeit nach Palermo beträgt zwei Stunden und zwanzig Minuten, nach Catania sind es knapp fünf Minuten mehr. Der Luxair Tours-Katalog beinhaltet ausschließlich Drei- und Vier-Sterne-Hotels, davon sieben im Norden der Sonneninsel und zehn im Osten. Außerdem bietet Luxair Tours auch noch achttägige Rundreisen mit einem Reisebus oder einem Mietwagen an.

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