Jubiläen haben keine Schönwettergarantie. Die 50. Leserkreuzfahrt des Luxemburger Wort, die vom 17. bis 31. Juli 2010 an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff“ von Kiel nach Norwegen, Island, zur Färöer Insel Streymoy sowie nach Schottland führte und zum Monatsende im Hafen von Hamburg zu Ende ging, war geprägt von Wetterkapriolen, die den Kreuzfahrern sämtliche Facetten der nordatlantischen Vielfalt bescherten.
Die 171 Leserinnen und Leser des Luxemburger Wort, die an der 15-tägigen Nordlandreise zum Thema „Zwischen Eis und Vulkan“ teilnahmen, hatten sich auf nordisches Klima eingestellt und trugen auch angemessene Allwetterkleidung. Über etwas mehr Mitternachtssonne sowie weniger Regen und Nebel hätten sie sich trotzdem gefreut. So ungemütlich habe ich den Nordatlantik auf meinen Kreuzfahrten zum Polarkreis und darüber hinaus noch nicht erlebt!
Das wirklich schlechte Wetter begleitete unsere Reisegruppe allerdings erst ab dem dritten Tag der ersten Reisewoche. Das Auslaufen durch die Kieler Förde war sonnig, derweil die erste Anlaufstation Bergen ihrem Ruf als regenreichste Stadt Norwegens nur am Vormittag gerecht wurde, danach jedoch herrliche Landschaftspanoramen offenbarte. Die wahre Eintrübung kam dann auf der Fahrt durch das Weltnaturerbe des landschaftlich abwechslungsreichen Geirangerfjords sowie auf dem Seeweg von Fjord-Norwegen via die Lofoten-Inseln bis nach Island. Hier bahnte unser Kreuzfahrtschiff sich den Weg durch dichte Nebelbänke und von der Kommandobrücke ertönte immer wieder das dumpfe Dröhnen des Nebelhorns.
Der Nebel verschleierte auch die Mitternachtssonne, die wir in diesen Tagen nur ganz selten zu Gesicht bekamen. Doch wenn sie mal zwischendurch die grauen Wolkengebilde zu durchbrechen vermochte, präsentierte die wilde Natur Norwegens den Kreuzfahrern dramatische Stimmungsbilder von steil aus dem Meer aufsteigenden Felsen und tosenden Wasserfällen, die um diese sommerliche Zeit noch erstaunlich viel Wasser ins Meer ergossen. Ein klares Zeichen dafür, dass der vergangene Winter ein langer und harter war. Dies versetzte die Naturfreunde in Verzücken und entschädigte für die Wetterunbilden zwischendurch, die - das ist eigentlich die Regel - auch im Sommer hier oben häufiger sind als eitel Sonnenschein.
Auf meinen bisher fünf Reisen in die Welt der Fjorde habe ich sozusagen alle Wetter erlebt, vermag aber immer noch nicht zu sagen, welches Kleid dieser einzigartigen Natur am besten passt. An Bord unseres Kreuzfahrtschiffes erlebte ich die zum Greifen nahe scheinenden Felswände und Nebelschleier dieses Mal aus einer ganz besonderen Perspektive. Mag sein, dass dazu auch das spezielle Ambiente des Kreuzfahrtschiffes das Seine beigetragen hat.
Der guten Stimmung an Bord unseres Kreuzfahrtschiffes taten die Schlechtwettertage der ersten Woche in der Tat keinen Abbruch. Immerhin waren wir gerade mal der in Luxemburg herrschenden Hitzewelle entflohen und hatten uns auf angenehmere Temperaturen gefreut. Es gab also keinen Grund zum Meckern, zumal die „Wort“-Reiseredaktion und der Veranstalter Cruisopolis sich für ein Schiff entschieden hatten, das ideale Voraussetzungen für Nordlandreisen und lange Tage an Bord bietet.
Die 50. Leserkreuzfahrt des Luxemburger Wort erbrachte jedenfalls den Beweis, dass bei Themenreisen die richtige Auswahl des Schiffes ein wesentlicher Faktor ist. "Mein Schiff" hat sich als ideales schwimmendes Hotel für den Nordatlantik gezeigt. Sowohl die Entdecker als auch die Genießer unserer großen Reisegruppe fühlten sich sehr wohl an Bord.
Dieses deutschsprachige Schiff hat nicht nur eine ideale und überschaubare Größe, es hat auch einen ganz eigenen Stil und ist Extraklasse in den Bereichen Bedienung und Verpflegung. „Das beste Essen, das ich je auf einem großen Kreuzfahrtschiff hatte, das tröstet über kleine Wetterkapriolen hinweg“. Diese Worte stammen von einem Luxemburger, der schon mehrmals mit dem Luxemburger Wort auf Reisen unterwegs war.
Keine Frage, wir befanden uns auf einem wahren Wohlfühlschiff. Zu den besonderen Merkmalen des Kreuzfahrtschiffes gehören: Freie Tischwahl und Essenszeiten in den Restaurants; sehr gutes und abwechslungsreiches Essen; komfortable Kabinen, ausgestattet mit Nespresso-Kaffeemaschine und riesigem TV-Angebot; familiäres Bordambiente und freundliche Bedienung; gediegenes Unterhaltungsprogramm, ohne Blödeleien am Pool; soziale Preise in den Bars und beim Fotografen sowie eine lange Liste von Inklusivleistungen.
Wer sich die Mühe macht hochzurechnen, was er in 14 Tagen an Bord nicht wie auf vielen anderen Schiffen extra bezahlen musste (keine Trinkgelder, keine Getränkeaufschläge, 200 Euro Bordguthaben für Frühbucher), kommt locker auf 500 Euro pro Person.
Sehr angetan waren wir ebenfalls vom großen Entgegenkommen der Schiffsbesatzung - vom Empfangspersonal über die Bordreiseleitung, die Hotel-, Restaurant- und IT-Manager bis hin zum Kapitän. Alle zusammen trugen dazu bei, dass das tägliche Hospitality Desk von Léa und Aloyse Sales perfekt funktionierte, dass kleine Pannen schnell behoben werden konnten, dass der „Wort“-Journalist die Gäste täglich mit Nachrichten aus der Heimat versorgen konnte, dass die beiden Cocktailpartys von Cruisopolis und Luxemburger Wort jeweils in gediegenem Rahmen abgehalten werden konnten.
Und außerdem, beim ersten Empfang auf der Bühne des großen Theaters erschien Kapitän Michael Block persönlich zur Begrüßung seiner 171 Luxemburger Gäste.
Bei so viel positiven Punkten kommt selbst der erfahrene Kreuzfahrtspezialist nicht daran vorbei, „Mein Schiff“ eine Top-Note zu geben. Hätten sich auf unserer Reise nicht unverständliche Schwächen bei der Organisation der Ausflüge wiederholt gezeigt, wäre es sogar das perfekte Ferienerlebnis gewesen. Schade, dass zu viele Anfängerfehler sowie auch eine nicht angemessene Logistik des Bordreisebüros bei der Zuweisung der Ausflugsbusse dies verhinderten.
Die Landgänge in Bergen, Geiranger (beide Fjordnorwegen), Leknes (Lofoten), Akureyri, Reykjavik (beide Island), Torshavn (Färöer Insel Streymoy) und Invergordon (Schottland) sowie die in diesen Häfen angebotenen freiwilligen Ausflüge rechtfertigten ebenso das Reisethema „Zwischen Eis und Vulkan“ wie die spektakulären Panoramen, die sich nach jeder neuen Biegung auftaten, wenn das Schiff sich seinen Weg bahnte durch Fjorden und Küstengewässer.
Unvergesslich bleibt für alle Frühaufsteher der Sonntagmorgen des 25. Juli, als das Schiff kurz nach 3.30 Uhr in Nordisland durch eine dichte Nebelwand in den Eyjafjord drang, wo die Sonne bereits um diese frühe Tageszeit die teils schneebedeckten Gipfel anstrahlte. Das war der Tag, an dem das Traumwetter kam und den Ausflüglern Höhepunkte bescherte, sowohl auf der Laufas-Farm als auch am Godafoss-Wasserfall, am Mücken-See (Myvatn) sowie auch bei der brodelnden Erde in Namafjall Hverir.
Von nun an war die nordische Witterung den Kreuzfahrern gnädiger. Zwischendurch gab es zwar immer wieder Nieselregen und die Temperaturen erreichten tagsüber maximal 17 bis 18 Grad Celsius, aber wir erlebten auch sonnige Seetage und viele markante Naturbilder an Land in der Umgebung der isländischen Hauptstadt Reykjavik, auf den landschaftlich eindrucksvollen Färöer Inseln sowie in den schottischen Highlands. Diese Momente sowie auch die hohe Qualität der an Bord des Kreuzfahrtschiffes gebotenen Leistungen garantieren bleibende Erinnerungen an eine rundum harmonisch verlaufene Jubiläumskreuzfahrt.
Der Termin für die erste „Wort“-Leserkreuzfahrt im nächsten Jahr 2011 steht fest. Vom 17. März bis 1. April führt die Reise an Bord der neuen Queen Elizabeth (Taufe im Oktober 2010) von Singapur nach Dubai.
Cruisopolis veranstaltet diese Leserreise in Zusammenarbeit mit der Cunard Cruise Line. Ein Prospekt erscheint Mitte September.