02.08.2010 11:37 Uhr, aktualisiert 02.08.2010 15:05 Uhr




Felskunst, Schloss und Hochgebirge
Weltkulturerbe zählt neue Stätten
Alle Kontinente und Kulturkreise repräsentieren

Foto: Foto: Universalmuseum Joanneum / zepp®cam.at 2010/Graz, Austria
Frontansicht von Schloss Eggenberg bei Graz.

(dpa) - Von einem Strafgefangenenlager in Australien bis zu einem Atombombentestgebiet auf dem Bikini-Atoll reicht die Liste der Weltkulturerbe-Stätten. Das Welterbekomitee setzte auf seiner diesjährigen Tagung in Brasilia insgesamt 20 Stätten neu auf die Liste.

Felsmalereien in Spanien, das Schloss Eggenberg in Österreich und eine rumänische Klosterkirche gehören künftig zum Weltkulturerbe. Zudem wurde das Naturerbe Pirin Nationalpark in Bulgarien erweitert.

Das entschied das Welterbekomitee der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, bereits am Sonntag bei seiner Sitzung in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Die 34. Tagung des Welterbekomitees endet am Dienstag.

Neu dazu kommt auch der Amsterdamer Grachtengürtel. Die Kanäle wurden im 17. Jahrhundert als Fließbänder des Warenverkehrs angelegt - Boote transportierten Gewürze, Wein oder Porzellan direkt zu den Speicherhäusern. In Frankreich wurde der Welterbestatus der Bischofsstadt Albi zuerkannt, die ihr mittelalterliches Stadtbild noch unangetastet bewahrt hat.

In Spanien gehören nun 645 Zeichnungen auf Felsen in der Region Kastilien und León zum Welterbe. Sie stellen vor allem Tiere dar, jedoch auch geometrische Formen.

Das historische Zentrum der Grazer Innenstadt gehört bereits seit 1999 zum Weltkulturerbe - hinzu kommt nun das rund drei Kilometer außerhalb gelegene Schloss Eggenberg aus dem 17. Jahrhundert mit seinen 24 Prunkräumen der früheren Barockresidenz.

704 Kulturerbestätten und 179 Naturerbestätten auf der Unesco-Liste

Das Welterbekomitee entschied sich ferner für die Aufnahme der Auferstehungskirche des Sucevita Klosters mit einzigartigen Fassadenmalereien. Sie wird zur Welterbestätte der Kirchen von Moldau gezählt. Zum Weltnaturerbe gehört der Pirin Nationalpark in Bulgarien bereits - jetzt werden ihm auch noch einige über 2000 Meter hohe Gebirgszüge zugerechnet.

Zum Kulturwelterbe erklärt wurde auch die Wasserwirtschaft aus dem deutschen Harz - ein ausgeklügeltes System kleiner Stauseen, Gräben und Stollen, das den Bergleuten zur Energieerzeugung diente. Dies gilt aber nicht als neue Welterbestätte, sondern als Erweiterung der Welterbestätte „Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar“.

Insgesamt stehen nun 910 Stätten auf der Unesco-Welterbeliste: 704 Kulturerbestätten und 179 Naturerbestätten. Das Welterbekomitee der Unesco beschließt in jährlichen Sitzungen über die Aufnahme und überprüft, ob die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten die Konventionskriterien erfüllen. Hierzu zählen die "Einzigartigkeit" und die "Authentizität" (historische Echtheit) eines Kulturdenkmals oder die "Integrität" einer Naturerbestätte. Wichtig sind auch der Erhaltungszustand sowie ein Erhaltungsplan. 21 Mitglieder vertreten 21 Staaten, die möglichst alle Kontinente und Kulturkreise repräsentieren.

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