08.07.2010 12:10 Uhr




Haute-Couture-Schauen in Paris
Chanel im Zeichen des Löwen
Details peppen strengen Look auf

Modewoche in Paris - Chanel
Foto: dpa
Der Tanz um den goldenen Chanel- Löwen.


Modewoche in Paris - Chanel
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Verspielte Applikationen lockern die geraden Schnitte auf.


Modewoche in Paris - Chanel
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Glitter, Glanz und schlanke Linien zeichnen die Modelle aus.


Modewoche in Paris - Chanel
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"Die Schöne und das Biest" à la Chanel.

(dpa) - Karl Lagerfeld ist in Hochform. Vielleicht liegt es an der gigantisch großen, acht Tonnen schweren Löwenfigur, die für die Schau der Haute-Couture-Kollektion des Chanel-Designers unter der Kuppel des Pariser Grand Palais aufgestellt worden ist.

"Der Löwe ist ein sehr zivilisiertes Tier", sagte Lagerfeld. Die Pranke der Löwenfigur stand auf einer Perle: Ein Verweis auf die Eleganz von Coco, die Perlen liebte, und im Übrigen im Sternzeichen des Löwen geboren wurde.

In jedem Fall zeigte Lagerfeld starke innovative Entwürfe für Herbst/Winter 2010/11. Eine neue Silhouette bei Kostümen und Tageskleidern, witzige Accessoires und schicke, kostbar bestickte Cocktailkleider wirkten frisch, jung und energiegeladen.

Chanels typische Tweedkostüme kamen diesmal in satten, dunklen Rot- oder Brauntönen, meist monochrom, mit kurzen Kastenjacken, kombiniert zu schwingenden A-Röcken in neuer Länge bis zur Wade. Softe, goldfarbene Lederstiefeletten sowie mit Edelsteinen, Perlen und Ketten üppig besetzte Goldarmbänder peppten diesen eher strengen Look auf.

Schick für sehr schlanke Frauen

Abends ging es dann in die Vollen: Die Models zeigten schimmernde und schillernde Kleider, ob in Beige mit Borten aus Kristallen und Steinen, in Nachtblau mit Goldornamenten wie auf einem Renaissance- Gemälde oder in Weiß- und Cremetönen, schlauchartig schmal und mit langen Perlenschnüren besetzt.

Einziger Haken: Vieles davon steht nur jungen, sehr schlanken Frauen. Wohl fast zum Zeichen dafür saßen viele junge Schauspielerinnen im Publikum: etwa Jessica Alba, die Österreicherin Nora von Waldstätten und die "Gossip Girls" Blake Lively und Leighton Meester.

Theatralik und üppige Stoffe

Der Libanese Elie Saab startete in seiner Schau mit granatroten theatralischen Roben mit betonten Schultern, schmaler Taille und Bleistiftröcken. Es folgten lockere Nymphenkleider in Brauntönen und Meergrün mit sehr schönen Drapé-Effekten, gesmokten Volants und feinen Stickereien.

Bei Basil Soda gab es eine üppige Kollektion mit drapierten Bustierkleidern, wahlweise in Mini- oder Bodenlänge, die mit von den Phöniziern inspirierten Goldplättchen sowie Versatzstücken der Moderne wie Reißverschlusszähnen geschmückt waren. Die Farben: Schwarz, Schlamm, Weiß, Zartgrau, Ozeanblau und Pink.

Auch wenn diesmal nur 17 Couture-Schauen auf dem offiziellen Programm stehen: Die "Hohe Schneiderkunst" muss nicht ums Überleben fürchten. Neuere unbekannte Couturiers wie Stephane Rolland oder Alexis Mabille ziehen junge Kundinnen an.

Und: Auch wenn vielleicht die Zahl der Auftraggeberinnen für maßgeschneiderte, handgefertigte Entwürfe zurückgeht, schwindet nicht unbedingt ihre Kaufkraft.

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