Von Joe Turmes
Der Pokerboom wurde vor fünf Jahren ausgelöst: Der Amateurspieler Chris Moneymaker war der erste Gewinner der Weltmeisterschaft im Pokern, der sich übers Internet für das Turnier in Las Vegas qualifiziert hatte. Er konnte ein Preisgeld von 2,5 Millionen Dollar einstreichen. In der Folge versuchten immer mehr Spieler seine Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Wort.lu hat sich mit Patrick Bortuzzo, Präsident der luxemburgischen Pokervereinigung, über das Phänomen „Poker“ unterhalten.
Patrick Bortuzzo: Ja, das Pokern boomt weiterhin. Unsere Mitgliederzahlen steigen leicht an. Wir zählen im Moment 300 Mitglieder und über 1700 Spieler haben in den letzten anderthalb Jahren an unseren Turnieren teilgenommen. Das Pokerspiel hat sich als Gesellschaftsspiel etabliert und die traditionellen Kartenspiele etwas verdrängt.
Wir veranstalten pro Jahr 13 bis 14 Turniere, die in verschiedenen Gemeinden stattfinden. Der Spieler, der in diesen Turnieren die beste Bilanz aufweist, ist Landesmeister.
Die Turniere werden im Schnitt von ungefähr 20 Zuschauern besucht. Das Pokerspiel ist einfach keine Zuschauersportart. Auf unseren Turnieren sieht man ja im Gegensatz zu den Fernsehübertragungen nicht, über welches Blatt die einzelnen Spieler verfügen. Die Zuschauer sind in der Regel Familienangehörige der Spieler oder wollen einen ersten Einblick in dieses Kartenspiel gewinnen.
Poker wird durch alle Gesellschaftsschichten hindurch gespielt. Alle Alterskategorien sind vertreten. Die Mehrheit der Spieler bewegt sich allerdings zwischen 18 und 30 Jahren. Es nehmen auch immer mehr Frauen an unseren Turnieren teil, wir sind weit davon entfernt, eine reine Männerdomaine zu sein.
Am Anfang hat das Fernsehen natürlich viele Leute auf das Pokern aufmerksam gemacht. Ob dies noch immer so ist, ist schwer zu beurteilen. Es ist aber klar, dass das Pokern durch Sendungen wie „Die TV Total Pokernacht“ im Gespräch bleibt.
Natürlich, das Pokern ist ein Geldspiel mit Karten. Ohne Geldeinsatz wäre die nötige Seriosität nicht gegeben und weniger Leute würden pokern. Wir als Pokervereinigung verlangen von jedem Teilnehmer ein Startgeld von fünf Euro. Angesichts dieses Einsatzes wird man nicht reicher und auch nicht ärmer. Es hat sich auch gezeigt, dass die Leute einen höheren Geldeinsatz nicht aufbringen wollen. Der gesamte Einsatz wird integral als Gewinn wieder ausgezahlt.
Ein guter Pokerspieler beherrscht das Spiel komplett. Er muss darüber hinaus auch Geduld aufbringen und seine Taktik konsequent umsetzen. Schließlich sollte er auch seine Gegenspieler einschätzen können, um zu erkennen, ob sie vielleicht bluffen. Der Glücksfaktor liegt wohl zwischen 10 und 15 Prozent. Man muss als Pokerspieler also bereit sein, ein kalkuliertes Risiko einzugehen.
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