dpa) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Streit mit den USA über den Siedlungsausbau im arabischen Ostteil Jerusalems am Sonntag heruntergespielt. "Ich schlage allen vor, nicht zu übertreiben und sich erst einmal zu beruhigen", so Netanjahu in Jerusalem.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte die Siedlungspläne in dem Viertel Ramat Schlomo am Freitag während eines Telefongesprächs mit Netanjahu harsch kritisiert. Das Außenministerium in Washington hatte zudem den israelischen Botschafter zu einem klärenden Gespräch einbestellt.
"Es hat hier einen bedauernswerten Vorfall gegeben, der in aller Unschuld passierte", sagte Netanjahu zum Auftakt der wöchentlichen Kabinettssitzung zu der Ankündigung des Baus 1600 neuer Wohnungen in Ramat Schlomo während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Israel. Biden fühlte sich dadurch brüskiert und verurteilte die Pläne umgehend.
Netanjahu sagte den Ministern, er habe ein Team damit beauftragt, den Vorgang zu prüfen und Wege aufzuzeigen, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. "Israel und die USA haben gemeinsame Interessen und wir werden gemäß den gemeinsamen Interessen handeln, die für Israel von essenzieller Wichtigkeit sind", sagte Netanjahu ferner.