(dpa) - Nach wochenlangen Verhandlungen steht offenbar der milliardenschwere Notfallplan für die drohende Staatspleite Griechenlands. Das geht aus Medienberichten hervor. Auf ihrem Treffen am Montag in Brüssel sollten die Minister der Eurozone erneut über einen Rettungsmechanismus beraten, der dann im Notfall angewandt werden könnte. Das berichten die französische Tageszeitung „Le Monde“ und der britische „Guardian“. Es gehe um eine Summe zwischen 20 und 25 Milliarden Euro, berichtete „Le Monde“.
Die Finanzminister der 16 Euro-Länder wollten auf ihrem Treffen über ein Hilfspaket von bis zu 25 Milliarden beraten, das im schlimmsten Fall zum Einsatz kommen könnte. Nach Angaben einiger Blätter könnte der Plan für das hochverschuldete Griechenland nach wochenlangen Verhandlungen an diesem Montag festgezurrt werden.
Auf der offiziellen Agenda des monatlichen Treffens der Euro- Gruppe steht die Zustimmung der Finanzminister zu den von Athen beschlossenen Sparmaßnahmen, um die ausufernden Staatsschulden einzudämmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa erfuhr, könnte es aber auch eine Entscheidung über einen Rettungsschirm geben.
Die Europäische Kommission wollte keine Stellung nehmen. In Kreisen der Kommission hieß es:„ Die Tatsache, dass Griechenland einen sehr ambitionierten Konsolidierungsplan vorgelegt hat, hat einige dazu veranlasst zu sagen, dass etwas geschehen muss. Aber es wird nichts entschieden werden, bis sich die Minister am Montag treffen.“
Schon seit Wochen wird über ein mögliches Hilfspaket in einem Umfang von 25 Milliarden oder gar 30 Milliarden Euro spekuliert, sollte Griechenland die Probleme nicht selbst lösen können. Der Notfallplan gestaltet sich schwierig, weil der EU-Vertrag es verbietet, dass Staaten für die Schulden anderer Länder einstehen.
Im Gespräch sind abgestimmte bilaterale Hilfen, etwa Kredite oder Kreditbürgschaften. Inzwischen - auch nach Vorlage des verschärften Athener Sparprogramms - hat sich die Lage etwas beruhigt. Zudem hatte Griechenland kürzlich erfolgreich eine neue Anleihe am Markt platziert und sich so frisches Geld beschafft. Offen ist aber, ob Athen auch künftig seine Schulden am Markt refinanzieren kann.
Nach Informationen des britischen„ Guardian“ (Samstag) haben sich die 16 Euro-Länder auf koordinierte bilaterale Hilfen in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro geeinigt. Vorgesehen seien Kredite oder Kreditgarantien. Auch die„ Süddeutsche Zeitung“ (Samstag) berichtete unter Berufung auf "diplomatische Kreise“, die Euroländer hätten sich auf einen Hilfsplan geeinigt. Er solle am kommenden Montag festgezurrt werden.„ Wir haben alle Instrumente bereit, die eine koordinierte finanzielle Hilfe ermöglichen, ohne die europäischen Verträge zu brechen“, habe ein EU-Diplomat in Brüssel gesagt.