wort.lu | Europa & Welt | Streiks und Ausschreitungen legen Griechenland lahm
 
Sparpläne der Regierung
11.03.2010 15:23 Uhr, aktualisiert 11.03.2010 15:34 Uhr

Streiks und Ausschreitungen legen Griechenland lahm

Nach Schätzungen der Gewerkschaften gingen allein in Athen rund 50 000 Menschen auf die Straße.


Ausschreitungen in Griechenland
Foto: ap
In Athen ist es zu Ausschreitungen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen.


Ausschreitungen in Griechenland
Foto: dpa
Polizisten prügeln auf Demonstranten ein.

(dpa) - Mit einer Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Sie protestieren am Donnerstag gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Nach Schätzungen der Gewerkschaften gingen allein in Athen rund 50 000 Menschen auf die Straße.

Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben. Die Demonstranten skandierten Sprüche wie "Recht ist das Recht des Arbeiters" und forderten das griechische Volk zum "Aufstand" auf. Dabei kam es vereinzelt zu Ausschreitungen. Rund 200 Autonome lösten sich aus der Demonstration und schlugen mehrere Schaufensterscheiben nahe des Archäologischen Museums von Athen ein.

Besonders betroffen von den Streiks ist der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden bereits seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Gestrandete Reisende gab es jedoch nicht, die Fluglinien hatten ihre Passagiere rechtzeitig informiert. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt.

Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichten, weil auch die Journalisten für 24 Stunden in den Ausstand traten. Die meisten Behörden blieben geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Krankenhäusern wurden nur Notfälle behandelt. Zudem blieben alle antiken Stätten und Museen geschlossen. Supermärkte, die meisten Banken und die Hotels hatten dagegen geöffnet. Auch die Taxis fuhren. Für die Gäste einiger Luxushotels gab es eine unangenehme Überraschung: Mitglieder der Hotelleriegewerkschaft blockierten am Morgen die Eingänge der Hotels.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger. Er betonte jedoch, es gebe einfach "kein Geld". Das harte Sparprogramm seiner Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20 Prozent erhöht.

Griechenland drücken Schulden von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ständige Aufsicht gestellt.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Marc Nathe meint:
    11.03.2010, 17:50 Uhr
    Kann een Matleed matt den Griechen hunn, ech mengen nett vill. Den Sproch vun eisen daitschen Nooperen "Wie mann sich bettet so liegt mann" gallt och fir d'Griechen. Pots de vin, zevill Staatsbeamten, nett déi beschten Arbechtsmoral (selwer vun griechechen Bekannten gesott kritt) an Politiker déi léiwer hir % bei den Wahlen eropschrauwen anstatt d'% vun der Staatsverscholdung erofzeschrauwen.

    Eis belge Nooperen haaten virun gudd 10 Joer en ähnlechen Problem an Sie kruten dess Problemer vun der Staatsverscholdung an den Greff ouni Ennerstetzung vum baussen.

    Ett ass elo un der Zait ze spueren fir d'Griechen an nett fir ze protestéieren, well daat kann een nemmen géint eppes waat nett gerechtfärtegt ass!