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 Kommentar
03.03.2010 10:26 Uhr

Kehrtwende

Christophe Langenbrink

Kein Zweifel: Das Gesicht Frankreichs aber auch Lothringens wandelt sich. Dies wurde nochmals auf der Wahlkampfveranstaltung am Montag in Metz allzu deutlich. Die Grande Nation und jetzt verstärkt ihre lange vernachlässigte Grenzregion sehen in der Entwicklung der Großregion keinen Widerspruch mehr zum französischen Nationalwesen. Lange Zeit galt die Luxemburger Nachbarregion als ein Bremsklotz, zukunftsweisende Projekte in diesem Raum voranzutreiben. Immer wieder wurde das eine und selbe Argument angeführt, über nicht ausreichende Entscheidungsgewalt zu verfügen. Richtig! Gewiss war dies die Rechtfertigung, nur wenig zur Verbesserung der Lage im Grenzraum beizutragen.

War es aber nicht bequem, sich hinter dem französischen Zentralismus zu verstecken, um eher auf die Karte des Ausbaus des „Sillon lorrain“ zu setzen? Das Blatt wendet sich. Die Regierung Fillon will nicht länger Hemmschuh für die Entwicklung ihrer früheren Pufferzone zu Deutschland sein. Anders als der amtierende Präsident Lothringens, Jean-Pierre Masseret (PS), hat der noch unverbrauchte UMP-Hoffnungsträger Laurent Hénart die politische Kehrtwende in Paris erkannt. Er gehört zu der aufstrebenden politischen jungen Klasse, die diesen Grenzraum als einen Wachstumsmotor erachtet – mit jeder Menge Potenzial.