(dpa). - Vor der Adoption haitianischer Kinder hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gewarnt. „Selbst legale Adoptionen sind in aller Regel keine Hilfe“, hieß es am Freitag von UNICEF in New York. „Alle Hilfsorganisationen sind sich einig, dass man die Kinder in ihrer Umgebung lassen soll. Helft ihnen, aber tut es da, wo sie sind“, sagte ein Mitarbeiter im UN-Hauptquartier. „Es ist verständlich und ja auch gut, dass viele den Menschen helfen wollen und gerade den Kindern. Doch wenn man sie aus ihrem Umfeld reißt, wie hart das auch sein mag, hilft man ihnen nicht.“
UNICEF liegen Meldungen vor, dass in den vergangenen Tagen mehrere Flüge mit Kindern das Erdbebengebiet verlassen haben. Ziele seien Europa und die USA gewesen. Die Organisation hält sich aber bedeckt, um die Zusammenarbeit mit den Behörden nicht zu gefährden. „Wir sind keine Polizei“, sagte eine UNICEF-Mitarbeiter, „wir sind auf die offiziellen Stellen angewiesen“. In einem Fall habe eine Gruppe angeblich aus 100 Kindern bestanden. Viele hätten Reisepässe, aber nicht alle. Der Organisation sei bekannt, dass das US-Heimatschutzministerium, das jetzt den Flughafen verwaltet, auch Kindergruppen abgewiesen habe.
„Es muss nicht immer ein Fall von illegalem Kinderhandel sein“, sagte eine UNICEF-Mitarbeiterin. „Aber das ist für die Kinder fast egal, denn aus ihrem Umfeld werden sie in beiden Fällen herausgerissen und das ist immer problematisch.“ Zudem sei nicht einmal klar, ob es sich immer um Waisen handelt. UNICEF bereitet sich auf die Versorgung von 500.000 Kindern im Erdbebengebiet vor.