08.09.2010 16:22 Uhr




UN
Versäumnisse bei Massenvergewaltigung im Kongo
"Unsere Maßnahmen waren nicht angemessen", meint der Sprecher der UN-Friedensmissionen, Atul Khare.

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Foto: dpa
Ein Soldat einer kongolesischen Rebellengruppe steht Wache (Archivbild): Der Kongo wird seit Jahren von schwersten Menschenrechtsverletzungen heimgesucht.

(dpa) - Die Vereinten Nationen haben Versäumnisse ihrer Blauhelme im Zusammenhang mit den jüngsten Massenvergewaltigungen im Kongo eingeräumt. "Unsere Maßnahmen waren nicht angemessen", gab der Sprecher der UN-Friedensmissionen, Atul Khare, am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat zu.

"Wir müssen mehr tun", so Khare. Die Vereinten Nationen hätten "die kollektive Verantwortung" dafür, dass die Massenvergewaltigung nicht rechtzeitig gestoppt wurden, sagte auch die UN-Sonderbeauftragte gegen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten, Margot Wallström. Khare hat als Beigeordneter Untergeneralsekretär der UN den Rang eines Staatssekretärs.

Rebellen hätten bei einem viertägigen Angriff auf Dörfer im Osten des Landes Anfang August mindestens 242 Frauen mehrfach vergewaltigt, sagte Khare den 15 Ratsmitgliedern bei einer offenen Sitzung. Unter den Opfer seien auch 20 Kinder gewesen. Blauhelmsoldaten, die in der Nähe stationiert waren, wurden von den Dorfbewohnern offensichtlich aus Angst vor Racheakten nicht herbeigerufen, sagte Wallström. In der Region Walikale habe es keine Verbindung für Mobiltelefone gegeben und der Funkverkehr sei unzuverlässig, räumte Khare ein.

Intensivierung der Kontakte mit der Bevölkerung

Inzwischen habe die UN-Mission Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation eingeleitet. Außerdem seien die Blauhelmsoldaten angewiesen, bei ihren Patrouillen in den besonders gefährdeten Regionen Standardfragen zu stellen und die Kontakte mit der Bevölkerung zu intensivieren.

Für die laut Wallström "systematischen" Vergewaltigungen werden Milizen der "Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR) und kongolesische Mai-Mai-Rebellen verantwortlich gemacht. Die FDLR ist eine Miliz von Hutus, die 1994 nach dem Völkermord in Ruanda in das damalige Zaire (heute Kongo) geflohen waren. Viele von ihnen waren in den Massenmord an 800 000 Tutsi und gemäßigten Hutu in Ruanda verstrickt.

Im Kongo gehört die Miliz zu den berüchtigtsten der verschiedenen Rebellengruppen, die die Bevölkerung dort terrorisieren. Ein bisher unveröffentlichter UN-Bericht, dessen Entwurf der Presse zugespielt worden war, beschreibt 600 Gräueltaten, die zum großen Teil von ruandischen Hutu-Milizen begangen wurden. Das Papier soll auch Ruandas Regierung schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit den Gewalttaten machen.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • benny boudia meint:
    08.09.2010, 17:58 Uhr
    absolutt inakzeptabel an ech hoffen, datt is Organisatioune fir d'Rechter vun der Fra lo dofir och e Protest-Marsch an iser Groussgaass organiséieren. Dat do gehéiert nick méi an is Zäit, mir hunn 2010! an eng Fra soll nick méi zu Sex gezwonge ginn. Déi Zäite si laang passé, dofir soll och mol endlech eppes géint d'Prostitutioun hei zu Lëtzebuerg gema ginn. Dat ass richteg schrecklech wat sech do alles hannert iser Gare ofspillt.