(dpa). - Wegen eines Streits mit der Opposition über Neuwahlen in Bolivien hat der seit Tagen hungerstreikende Präsident Evo Morales seine Teilnahme an zwei Gipfeltreffen abgesagt. Er werde weder zum Treffen des progressiven Staatenbündnisses ALBA am Donnerstag nach Venezuela, noch zum Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am Wochenende nach Trinidad und Tobago fahren, sagte Morales nach Angaben venezolanischer Medien von Montag in einem Telefonat mit Venezuelas Staatschef Hugo Chávez.
Der linksgerichtete Präsident Boliviens ist seit vorigem Donnerstag im Hungerstreik. Er will so den Nationalkongress zwingen, den Weg für Neuwahlen am 6. Dezember dieses Jahres freizumachen.
Morales stimmte inzwischen dem Wunsch der Opposition nach neuen Wählerlisten zu, wenn die Wahlbehörde den 6. Dezember als Wahltermin sicherstelle und zudem die Einführung einer biometrischen Liste mit digitalem Fingerabdruck garantiere. Dann werde die Regierung die Erstellung neuer Wählerlisten garantieren.
In einem Referendum hatte die Bevölkerung im Februar einer neuen Verfassung zugestimmt. Das neue Grundgesetz gibt dem Präsidenten die Möglichkeit einer zweiten fünfjährigen Amtszeit. Das entsprechende Gesetz hatte zwar das von Morales' Partei dominierte Abgeordnetenhaus passiert, wird aber im Senat blockiert, wo die Gegner in der Mehrheit sind.