Interview mit Premier Jean-Claude Juncker
19.03.2009 07:02 Uhr, aktualisiert 19.03.2009 08:46 Uhr

Gegen "deutsche Kraftmeierei"

Nach Finanz- und Wirtschaftskrise droht jetzt soziale Krise

Pierre Leyers und Jakub Adamowicz


Foto: Marc Wilwert
"Die Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit eines Staates der Eurozone sehe ich nicht."

Nach Ansicht von Premierminister Jean-Claude Juncker wird sich die Krise in Europa in den kommenden Monaten deutlich verschärfen. Er fürchte, dass es nach der Finanz- und Wirtschaftskrise in Kürze eine soziale Krise geben wird, die vor allem durch Massenarbeitslosigkeit geprägt sein wird und Einkommensverluste für viele Menschen bedeutet. Dies könne dazu führen, dass das Vertrauen in das politische System deutlich zurückgeht, warnte Juncker in einem Gespräch im Vorfeld des heute beginnenden EU-Frühjahrsgipfels in Brüssel.

Herr Staatsminister, ein Ende der Wirtschaftskrise ist noch immer nicht abzusehen. Was halten Sie für die dringlichsten Probleme, mit denen die Gipfelteilnehmer sich befassen sollten?

Eine doppelte Sorge treibt mich um. Ich sehe eine Beschäftigungskrise auf die Europäische Union und auch auf unser Land zukommen. Ich kann Massenarbeitslosigkeit nicht mehr ausschließen. Das ist eine große Gefahr, weil eine Beschäftigungskrise vertrauenszerstörend wirkt. Auch in Luxemburg steigt die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit fahren, dramatisch an. Aus dem Grunde haben wir ein Konjunkturpaket nach nationalem Strickmuster entworfen, das darauf ausgerichtet ist, so viel Beschäftigung wie nur möglich zu erhalten, und so viele produktive Kapazitäten wie möglich abzusichern. Meine zweite Sorge betrifft die Krise des politischen Systems. Den Bürgern wurde vorgegaukelt, die Regeln der sozialen Marktwirtschaft seien außer Kraft gesetzt, und sie bräuchten sich nicht mehr selber anzustrengen, sondern könnten ihr Geld quasi über Nacht für sich arbeiten lassen. Jetzt kommt das böse Erwachen, und der Zorn wird die politische Klasse treffen.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere EU-Gipfeltreffen zur Koordinierung der Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft. Zu viele?

Im Rahmen der Krisenbegleitung und -bewältigung hat eine Reihe von Gipfeltreffen stattgefunden, bei denen der Eindruck entstanden ist, dass die Schlussfolgerungen wiederholt worden sind.

Was folgern Sie daraus?

Das ist keine gute europäische Arbeitsmethode, weil von Treffen zu Treffen der Staats- und Regierungschefs kein Substanzfortschritt erkennbar ist. Ich bin gegen diesen Aktivismus. Dafür aber für europäische Aktion.

Wo liegt der Mehrwert des baldigen Frühjahrsgipfels?

Die EU will ihre Position für den am 2. April in London stattfindenden G-20-Gipfel festlegen. Richtig ist und bleibt, dass wir eine größere Regulierungsdichte für die internationalen Finanzmärkte brauchen. Die Reglementierung von Ratingagenturen und Hedgefonds soll verschärft werden. Vor allem geht es um ein künftig weltweit geltendes Überwachungsprinzip, dass kein Finanzprodukt von keinem Finanzakteur nirgendwo gehandelt werden kann, ohne dass eine Überwachung stattfindet.

Die USA und Großbritannien sehen die Regulierung kritischer als Kontinentaleuropäer. Zu Recht?

Finanzmarktregulierung erfordert eine große Erklärungsanstrengung zwischen der europäischen und der angelsächsischen Welt. Amerikaner und Engländer haben in den vergangenen drei Jahren auf die Versuche der Kontinentaleuropäer, innerhalb der Eurozone Regulierungsmechanismen zu schaffen, abweisend reagiert. Jetzt brauchen wir keine Strangulierung, sondern Regulierung.

Die USA wollen von der EU größere Konjunkturpakete. Berechtigterweise?

Es kann nicht Gegenstand des EU-Treffens und des G-20-Gipfels sein, dass auf US-amerikanischen Druck und Wunsch hin die Europäer das Ausmaß ihrer Konjunkturprogramme erweitern. Die EU-Staaten erbringen zwischen 3,4 und 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Krisenbewältigung.

Sie weisen die Forderungen aus Washington zurück?

Die aktuelle Krise hat ihren Ursprung auf dem US-Hypothekenmarkt genommen. Demnach sind die USA gefordert, die Hauptlast der Krisenbewältigung zu leisten. Den Wunsch der USA nach noch mehr europäischem Engagement kann ich nicht nachvollziehen.

Unternimmt die EU genug?

Hätte vor einem Jahr jemand prognostiziert, die EU würde bis zu vier Prozent ihres BIP zur Krisenmilderung bereitstellen, wäre er sofort als Vertreter eines anderen Zeitgeists abgetan worden.

Wie ist das weitere Vorgehen?

Wir sollten nun abwarten, welche Effekte die Konjunkturpakete im zweiten Semester 2009 und ins Jahr 2010 hinein entfalten. Zum jetzigen Zeitpunkt zusätzliche Konjunkturpakete aufzulegen, ohne zu wissen, ob sie notwendig sind, und damit die Neuverschuldung zu vergrößern, die Konsolidierungsanstrengungen der letzten zehn Jahre sowie die Konsolidierungsmöglichkeiten für die nächsten fünf Jahre zunichte zu machen, ist eine Vorstellung, der ich mich nicht anschließen kann.

Ist der Zusammenhalt der Eurozone gefährdet?

Ich sehe keine Gefahr, dass die Eurozone wegen disparaten Zinsbewegungen bei Staatsanleihen explosionsartig auseinanderdriften sollte. Die Zinsbewegungen innerhalb der Eurozone sind nicht größer als die Zinsbewegungen innerhalb der USA. Sie sind ein impliziter Faktor aller Währungsunionen.

Droht einem Staat der Eurozone der Bankrott?

Die Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit eines Staates der Eurozone sehe ich nicht. Sollte es zu einer solchen Zahlungsunfähigkeit kommen – und dies ist eine rein theoretische Annahme – verfügt die Eurozone über alle nötigen Konsolidierungs- und Unterstützungsinstrumente, um angemessen reagieren zu können.

Braucht die EU keine Reform des Wachstums- und Stabilitätspaktes?

Der im März 2005 reformierte Pakt erlaubt es uns, auf die heutige Situation angemessen zu reagieren, weil wir nicht stur an die Defizitgrenzen von drei Prozent des BIP gebunden sind. Der Stabilitätspakt muss weiter bestehen, weil er die Ersatzfunktion für eine nicht vorhandene zentrale europäische Zentralregierung erfüllt.

Bereiten Ihnen die Defizite Sorgen?

Wir werden vor Jahresmitte einen Konsens über eine Ausweglösung aus der Defizitspirale beschließen. Einige Staaten wie Luxemburg haben in guten Zeiten ihre Haushalte konsolidiert. Frankreich hat diese Anstrengung nicht unternommen und nimmt sich seit Jahren alle Freiheiten bei den Konsolidierungsbestrebungen. Deshalb ist Frankreich schlecht aufgestellt, anderen Staaten bei anderen Themen Lektionen zu erteilen.

Einige große Mitgliedsländer der EU haben über den „Umweg“ des G20 versucht, Druck auf kleine Mitgliedsländer auszuüben. Ist die fundamentale Solidarität in der Union dabei, unter dem Druck der Wirtschaftskrise zu bröckeln?

Die Vorstellung, dass nur Deutschland und Frankreich Druck auf Luxemburg ausüben, ist eine Illusion, der wir uns aus Gründen der nationalen Selbsterniedrigung gerne hingeben. Alle EU-Staaten, mit Ausnahme von Österreich, verlangen von Luxemburg, sein Bankgeheimnis aufzugeben und stattdessen den Informationsaustausch einzuführen. Dabei wenden wir die gemeinsame europäische Rechtsnorm des Koexistenzmodells bei den Zinsersparnissen an und haben gleichzeitig noch einen Schritt in Richtung Informationsaustausch auf Anfrage getan.

Sollte dennoch unter europäischer Mithilfe der G20 Luxemburg auf eine „schwarze Liste“ setzen – was ich mir nicht vorstellen kann – würde ich die Funktionsmethode der Europäischen Union als solche in Frage stellen. Dieses Thema werde ich bei dem anstehenden Gipfeltreffen auf den Tisch bringen und von unseren Partnern verlangen, dass sie verhindern, dass Luxemburg auf eine „schwarze Liste“ kommt. Der G20 ist kein Ersatzprodukt für die Europäische Union!

Sie sagen, alle Staaten üben Druck aus. Richtige Anfeindungen scheinen allerdings nur aus Richtung Deutschland und Frankreich zu kommen.

Ich habe ein langes Telefongespräch mit Herrn Müntefering geführt und vehement dagegen protestiert, dass er Luxemburg für ein „Steuerparadies“ hält und öffentlich erklärt, früher habe man in Steuerparadiese Soldaten geschickt. Gerade aus deutschem Mund klingen diese Äußerungen für Luxemburger nicht zustimmungswürdig.

Auch der vom deutschen Bundesfinanzminister geäußerte Wunsch, dass Luxemburg und Österreich sich noch weiter in Richtung Informationsaustausch hin bewegen müssen, weil die Schritte, die wir jetzt angekündigt haben, nicht genügen würden, ist eine unannehmbare Einmischung in Luxemburger Angelegenheiten. Wir stehen nicht unter deutschem oder französischem Kommando, sondern tun das, was wir für richtig halten, um zur zusätzlichen Dichte der internationalen Reglementierung beizutragen. Wir lassen uns nicht hetzen. Uns in die Enge treiben zu wollen, ist deutsche Kraftmeierei, die ich mir strikt verbiete!

Ihre Meinung zum Thema

( 19 )
  • Manou Pfeiffenschneider meint:
    21.03.2009, 13:28 Uhr
    Hei eng e-mail déi ech haut un den Här Müntefering geschéckt hunn...

    Sehr geehrter Herr Müntefering,

    Das ist schon ein starkes Stück, das Sie sich da geleistet haben. Es ist zwar bekannt, dass Deutschland gerne mal Soldaten schickte, wenn es zuhause die Situation nicht mehr im Griff hatte, aber eigentlich hatte man gedacht (gehofft) diese Zeiten wären vorbei. Sie können sich nicht wirklich über die Zunahme des Rechtsextremismus in Deutschland wundern, wenn Sie als Vorsitzender einer linken Partei solche indiskutabelen Aussagen machen! Das neue deutsche Selbstbewusstsein scheint Ihnen nicht gut zu bekommen. Auch kann ich Ihnen gerne meine Steuererklärung schicken, falls Sie wirklich meinen Luxemburg sei ein Steuerparadies. Besteht die „deutsche Wertarbeit“ heute nur noch daraus mit unqualifizierten Aussagen und dem Suchen nach Sündenböcken vom eigenen Unvermögen abzulenken?
    Herr Müntefering, mit Verlaub, Sie sind das letzte.

    Mit gutnachbarschaftlichen Grüssen

    Manou Pfeiffenschneider
  • Nic Kugeler meint:
    19.03.2009, 22:56 Uhr
    Wir Luxemburger sollten uns nicht zu sehr auf die Aussagen der "Herren" Müntefering und Steinbrück konzentrieren. Bei Müntefering könnte man auf beginnende Altersdemenz tippen, Steinbrück wird wohl nach den nächsten Wahlen in einer "gnädigen" Versenkung verschwinden. Damit basta!
    Mindestens so gefährlich wie die teutonischen Berserker sind der französische Nano-Präsident und seine stiefelleckenden Helfer.
    Was man von Frankreich erwarten kann, das wird man erahnen, wenn man die Geschichte 200 Jahre zurückdreht.
    Damals hat der Korse Napoleone Buonaparte, einer der grössten Kriegsverbrecher aller Zeiten und gleichzeitig gallischer Nationalheld, ganz Europa ins Elend gestürzt... und das kleine "Département des Forêts" hat seinen Teil abgekriegt. Wie gut, dass ihn die Engländer auf einer einsamen Insel haben krepieren lassen, so wie er es verdient hatte.
    Was können wir von dem französischen Miniatur-Präsidenten wohl erwarten?
    Etwa das, was uns die Hunnen aus den Steppen des Ostens gebracht haben?
    Im Augenblick ist er ja hauptsächlich damit beschäftigt, die Stiefel der Amerikaner zu lecken ... und sich um die Milliarden seiner "Freunde" zu sorgen.
    Mein Gott, Frankreich, wie tief bist du gesunken!!!
    Unser Premierminister sollte endlich einsehen, dass er sich mit den unzähligen Ehrendoktortiteln und anderen Auszeichnungen aus "teutschen Landen" nur lächerlich macht.
    Es gilt, sich für das kleine Luxemburg einzusetzen ...
    die grossen Nachbarn sorgen schon für sich selbst.
  • Romain Dehm meint:
    19.03.2009, 19:39 Uhr
    Lieber Kohl als hohl.
    Mein Gott,wie sehr das deutsche Bildungswesen gelitten hat,kann man nun offensichtlich an den Hohlköpfen einiger Vetreter der deutsche Regierung erkennen.
    Zwischen den Ohren, wo der halbwegs intelligente Mensch ein der Evolution entsprechendes Gehirn beheimatet,scheint bei unseren deutschen Freunden ein gähnendes Vakkum die Gehirnmasse zu ersetzen.Da lob ich mir den ehemaligen Bundeskanzler Kohl,dessen Diplomatie und Verhandlungstaktik nie den Anschein gaben,ein kleines Land mit der sogenannten Panzerdiplomatie einzuschüchtern.Doch spätestens jetzt sollte jedem politisch interssiertem Bürger klar sein.In Krisenzeiten zeigt sich die wahre Fratze von Europa,und was lernen wir daraus.Dieses kostbare Vetorecht dass jedes Land der eurpäischen Union besitzt,darf unter keinen Umständen abgegeben werden,auch wenn der europäische Einigungsprozess dadurch verlangsamt oder erschwert wird.Ich für meinen Teil werde unter keinen Umständen einer europäischen Verfassung zustimmen,wo das Vetorecht verwässert oder abgeschafft werden soll.Realpolitisch gesehen ist dass nur legitim,ist es doch die einzige wirksame Waffe gegen laut brüllende Löwen die nur ihren eigenen Hunger stillen wollen.Traurig aber wahr.
  • Bernhard Stein meint:
    19.03.2009, 19:34 Uhr
    Die Äußerungen von Müntefering und Steinbrück sind in der Sache , aber vor allem im Ton , unerträglich. Die diplomatische , aber auch die historische Ignoranz gegenüber Luxemburg ist erschreckend für deutsche Spitzenpolitiker. Sehr wohl kann man über die Frage des Bankgeheimnisses kontroverse Meinungen haben und auch diskutieren , aber diese martialischen Andeutungen an die leidvolle Geschichte der beiden Weltkriege , die Besetzung und Unterdrückung der Nachbarländer mit dem Naziterror , zeugen von fehlendem kulturellen und historischen Verständnis. Aber vor allem ein Tabubruch gegenüber der europäischen "Schicksal"gemeinschaft, die die konstruktive Antwort weiser Politiker auf das europäische Desaster des 20. Jahrhunderts war und noch ist. Wer miteinander Handel treibt und Menschen Arbeit gibt , schießt nicht aufeinander.
    Aber Müntefering und Steinbrück sind halt nicht Monnet , Schuhman, Werner oder Adenauer . Laßt uns hoffen , das das europäische Eis nicht so dünn ist , das es unter diesen Belastungen bricht.
    Aber es gibt Hoffnung: nicht nur , das es viele überzeugte Europäer in Deutschland gibt , ob sie nun wie ich seit vielen Jahen im Ausland leben , oder sie vor Ort bleiben. Vor allem aber hat Jean Claude Juncker in Deutschland bei den Menschen einen fast legendären Ruf , und ich glaube viele würden sich unter der Hand gern einen derart charismatischen und weitsichtigen Politiker an der Spitze wünschen .
  • Michael Berndt meint:
    19.03.2009, 18:19 Uhr
    Da scheint bei einigen unserer deutschen Volksvertreter ein früher Hirntod eingetreten zu sein.
    Ist diesen Gesellen denn überhaupt nicht bewusst, was sie uns deutschen Grenzgängern und unseren sehr geschätzten luxemburgischen Kolleginnen und Kollegen mit derartigem Schwachsinn antun?
    Gleichfalls scheint es ihnen auch überhaupt nicht bewusst zus sein, dass wir im Grenzgebiet dem angeblichen "Steuerparadies Luxemburg" sehr, sehr viel zu verdanken haben - nämlich jede Menge Arbeitsplätze und damit Existenzen für uns und unsere Familien.
    Daher können wir uns bei Ihnen liebe Luxemburger nur für das dämliche und unqualifizierte Gestammele unserer sogenannten Volksvertreter entschuldigen. Seien Sie gewiss, wir denken ganz sicher nicht so. Und Sie, Herr Staatsminister, verdienen unser aller Respekt - übrigens weit mehr, als besagte Herren - und stehen ganz sicher weit über derartigen Dingen.
  • Pilo Fonck meint:
    19.03.2009, 17:47 Uhr
    't ass héich Zäit ginn, datt eise Premier deenen onverschimmte Bemierkungen vum SPD-Chef, deen an der Regirung Merkel - 't ass nach net esou laang hier - jo och Vizekanzler war, endlech (a wéi et sech passt , geäntwert huet. 't ass vläicht de Genre vum Här Müntefering, dee jo och scho mat enger Bazooka op Heesprënger schéisse wollt, mat Besatzungstruppen - sou wéi 1940 ? - op d'Lëtzebuerger Finanzplaz anzemarschéieren ! 't hätt just nach gefeelt, datt en eng "Endlösung" fir eis Bankplaz envisagéiert hätt! An dem bundesdäitsche Finanzminister seng onerhéiert, iwwerhieflech Lektiounen ginn all deem net wäit aus de Féiss...
    Eigentlech hätt jo de Chef vun eiser Diplomatie och den däitschen Ambassadeur bei sech convoquéiere missen, fir deem Mann héich-offiziell däitlech ze maachen, wat hei vun deene Methodë gehale gëtt....
    Wann déi däitsch Manéier - an déi franséisch ass jo net vill besser - iergendwéi en Zeechen ass, wat aus der europäescher Unioun soll ginn, da géifen eis Politiker gutt drun doen, hire Credo fir d'EU z'iwwerdenken...
  • Fra Col meint:
    19.03.2009, 15:57 Uhr
    Müntefering und Steinbrück zeigen mit ihren Drohgebärden dass nicht alle Deutsche aus der Geschichte gelernt haben.Ich hoffe dass den beiden sehr bald die Flügel gestutzt und die Krallen gezogen werden.Auf jeden Fall braucht Deutschland nicht stolz zu sein von solchen Zeitgenossen vertreten zu werden.Ich hoffe dass Herr Juncker denen beiden mal gehörig die Leviten lesen und die Meinung sagen wird.
  • Reiner Hesse meint:
    19.03.2009, 15:33 Uhr
    Münteferings Reminiszenz an militärische Problemlösungsmuster und Steinbrücks Bezug auf die Indianerkriege der US-Kavalerie sind wohl wahlkampfinduzierte kognitive Fehlleistungen die in solchen Reden potentielles Stimmvieh münden.
    Wenn schon Wild-West-Romantik in der Politik, dann auch noch dieses:
    Die Bleichgesichter Münte und Peer müssen sich wegen ihres losen Mundwerks wohl von Chief Old-Crow JCJ den Kopf waschen lassen. Denn es ist ja wohl nicht zuletzt der Druck des deutschen Finanzhäuptlings der die saftigen Bisons in die fremden Jagdgründe abwandern liess. Da waren wohl einige Zäune nicht hoch genug und jetzt wird das diesseitige Gras der Verführung geziehen......
  • Oliver Duscheck meint:
    19.03.2009, 15:17 Uhr
    Hallo Letzeburger Nachbarn,
    zunächst einmal möchte ich sagen, dass es mir als Deutscher äußert, bis auf die Knochen peinlich ist, was unsere hirnlosen "Volksvertreter" von sich geben. Ich kann euch versichern, dass viele Deutsche über die Aussagen von Herrn Müntefering hoch verärgert sind. Das zeigt wieder mal, wie unqualifiziert und dämlich unsere Politiker sind, die das Volk vertreten sollen, was die allerdings meiner Meinung nach lieber lassen sollten.

    Zunächst sollte sich der Deutsche Staat fragen, warum soviel Geld in die Nachbarländer transferiert wird, dann wir er schnell feststellen, dass es ganz schlicht und einfachweg unatraktiv ist, in Deutschland Geld anzulegen, alleine schon wegen den besch.... Steuersätzen, die dann nochmal versteuert werden und dann nochmal. Ich selber wünsche mir, dass Lux das Bankgeheimnis behält und Deutschland gefälligst seine Schmierfinger davon lassen soll.

    Bitte entschuldigt das brotlose, dumme und einfach nicht zuertragende Geschwätz der deutschen Politiker.

    MfG

    Olly D.
  • D. W. meint:
    19.03.2009, 14:57 Uhr
    Hat Münte das wirklich gesagt? Dann aber nur "AUA AUA!!!" wie kann man sich sowas leisten. Das wäre dermaßen starker Tobak, ich kann und mag nur glauben, dass das ein Missverständnis ist. Hoffen wir's. Jedenfalls ist das nicht Programm in Deutschland, wir sind ja nun trotz Detailgeplänkel im Großen und Ganzen sehr friedlich und freundschaftlich in der EU vereinigt und solche Sprüche ändern da Gott sei Dank auch nichts dran.
  • Nic Kugeler meint:
    19.03.2009, 14:25 Uhr
    Wenn ich mir den deutschen Finanzminister in einer dunklen Uniform mit den passenden Abzeichen und seiner von gewissen Fotos her bekannten "bösen Visage" (Kästner) vorstelle, dann läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.
    Wenn ich dazu an die Äusserungen des Sozialisten Franz Müntefering denke, dann weiss ich, dass uns auch diesmal selbst Panzersperren auf den Grenzbrücken genau so wenig wie am 10. Mai 1940 schützen werden.
    "De Wollef verléiert seng Hoer, mäi seng Naupen net" hat meine Mutter mich gewarnt, und auch das Sprichwort von der Hinterhältigkeit gewisser Nachbarn sitzt im Hinterkopf, auch wenn ich immer wieder versucht habe mir einzureden, dass es nicht stimmt.
    "Aarmt Lëtzebuerg", bald marschieren sie wieder...
  • Nico MICHELS meint:
    19.03.2009, 14:22 Uhr
    Zu meinem untenstehenden Brief an Herrn Müntefering möchte ich zufügen, dass ich jeweils eine Copie davon an Herrn Bundespräsidenten und an Frau Bundeskanzlerin gemailt habe.

    Was müssen wir Luxemburger uns noch alles gefallen lassen?
  • DUESSELDORF GUY meint:
    19.03.2009, 14:07 Uhr
    @ alle:
    Das heutige Polit-Deutschland beklagt sich über den Zuwachs von braunem Gedankengut in den eigenen Grenzen!
    Wie soll denn solches Gedankengut abnehmen, wenn deutsche Politiker à la Müntefering und Konsorten solches "Säbelrasseln" gegenüber Nachbarländern aussprechen?
    Sind solche Äusserungen nicht gleich schlimm wie Judenverfolgung?
    Wie der Herr so s'Gschärr...!?
  • Martin Friedrichs meint:
    19.03.2009, 12:37 Uhr
    Hat der Herr Müntefering das mit den Soldaten wirklich gesagt...? Na ja, ist halt nicht mehr der Jüngste, der eine wird früher senil, der andere halt später....

    Man muß aber auch Verständnis für die Gier nach Steuergeldern des deutschen Staates haben, er muß ja jetzt alle Firmen retten, die früher trotz hoher Gewinne jeden Steuercent (-oder Pfennig)vermieden haben wie die Pest die Cholera.
  • Kersch Guy meint:
    19.03.2009, 10:11 Uhr
    Zum Treffen der Finanzminister sollte Herr Junker Herrn Steinbrück den Kommentar von Klaus Vogel, "Klaus Vogel on Double Taxation Convention" schenken. Darin könnte er dann nachlesen, wie der Informationsaustausch funktionnieren sollte und könnte, unter Berücksichtigung nicht nur der Doppelbesteuerungsabkommen, sondern auch der andern fiskalrelevanten Verträge, die in Europa geschlossen wurden und wie Deutschland und andere Länder diese Verträge anwenden. Der Kommentar über den Informationsaustausch selbst umfasst nur 60 Seiten. Seine Lektüre wäre auch dahingehend interessant, dass Herr Steinbrück lernen würde, dass er als deutscher Finanzminister nicht über dem Gesetz steht und einseitig anderen Ländern seinen politischen Willen aufzwingen kann, sondern Verträge respektieren muss, auch wenn deren Inhalt heute vielleicht für ihn unzufriedenstellend sind.
  • Nico MICHELS meint:
    19.03.2009, 10:06 Uhr
    NEIN, DANKE, MÜNTEFERING !

    Ihre Aussage „früher hätte man in ein Steuerparadies Soldaten geschickt“ ekelt mich an.

    Zweimal im vergangenen Jahrhundert hat Ihr Vaterland Soldaten nach Luxemburg geschickt: einmal 1914 und einmal 1940. Informieren Sie sich mal darüber wie viel Leid diese Soldaten dem Luxemburger Land und seiner Bevölkerung angetan haben.

    Nehmen Sie zur Kenntnis dass wir Luxemburger gerne auf einen nochmaligen Besuch Ihrer „Vaterland-Verteidiger“ verzichten; seit dem 10. September 1944 stehen wir sowohl militärisch wie politisch nicht mehr unter Deutschem Kommando!

    Schämen sollten Sie sich, dass Sie im 21. Jahrhundert noch solches Gedankengut in Ihrem Kopf tragen!

    Wissen müssten Sie, dass der Finanzplatz Luxemburg im Einklang mit der Europäischen „Richtlinie 2003/48/EG des Rates vom 3. Juni 2003 im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen“ funktioniert, und somit keinesfalls als Steueroase bezeichnet werden kann.

    Wissen müssten Sie auch, dass das Fundament der Luxemburger Steuer-Gesetzgebung in der Zeit, als Luxemburg Mitglied im Deutschen Zollverein war, zementiert wurde, und diese in ihren Grundsätzen nicht erheblich vom Deutschen Steuerrecht abweicht; somit ist Luxemburg kein grösseres Steuerparadies als es die Bundesrepublik Deutschland ist!

    Tragen Sie für Ihre unverzeihlichen Aussagen alle sich aufdrängenden Konsequenzen!

    Dësen oppenen Bréif hun ech haut un den Franz Müntefering gemailt, mat Copie un den Lëtzebuerger Aussenminister.
  • Volker Schneider meint:
    19.03.2009, 09:45 Uhr
    Ich als deutscher und bekennender Jean-Claude Junker Fan muss sagen, dass sich die deutschen Politiker mit Ihren Aussagen nicht gerade mit "Ruhm hier in Luxemburg bekleckern"!
    Ich kann voll und ganz die Auffassung von Herrn Juncker nachvollziehen und hoffe das Luxemburg seinen Standpunkt bezüglich Bankgeheimnis etc. weiterhin so gut vertreten kann.
    Da muss man wohl voll auf das gute Verhandlungsgeschick und die Argumentationssicherheit von Jean-Claude Juncker vertrauen.
    Deutschland bräuchte so einen "Mann des Volkes" wie JCJ und nicht polemische Parteisoldaten aus SPD und CDU.
  • Jean-Claude Beneké meint:
    19.03.2009, 09:22 Uhr
    Die Worte von Herrn Muentefering kommentieren sich von selbst...vielleicht sollte unser Herr Aussenminister wieder mal ein Show Cooking mit seinen sozialistischen Freunden von jenseits der Mosel zelebrieren um die bedauerlichen Missverstaendnisse vor laufender Kamera aus der Welt zu schaffen? Deutscher Riesling zu Judd mat Gaardebounen...
  • Kersch Guy meint:
    19.03.2009, 08:26 Uhr
    Herr Müntefering hat Recht: früher hat Deutschland Soldaten in Steuerparadiese und neutrale Länder geschickt, um auch da die Heuschrecken und anderes Rattengesindel auszumerzen. Aber früher war das anders, da waren die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht. Heute sind die Herren Müntefering und Steinbrück nur noch deutsche Sozialisten, doch das nationale Element, das noch immer in ihren Köpfen spuckt, ist noch nicht verschwunden, deshalb die freudschen Ausrutscher.
    Da hilft leider auch kein langes Telefongespräch.