Bürgermeisterwahl
24.10.2008 15:46 Uhr, aktualisiert 24.10.2008 15:49 Uhr

New York erlaubt Bloomberg weitere Kandidatur

Heftig umstrittene Abstimmung im New Yorker Stadtrat

(dpa). - New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg (66) darf für eine dritte Amtszeit kandidieren und könnte damit die Geschicke der Millionenmetropole bis 2014 leiten. Das ist das Ergebnis einer heftig umstrittenen Abstimmung im New Yorker Stadtrat, gegen die am Freitag bereits zwei Klagen vorlagen. Das Votum im Rathaus war am Donnerstag mit 29 zu 22 Stimmen denkbar knapp ausgefallen. Schon tags zuvor hatten zehn Lehrer sowie in einer gesonderten Klage zwei Mitglieder des Stadtrates angekündigt, die Entscheidung vor Gericht anfechten zu wollen.

Freigabe einer möglichen dritten Amtszeit ist umstritten

Außer dem parteilosen Finanzmogul steht es nach der Abstimmung auch der Mehrheit der 51 New Yorker Stadträte frei, im November 2009 nach acht Amtsjahren für weitere vier Jahre zu kandidieren. Die von Bloomberg initiierte Freigabe einer möglichen dritten Amtszeit ist vor allem deshalb so umstritten, weil die Beschränkung auf zwei Legislaturperioden erst 1993 mit einem Volksentscheid eingeführt und 1996 nochmals durch ein Bürgervotum bekräftigt worden war. Allerdings muss die Entscheidung des Stadtrates noch von der Zivilrechtsabteilung des Justizministeriums in Washington befürwortet werden, bevor sie in Kraft treten kann.

Bloomberg: New York braucht erfahrene Führungsspitze

Bloombergs Widersacher werfen ihm vor, die Demokratie auszuhebeln. Der Bürgermeister selbst begründet sein Streben damit, dass New York wegen der schwierigen Zeiten durch die Finanzkrise unbedingt eine erfahrene Führungsspitze brauche.

Bloomberg, der Sohn einer einfachen jüdischen Familie, hat aus eigenen Mitteln den nach ihm benannten Finanzdatenkonzern Bloomberg LP aufgebaut. Er gilt als einer der reichsten Männer Amerikas. Seit 2002 steht er für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar pro Jahr als Nachfolger des legendären Law-and-Order-Manns Rudolph Giuliani an der Spitze der Stadt. Lange wurde erwartet, dass er als unabhängiger Überraschungskandidat ins Rennen ums Weiße Haus ziehen könnte.