(jw/C.) - Am Montag ist der Kaufprozess zur vollständigen Übernahme der in Luxemburg ansässigen Privatbank Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank endgültig abgeschlossen worden. Das teilte die Presseabteilung von Sal. Oppenheim jr. & Cie. S.C.A. am Montag mit.
Ob die Bank ihren Firmensitz in Luxemburg behalten wird, ist laut einem Bericht aus dem “Handelsblatt” nicht sicher. Dieser stehe wegen Änderungen im Geschäftsmodell des neuen Besitzers zur Disposition. Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann will sich demnach auf den deutschen Markt konzentrieren und damit die Politik der internationale Expansion aufgeben.
Über das nun abgeschlossene Kaufgeschäft der Deutschen Bank erklärte Wilhelm von Haller, Vorsitzender des Vorstands von Sal. Oppenheim: „Wir freuen uns sehr, dass unserer Eigenständigkeit auch unter der neuen Eigentümerschaft sichergestellt ist. Damit geht unser Bankhaus gestärkt aus dieser Phase des Umbruchs hervor.“ Sal. Oppenheim wird als eigenständige Bank mit Konzentration auf die integrierte Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden innerhalb der Deutschen Bank Gruppe weitergeführt.
In einem weiteren Schritt wurde der Vorstand erweitert. Neben Wilhelm von Haller, Dr. Wolfgang Leoni und François Pauly verstärken Jürgen Dobritzsch und Jürgen Fiedler ab sofort das Management der Bank. Dobritzsch wird dabei als Finanzvorstand u. a. die Bereiche Finanzen und Controlling verantworten. Fiedler übernimmt als Risikovorstand die Leitung des Risikomanagements.
Vor drei Jahren hatte die Bank Sal. Oppenheim ihren Firmensitz von Köln nach Luxemburg verlegt, um von dort aus die internationale Expansion voranzutreiben. Im Laufe der Finanzkrise war es zu einer Schieflage gekommen, die die größte deutsche Bank zu einer Übernahme ausnutzte. Die Deutsche Bank verschaffte sich damit Zugang zu einer Sparte, die bislang in ihrem Sortiment fehlte: die Privatbankiers. Zu den Kunden der einst von dem jüdischen Kaufmann Salomon Oppenheim gegründeten Bank gehören unter anderem die Industriellen Oetker und die Metro-Besitzer Haniel.