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Partnerschaftsabkommen
11.03.2010 09:21 Uhr

SES stiftet neuen Uni-Lehrstuhl

Satellitenbetreiber investiert über sechs Jahre 2,1 Millionen Euro in die Forschung



Foto: Marc Wilwert
Sie besiegelten am Mittwoch das bislang ehrgeizigste Abkommen der Universität: Romain Bausch, CEO und Präsident von SES, SES-Verwaltungsratspräsident René Steichen, Uni-Rektor Rolf Tarrach und Björn Ottersten, Direktor des SnT (v.l.n.r.).

(aho) - Der Satellitenbetreiber SES und die Universität Luxemburg haben am Mittwoch ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Das Betzdorfer Unternehmen wird über die kommenden sechs Jahre insgesamt 2,1 Millionen Euro investieren. 600 000 Euro fließen in gemeinsame Projekte mit dem „Interdisciplinary Center for Security, Reliability and Trust“ (SnT) der Universität.

1,5 Millionen Euro sind für die Gründung eines Lehrstuhls für Weltraum-, Telekommunikations- und Medienrecht vorgesehen. Romain Bausch, CEO und Präsident von SES, nannte den Vertrag einen wichtigen Baustein, um Luxemburg als Zentrum von Innovation und Kompetenz für Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich der Satellitensysteme zu positionieren.

Es ist das fünfte Stiftungsabkommen für einen Lehrstuhl, das die Universität Luxemburg unterschrieben hat. In der juristischen Kombination einzelner Kompetenzen im Weltraumrecht und im Medienrecht liege das Besondere des neuen Lehrstuhls, den es in einer solchen Form weltweit noch nicht gebe, betonte Universitäts-Rektor Rolf Tarrach. Mit der Suche nach einem Kandidaten für die Professur werde jetzt begonnen. Sobald das Profil definiert worden sei, könne die internationale Ausschreibung beginnen.

Suche nach einem Professor

Der Startschuss für den speziellen Lehrauftrag an der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften soll spätestens am 1. Januar 2011 fallen. Dann wird intensiv an rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen im Weltraum-, Telekommunikations- und Medienrecht gearbeitet. Praktische Forschungsarbeiten z.B. auf dem Gebiet der Satelliten-Anwendungen, im Bereich von hybriden Satellitennetzwerken sowie Transmissions- und Empfangstechniken sind schon angelaufen.

Die Federführung für die Forschungsprojekte hat das vor einem Jahr gegründete SnT unter der Leitung von Björn Ottersten. Das Zentrum fördert insbesondere den interdisziplinären Austausch zwischen den wichtigsten Feldern der Informations- und Kommunikationstechnologie. SES ist über einen Beirat in die Projektauswahl involviert. Es gebe eine fünfköpfige Steuerinstanz, in der zwei Mitglieder des SnT und drei Vertreter des Satellitenbetreibers sitzen würden. Zu den ersten konkreten Aufträgen gehört laut Martin Halliwell, Präsident von SES Engineering und Mitglied in der Steuerinstanz, z.B. die Entwicklung kleinerer Antennen für die Satellitensteuerung.

Ein anderes Gebiet betreffe die Satellitenkontrolle im All, wo sich durch eine bessere Konfiguration der Erdtrabanten neue Möglichkeiten ergeben könnten. SES sieht das Investment als Teil seiner in den Statuten festgeschriebenen gesellschaftlichen Verantwortung. Das börsennotierte Unternehmen hat allerdings auch konkretes Interesse an den Forschungsergebnissen für die Weiterentwicklung seiner Aktivitäten, wie SES-Verwaltungsratspräsident René Steichen hervorhob. Die Partnerschaft mit der Universität diene außerdem der Weiterbildung sowie der möglichen Rekrutierung neuer Mitarbeiter in der Satellitenbranche, unterstrich Steichen. 2015, wenn das Partnerschaftsabkommen ausläuft, werden Universität und SES Bilanz ziehen.

„Wir werden die Kooperation genau analysieren und dann entscheiden, ob sie beendet wird oder weitergeführt werden kann“, betont Tarrach. SES werde ebenfalls die Ergebnisse prüfen. „Wir sind grundsätzlich interessiert, die Partnerschaft auch über 2015 hinaus fortzusetzen“, meinte Bausch.

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