(jot) - Die Bekleidungsbranche in Luxemburg hat das Krisenjahr 2009 gut überstanden. 51 Prozent der Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte konnten ihren Umsatz laut einer Untersuchung des Modeverbandes im Vergleich zu 2008 steigern. Wort.lu hat sich mit Françoise Schlink von der „Confédération luxembourgeoise du commerce“ über die Situation im Textilhandel unterhalten.
„Die Ängste der Einzelhändler vor einem Einbruch der Verkaufszahlen im Zuge der Finanzkrise haben sich als unbegründet erwiesen. Am Anfang des Jahres war bei den Kunden noch eine gewisse Verunsicherung zu spüren, der Abschluss des Geschäftsjahres verlief jedoch sehr erfolgreich“, betont Françoise Schlink. „Die Leute sparen eher in anderen Bereichen als beim Kauf von Kleidung“.
Die Bekleidungsbranche habe sich als sehr stabil erwiesen. „Das Modegeschäft kennt keine Boomzeiten wie beispielsweise der Bankenbereich. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt es aber auch weniger starke Gewinneinbrüche“, erklärt die Expertin von der clc. Sie weist darauf hin, dass die Bekleidungsbranche Anpassungsbereitschaft und Besonnenheit im Krisenjahr an den Tag gelegt habe: „Die Mehrheit der Einzelhändler hat darauf verzichtet, Angestellte zu entlassen, auch wenn die Geschäfte teilweise schleppend verliefen.“
Die Untersuchung der clc habe auch ergeben, dass die Einzelhänder im Allgemeinen nicht an der Preisschraube gedreht hätten. Sie haben Schlink zufolge vielmehr die Kundenberatung ausgebaut. „Es stellt sich immer wieder heraus, dass viele Kunden großen Wert auf eine individuelle Beratung legen. Sie wollen nicht anonym einkaufen, sondern ein paar Sätze mit den Verkaufspersonal wechseln.“