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Weltwirtschaft
06.03.2010 10:27 Uhr

China skeptisch über globale Erholung

Inländischer Konsum soll weiter angekurbelt werden


Entladung von Kohlelieferung in Rizhao
Foto: dpa
China will in diesem Jahr ein Wachstum von acht Prozent erreichen, Experten rechnen mit einem noch größeren Anstieg.

(dpa) - China warnt vor Ungewissheiten bei der Erholung der Weltwirtschaft. Der neue Exportweltmeister rechnet frühestens in zwei bis drei Jahren mit einer Rückkehr seiner Ausfuhren auf das Niveau am Beginn der Krise.

Der Wechselkurs des Yuan soll stabil gehalten werden, doch werden "gewisse Feinabstimmungen" in der Zukunft nicht ausgeschlossen. Auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking äußerten sich die obersten chinesischen Wirtschaftslenker am Samstag skeptisch über den wirtschaftlichen Aufschwung in China und dem Rest der Welt. China will weiter den inländischen Konsum ankurbeln, um seine Exportabhängigkeit zu verringern und die Wirtschaft zu beleben.

Im Streit mit den USA und der EU über Chinas unterbewertete Währung räumte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan ein, seit Beginn der Finanzkrise den Wechselkurs anders verwaltet zu haben. China werde sich "früher oder später", wenn die Zeit reif sei, davon wegbewegen. "Wir sollten nicht die Möglichkeit gewisser Feinabstimmungen in dieser Politik als Reaktion auf veränderte wirtschaftliche Szenarien ausschließen." China lehne eine Politisierung der Wechselkursfrage ab, sagte Zhou Xiaochuan. Aus Sicht der USA und der EU hält China den Wert des Yuan künstlich niedrig und schafft sich so Handelsvorteile.

China strebt im Jahr 2010 Wachstum von acht Prozent an

Nach dem krisenbedingten Rückgang der Ausfuhren im vergangenen Jahr um 16 Prozent ist es aus Sicht von Handelsminister Chen Deming noch zu früh, für dieses Jahr wieder einen Anstieg vorherzusagen. "Auch wenn Chinas Ausfuhren seit Anfang des Jahres wieder Bewegung zeigen, wird es zwei oder drei Jahre dauern, um wieder das Niveau von 2008 zu erreichen, weil Ungewissheiten in der globalen Erholung bleiben." 90 Millionen Chinesen hingen an der Exportwirtschaft. Finanzminister Xie Xuren versicherte, China wolle mehr einführen und ein Gleichgewicht zwischen Import und Export erreichen. Die Entwicklung der heimischen Nachfrage habe "enormes Potenzial".

China hat die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut bewältigt und 2009 sogar 8,7 Prozent erreicht. In diesem Jahr wird ein Wachstum von acht Prozent angestrebt, doch rechnen Experten dank massiver Staatsausgaben und einer hohen Kreditvergabe sogar mit einem größeren Anstieg. Zentralbankchef Zhou Xiaochuan bekräftigte, die "angemessen lockere Geldpolitik" fortsetzen, gleichzeitig aber aufmerksam die Inflation beobachten zu wollen. Die Kontrolle der Preisentwicklung werde in diesem Jahr aber sehr schwierig werden.

Der Aufschwung steht nach seiner Einschätzung auf schwachen Füßen. "Es gibt auf dem Weg noch viele Unwägbarkeiten", sagte Zhou Xiaochuan. "Die Erholung hat sich noch nicht ausreichend durchgesetzt." China werde vorsichtig sein, den Zeitpunkt für das Auslaufen seines Konjunkturprogramms zu wählen. Er verwies auch darauf, dass die Gruppe der 20 führenden Industrienationen (G20) gewarnt habe, die Stimulus-Programme zu früh zu beenden.

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