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Aktuelle Studie
09.02.2010 15:04 Uhr

Immer noch dunkle Wolken über Immobilienmarkt

PricewaterhouseCoopers berichtet von anhaltender Skepsis bei Investoren



Foto: Charles Caratini
Der europäische Immobilienmarkt ist auf dem Weg der Erholung - auch wenn diese noch lange dauern kann.

(vb) – Auf dem europäischen Immobiliensektor hält das Zähneknirschen an. Weitaus länger als gedacht sind die Folgen der Finanzkrise spürbar. Eine aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers berichtet von anhaltender Nervosität der Investoren. Doch es gibt Lichtblicke.

Nach einem angsterfüllten Jahr 2008 im Immobiliensektor und dem Krisenjahr 2009 könnte dieses Jahr die erwünschte Stabilisierung bringen, meint Amaury Evrard, Real Estate Leader bei PricewaterhouseCoopers Luxemburg. Ein weiteres Absinken der Preise sei nicht festzustellen. "Wir sehen stattdessen vorsichtige Käufe und eine Rückkehr von verhaltenem Optimismus."

Langfristig seien die Aussichten für die europäischen Wirtschaftsmetropolen gar nicht so schlecht, geht aus der siebten Auflage der Untersuchung "Emerging Trends in Real Estate" hervor, die PwC zusammen mit dem "Urban Land Institute" verfasst hat. Aussichtsreich seien München, Hamburg, Paris und London, aber auch Luxemburg.

Die Hauptstadt des Großherzogtums taucht zwar nicht explizit in der Studie auf, die Verfasser führten aber Interviews mit Luxemburger Akteuren durch. Das Fazit: Zwar konnte sich Luxemburg-Stadt dem europäischen Trend nicht widersetzen, so dass auch hier Preise und Mieten sanken, besonders bei Büroflächen. Dennoch, so der Konsens der Befragten, ziehe sich der Standort besser aus der Affäre als viele andere Städte – dank vergleichsweise geringer Arbeitslosigkeit und weniger Leerstand als anderswo. "Trotz alledem meinen die Akteure, dass sich die schwierige Phase fortsetzt", sagt Kees Hage, Global Real Estate Leader bei PwC und Mitverfasser der Studie, und fügt hinzu: "Der Schneesturm ist vorüber, doch wir haben immer noch ziemlich schlechtes Wetter."

Banken kontrollieren den Markt

In den nächsten Jahren wird laut der Studie Qualität gefragt bleiben, während sich 1b-Lagen und veraltete Bausubstanz schlecht vermarkten lassen. Die Investoren bevorzugen einfache Investment-Stories. In der Gunst der Immobilienfonds und anderer großer Akteure liegen Büroimmobilien in repräsentativen Innenstadtlagen ganz vorne. Auch für Ladengeschäfte und vermietete Wohnimmobilien seien die Aussichten gut. Schlechter würden die Perspektiven von Industrieflächen und Hotels eingeschätzt.

Eine dominierende Rolle auf dem Immobiliensektor spielen nach wie vor die Banken. "Sie kontrollieren durch ihre Kreditvergabe sowohl Angebot als auch Nachfrage", erklärt PwC-Tax Partner David Roach. Nur sichere Projekte mit einer niedrigen Finanzierungsquote hätten eine Chance auf Realisierung. Süffisant merkte Roach an: "Die Kunden werden derzeit bestraft für die Probleme, die die Banken haben." Die Aussichten für Immobilienfonds, für die Luxemburg ein wichtiger Standort ist, hätten sich jedoch verbessert. Gerade Fonds made in Luxembourg würden geschätzt, denn viele Anleger seien skeptisch geworden gegenüber Fonds, die in Steuerparadiesen aufgelegt werden.

Ihre Meinung zum Thema

( 2 )
  • Matthias Reinhardt meint:
    10.02.2010, 19:06 Uhr
    Wenn ich mir die Immobilienpreise hier so anschaue, ist es noch immer unglaublich teuer und für Normalverdiener leider unbezahlbar :-(
  • Jay Anders meint:
    09.02.2010, 15:44 Uhr
    Liebe Mitbürger, haben Sie verstanden wie es nun um den Luxemburger Immobilienmarkt steht ??? Ich habe nur verstanden dass der Schneesturm zwar weg ist, aber immer noch dunkle Wolken und schlechtes Wetter bleiben. Und das ist die Schuld der Banken.