Griechenland kommt mehr und mehr unter Druck, sein Haushaltsdefizit maßgeblich zu reduzieren. Dieses Jahr hat der Mittelmeerstaat das größte Haushaltsdefizit aller 27 Staaten der Europäischen Union vorzuweisen. Es wird befürchtet, dass es Griechenland auf Dauer nicht gelingen wird, seinen Schuldenberg in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund hat die Agentur Fitch diese Woche die Bonität Griechenlands zurückgestuft. Dies könnte ziemlich ernste Konsequenzen für die griechischen Staatsfinanzen haben. Sollte die Europäische Zentralbank wieder ihre Prozeduren anwenden, die vor der Finanzkrise üblich waren, so würden die Anleihen des griechischen Staates nicht mehr als Pfand angenommen. Dies hätte wiederum zur Folge, dass es für Griechenland und seine Banken noch schwieriger werden wird, sich Geld zu leihen. Die Bonitätsrückstufung erschwert erheblich die Lage seines des angeschlagenen Finanzhaushaltes. Da Griechenland die europäische Gemeinschaftwährung eingeführt hatte, hat dies wiederum ernste Konsequenzen für die gesamte Eurozone. Dementsprechend haben die Märkte misstrauisch reagiert. Einerseits ist es undenkbar, dass ein Mitglied der Eurozone in Verzug gerät, andererseits könnte eine „Rettung“ Griechenlands die Staatskassen der anderen Länder erneut teuer zu stehen kommen.
Der mögliche Zahlungsverzug Dubais schien letzte Woche weniger ernst zu sein, als es zunächst befürchtet wurde. Diese Woche wurde die Situation im Mittleren Osten aber wieder dramatischer. Die Aktien des Staates Dubai fielen in vier Tagen um rund 20%. Zum Ende der Woche hatte sich die Lage zwar wieder etwas beruhigt, doch der Zahlungsverzug der zwei sich im Staatsbesitz befindenden Firmen Dubai World und Nakheel scheint immer wahrscheinlicher. So musste Nakheel diese Woche zum Beispiel einen Verlust von 3,65 Milliarden US-Dollar für das erste Halbjahr mitteilen. Einige Analysten befürchten jetzt sogar, dass es auch die Firma des Machthabers von Dubai treffen könnte. Barclays glaubt, dass es zur Restrukturierung der Schulden der sogenannten Dubai Holding kommen könnte.
Die Zahlen des amerikanischen Arbeitsmarkts fielen diese Woche gemischt aus. Im Vergleich zur Vorwoche beantragten 17.000 Menschen mehr die Arbeitslosenhilfe zum ersten Mal. Allerdings fiel die Durschnittszahl der Leute, die in den letzten vier Wochen erstmals die Sozialleistungen in Anspruch nahmen, auf ihren Jahrestiefstand. Dies wurde als Zeichen dafür verstanden, dass die amerikanische Wirtschaft wieder Vertrauen zu gewinnen scheint und dass möglicherweise wieder ganz langsam Arbeitsstellen geschaffen werden.
Die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve, veröffentlicht einmal pro Monat das Volumen der offenen Verbraucherkredite in den USA. Seit neun Monaten ist dieses Volumen rückläufig. Im Monat Oktober betrug das Gesamtvolumen 2,48 Billionen Dollar, was ein Minus von 3,51 Milliarden bedeutet. Analysten waren von einem Rückgang von 9,3 Milliarden Dollar ausgegangen. Nichtsdestotrotz gibt diese Zahl Anlass zur Hoffnung, dass die Konsumenten wieder etwas mehr Vertrauen in die Wirtschaft gewonnen haben.
Der November war ein guter Monat für den amerikanischen Einzelhandel. Nach einem Zuwachs von 1,1% im Vormonat konnte er nun einen Sprung von 1,3% verzeichnen. Viele große Supermarktketten konnten die Kunden mit starken Rabatten anziehen. Zudem kauften die Amerikaner auch ohne staatliche Hilfen weiterhin neue Autos. Diese Zahlen waren deutlich besser als erwartet und gaben den Märkten schon jetzt die Hoffnung auf einen starken Weihnachtsmonat.
Die japanische Regierung war noch vor zwei Monaten von einem Wirtschaftswachstum von 4,8% für das dritte Quartal ausgegangen. In Wirklichkeit lag das Wachstum aber nur bei 1,3%. Dieser Rückgang ist im Kontext von wachsender Angst vor dem Deflationsgespenst, einer schwachen inneren Nachfrage und einer steigenden heimischen Währung zu sehen.
Aus dem Land der aufgehenden Sonne kamen diese Woche sehr gute Wirtschaftszahlen. Die Industrieproduktion stieg im Monat November auf Jahressicht um 19,2%, der schnellste Anstieg seit September 2007. Der Konsumentenpreisindex stieg erstmals seit neun Monaten Rückgang um 0,6%. Die Importe stiegen auf Jahresbasis um 26,7%. Lediglich die um 1,2% fallenden Exporte mahnen Regierung und Investoren zur Vorsicht.
Am Anfang der Woche waren die Börsen noch von den US-Arbeitslosenzahlen des vorigen Freitags beflügelt. Im Laufe der Woche bereiteten die Ungewissheiten um Dubai und die Haushaltsdefizite, unter anderem das von Griechenland, den Investoren Kopfzerbrechen. Am Ende der Woche gab es dann wieder einen positiven Kick, da China mit beneidenswerten Wirtschaftszahlen glänzte. Sowohl der DJ Eurostoxx50 als auch der S&P500 beenden die Woche größtenteils unverändert. Nach Gewinnmitnahmen stabilisiert sich das Gold bei 1135 US-Dollar pro Feinunze. Der Ölpreis kam auch ein bisschen unter Druck und notiert leicht über 70 Dollar das Fass. Der Euro verlor gegenüber dem Dollar ein wenig an Wert und notiert bei 1,4730 Dollar nach 1,49 Dollar am Anfang der Woche.