Die US-Earningsseason für das dritte Quartal ist abgeschlossen, und somit verpufft der börsentreibende Impuls positiv überraschender Firmenergebnisse. Die Marktteilnehmer richten die Augen nach vorne, neue Impulse müssen her, und der Herzschlag jener Impulse war diese Woche eher schwach. Neue Konjunkturdaten weisen darauf hin, dass die Rezession zwar überstanden scheint, jedoch enttäuscht die Tragweite der augenblicklichen wirtschaftlichen Erholung. So gab die Federal Reserve aus dem Bundesstaat New York bekannt, dass der Empire-State-Index von 34,6 Punkten im vorigen Monat auf 23,5 Punkte im November gesunken ist. Volkswirte hatten wohl mit einer Abschwächung des Index gerechnet, lagen jedoch mit einer Prognose bei 30 Punkten deutlich über dem veröffentlichten Index.
...gaben keinerlei Anlass zu Euphorie. Im Oktober kletterten die Umsätze um lediglich 0,2 Prozent, während Experten von 0,4 Prozent ausgegangen waren. Einschließlich der Neuwagenverkäufe sehen die Zahlen deutlich besser aus. Danach sind die Umsätze auf Monatssicht um 1,4 Prozent gestiegen, teilte das US-Handelsministerium am Montag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Allerdings sind die Zahlen durch die laufende Abwrackprämie und den dadurch nach oben geschnellten Autoverkäufen verzerrt. Im September waren die Umsätze jedoch um revidiert 2,3 Prozent (zunächst: minus 1,5) gesunken.
Schlussendlich reihte sich die US-Industrieproduktion im November in die enttäuschenden Wirtschaftszahlen mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent ein anstelle der erwarteten 0,4 Prozent.
Die Wohnbaubeginne lagen mit 530.000 Wohnungen deutlich unter den erwarteten 600.000 Einheiten und verdarben somit die Laune der Anleger.
Dagegen kommen im Moment keine inflationären Sorgen auf: Die Produzentenpreise stiegen im Oktober nur um 0,3 Prozent. Die Teuerung fiel damit etwas geringer aus als die prognostizierten 0,5 Prozent. Klammert man Lebensmittel- und Energiepreise aus, verteuerten sich die Waren dagegen stärker als vorausgesagt: um 0,6 Prozent gegenüber dem erwarteten Plus von 0,1 Prozent. In Zukunft dürfte laut Experten der Inflationsdruck auch nicht weiter aufkeimen. Ursache hierfür bleiben der immer noch sehr schwache Arbeitsmarkt und eine niedrige Kapazitätsauslastung (liegt im Moment bei +/- 71 Prozent)
Hybride Anleihen sind nachrangige Wertpapiere, die mit hohen Kupons ausgestattet sind. Die Banken zahlen diese hohen Zinsen, um die Papiere angesichts ihrer hohen Risiken attraktiver zu machen. Hybride Anleihen sind eine Alternative zur Kapitalerhöhung, um das Eigenkapital zu stärken. Somit sind die Kupons auch nicht 'garantiert', müssen also nicht gezahlt werden. Nicht gezahlte Kupons werden auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgezahlt. Inhaber von hybriden Papieren werden im Falle einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners erst nach allen anderen Gläubigern bedient – eben nachrangig. Die Ratingagentur Moody's überprüft diese Anleihen, und man kann davon ausgehen, dass die Bonität dieser Anleihen um zwischen 2 und 4 Stufen gesenkt werden könnte.
Leichten Druck auf die europäische Gemeinschaftswährung übte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet aus, der in einem Zeitungsinterview sagte, einige Länder in der Euro-Zone seien bereits nahe daran, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Angesichts der vielfach ausufernden Staatsverschuldung las er ihnen die Leviten. "Wer bei der mittelfristigen Konsolidierung der Finanzen nicht glaubwürdig ist, hemmt die Erholung schon jetzt", sagte der EZB-Chef der Zeitung "Le Monde" am Dienstag. Vor allem warnte Trichet davor, die Konsumenten durch einen unsoliden Haushaltskurs zu verunsichern. "Wenn Verbraucher kein Vertrauen in die mittel- bis langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen haben, werden sie weniger konsumieren und weniger investieren", mahnte Trichet und fügte an: "Der Erfolg der Erholung in Europa hängt vom Vertrauen der Investoren und der Kreditwürdigkeit der Staaten ab, die Anleihen begeben."
Die Laune der Anleger geriet ins Wanken, nachdem eigentlich keine der Wirtschaftszahlen den Markt so richtig beflügeln konnte. So verlor der DJ Eurostoxx50 rund 2%, der S&P500 1%. Das Edelmetall Gold konnte seinen Kurszuwachs der vergangenen Wochen weiterführen und schloss bei einem Plus von 3%. Das Öl hingegen war diese Woche äußerst volatil, schloss am Freitag aber eher schwächlich bei 76,5 Dollar pro Barrel.