CIT – einem der größten US-Mittelstandsfinanzier droht das Aus
Der seit Monaten schwer angeschlagene Mittelstandsfinanzierer CIT versuchte, sich von Verbindlichkeiten von über 5,7 Milliarden Dollar zu befreien, dies im Rahmen einer an die CIT-Gläubiger angebotenen Umschuldung. Der Milliardär und Investor Carl Icahn, selbst wichtiger CIT-Gläubiger gewährte dem Konzern zusätzlich einen Kredit von einer Milliarde, sollte ein über 4,5 Milliarden Dollar Kredit, von anderen Investoren gewährt, nicht ausreichen. Es sieht so aus, als ob das Geld auch zu einer geordneten Insolvenz dienen könnte. Tatsächlich musste die Firma anfangs der Woche das Chapter 11 US-Insolvenzverfahren einleiten.
Der chinesische Einkaufsmanagerindex ist so stark gewachsen wie seit 18 Monaten nicht mehr. Der Konjunkturbarometer liegt mit 55,2 Zählern deutlich über der 50er Marke, welches ein Zeichen robusten Wachstums ist. Vor allem zwei Faktoren tragen zu dieser eindrucksvollen Erholung bei:
ein 586 Milliarden Dollar Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung und eine von politischer Seite erzwungene massive Kreditvergabe der chinesischen Banken.
Die US-Wirtschaft scheint auf Expansionskurs. Der wichtige Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie lag im vergangenen Monat bei 55,7 Punkten - deutlich über den Prognosen der Volkswirte. Sie hatten mit einem nur leichten Zuwachs auf 53,0 Zähler gerechnet. Werte über 50 Punkten deuten auf eine Expansion des Wirtschaftssektors hin, Werte darunter zeigen eine Schrumpfung an.
Die Bauausgaben sind in den USA im Monat September überraschend gestiegen. So legte die Bautätigkeit um 0,8 % gegenüber dem Vormonat zu. Experten hatten einen leichten Rückgang der Ausgaben um 0,2 % befürchtet.
Auch die “schwebenden” Hausverkäufe (bevorstehende Immobilienverkäufe) stiegen deutlich um 6,1 %. Diese Zahl erlebt seit 8 Monaten einen ununterbrochenen Anstieg
Der einzige der drei großen US-Hersteller, der bislang ohne staatliche Stützungsmaßnahmen ausgekommen ist, hat im dritten Quartal erstmals seit dem ersten Quartal des Jahres 2008 operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich verdiente Ford im dritten Trimester 997 Millionen Dollar, was 0,29 Dollar je Aktie entspricht. Die durchschnittliche Schätzung der Analysten hatte bei einem Verlust in Höhe von 0,12 Dollar je Anteilsschein gelegen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag bei 161 Millionen Dollar gelegen.
Auch ohne die Abwrackprämie “Cash for Clunkers” haben GM und Ford (siehe oben) im Oktober mehr Autos verkauft. Auch Daimler, Volkswagen, Porsche und Toyota konnten mit besseren Verkaufszahlen überzeugen. Enttäuscht haben lediglich Chrysler und BMW.
Für 44 Milliarden Dollar kauft Warren Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway das US-Bahnunternehmen Burlington Northern Santa Fe. Analysten werten Buffets Engagement als Einstieg in das Kohlegeschäft, da Burlington diesen Rohstoff innerhalb der USA transportiert.
Das Angebot Buffets bescherte der Burlington-Aktie ein Kursfeuerwerk. Diese legte nach Bekanntgabe rund 31 % an Wert zu. Wie immer versucht der Investor frühzeitig, einen Wert zu heben, den die Börse noch nicht in den Kurs "eingepreist" hat. Die Übernahme ist eine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft der USA. "Ich liebe solche Wetten", sagte Buffett. Der Bahnverkehr auf der Schiene sei entscheidend für das künftige Wachstum Amerikas. "In 10, 20 oder 30 Jahren wird es mehr Leute geben, die mehr Güter transportieren."
Die UBS kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Die größte Schweizer Bank erlitt im dritten Quartal erneut einen Verlust von 564 Millionen Franken. Das ist zwar deutlich weniger als die 1,4 Milliarden Franken Defizit im gleichen Zeitraum des Vorjahres, doch hatten Analysten bessere Zahlen erwartet und lediglich mit einem Verlust von 337 Millionen Franken gerechnet. Die einst als größter Vermögensverwalter der Welt geltende UBS musste auch in ihrem Kerngeschäft weitere Rückschläge hinnehmen.
Der Nettoabfluss der verwalteten Gelder betrug noch 26,6 Milliarden Franken nach knapp 40 Milliarden Franken im zweiten Quartal. Im Geschäft mit besonders vermögenden Kunden (Wealth Management & Swiss Bank) erhöhte sich der Nettoabfluss sogar auf 16,7 Milliarden Franken, nach 16,5 Milliarden im Vorquartal. Er lag damit deutlich über den von Analysten erwarteten 9,5 Milliarden Franken. Die Investmentbank, die im zweiten Quartal noch einen Vorsteuerverlust von 1,85 Milliarden Franken zu verbuchen hatte, kam nun auf ein Minus von 1,37 Milliarden Franken.
Die größte französische Bank BNP Paribas meldete gute Resultate im dritten Quartal. So verdiente die BNP Paribas 45 % mehr im dritten Quartal als im zweiten. Die BNP Paribas Aktie legte seit Jahresbeginn rund 80 % an Wert zu.
Ebenfalls positiv waren die Quartalsresultate der zweitgrößten französischen Bank, der Société Générale, welche 426 Millionen Euro im dritten Quartal verdiente. Das Corporate und Investment Banking der Société Générale verdiente 133 Millionen Euro nach 240 Millionen Verlust im selben Quartal vor einem Jahr.
Etwas anderes hatten weder Volkswirte noch Investoren erwartet: Die amerikanische Notenbank Fed hält an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Die Leitzinsen bleiben bei Ihrem Rekordtief von 0 bis 0,25 %, die Liquidität also weiterhin billig. Bei der Bewertung der wirtschaftlichen Lage gab die Fed ihre vorsichtige Haltung nicht auf: “Das Tempo beim Abbau von Investitionen und Arbeitsplätzen habe sich verlangsamt, auch der private Verbrauch scheint anzuziehen. Die schwierige Lage am Arbeitsmarkt und die harten Kreditbedingungen belasteten den Konsum aber deutlich”, so die FED. Seit dem letzten Treffen habe sich die Lage an den Märkten kaum verändert, also weder zum Besseren noch zum Schlechteren. Als Fazit dieser Ansichten will die Fed die Zinssätze tief lassen bis die Arbeitslosigkeit sinkt und die Inflation sich zurückmeldet.
Seit Frühjahr dieses Jahres verharrt der europäische Leitzins bei 1 %. EZB-Chef Jean-Claude Trichet spricht zwar von einer konjunkturellen Erholung, verweist aber gleichzeitig auf den gedämpften Inflationsdruck in der Eurozone. Eine knappe Stunde vor der Entscheidung der EZB hatte die Bank of England bereits angekündigt, ihren Leitzins bei 0,50 % zu belassen und ihr Programm für Anleihekäufe um weitere 25 Milliarden Pfund aufzustocken um die langen Zinsen auch tief zu lassen. Diese Erhöhung ist die niedrigste der letzten drei Aufstockungen und die Analysten waren hier von 50 Milliarden ausgegangen. Beide Zentralbanken haben, im Kontrast zur amerikanischen Fed, auch jetzt damit begonnen ihre Rückzugsstrategie aus den verschiedenen Stimulusprogrammen zu planen. Die Bankchefs gehen davon aus dass die aktuelle Erholung nachhaltig sein könnte und dass die Finanzspritzen 2010 weniger benötigt werden würden.
Am Freitag konnte die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten die Befüchtungen der Fed bestätigen. Der Entschluss die Zinsen bis auf weiteres tief zu halten wird bekräftigt durch die immer steigende Arbeitslosigkeit, die bereits deutlich über der erschreckenden 10-%-Marke liegt. Allein im letzten Monat haben 190.000 mehr Leute außerhalb des Agrarsektors ihre Arbeitsstelle verloren.
Trotz des Drucks der Arbeitslosenzahlen am Freitag, konnten die Märkte die Woche positiv abschließen. Der europäische Eurostoxx 50 konnte ein Plus von rund 2 % vorweisen, beim amerikanischen S&P 500 waren es gut 3 %.
Das Ende der Earningseason sollte wohl die Märkte nicht mehr wesentlich beeinflussen, es sei denn es würden größere Überraschungen veröffentlicht werden. Mit Spannung werden wieder die Quartalszahlen einer Reihe von Banken erwartet. Der französiche Credit Agricole sowie die belgischen Dexia und KBC sollten positive Resultate vorweisen können. Beim italienischen Unicredito könnte es etwas enger werden. Auch andere Firmen könnten interessant werden, so zum Beispiel die Briten Imperial Tobacco und Vodafone oder die Amerikaner Wal-Mart und Walt Disney.
Im Bereich der wirtschaftlichen Statistiken sollte es eine etwas ruhigere Woche werden. In Deutschland wird der Index des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) publiziert. Er könnte diesmal gemischt ausfallen, leicht positiv was die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft angeht und etwas enttäuschender auf den Zukunftsperspektiven.
Ansonsten werden die europäische Industrieproduktion sowie die Inflation der Eurozone bekannt gegeben. Beide Werte sollten die aktuelle Erholung bestätigen. Die Firmen dürften leicht mehr produzieren als noch im Vormonat und die Inflation sollte weiterhin kein Problem darstellen.
In Amerika wird, außer der wöchentlichen Statistiken im Immobilien- und Arbeitsmarkt, hauptsächlich das monatliche Budget Defizit von Interesse sein.