(jw) - In Wien haben die fünf deutschsprachigen, europäischen Finanzminister am Donnerstagabend auf einer informellen Versammlung über die zukünftige Ausrichtung des Bankensektors beraten. An dem Gespräch nahm auch der Luxemburger Finanzminister Luc Frieden teil.
Es war die zweite Sitzung dieser Art, nachdem die Finanzminister aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg sich bereits im Februar im Großherzogtum getroffen hatten. Diesmal wurde vor allem zwei Diskussionspunkte behandelt. Zum einen ging es um eine Regelung zur Besteuerung der europäischen Banken. “Wir waren uns einig, dass wir absolut eine europäische Regelung brauchen”, sagte Luc Frieden im Interview mit Radio DNR. Allerdings gibt es ihm zufolge unterschiedliche Ansichten am Verhandlungstisch.
Deutschland bevorzugt seit längerem eine Bankensteuer, um den Steuerzahler vor einer möglichen weiteren Finanzkrise zu schützen. “Luxemburg ist nicht dagegen, es darf allerdings nicht zu Konkurrenzverzerrungen kommen”, sagte Frieden. Bislang liegen die Meinungen in dieser Sache seiner Beurteilung nach noch sehr weit auseinander. Außerdem wurde das Thema eines automatischen Informationsaustauschs zwischen den Banken angesprochen. “Wir haben eine Reihe von Argumenten ausgetauscht, sind allerdings in diesem Punkt nicht richtig vorangekommen”, resümierte Frieden.
In Sachen Informationsaustausch sei der Druck der 25 anderen EU-Länder auf Luxemburg weiterhin hoch, doch halte Luxemburg weiterhin an seinem Standpunkt fest, dass alle europäischen Länder, inklusive der Schweiz, bei einer solchen Regelung einbezogen sein müssen.