22.06.2010 15:57 Uhr, aktualisiert 22.06.2010 16:04 Uhr




Lebensmittel
Viel Wirbel um ein „Alkohol-Abbau-Getränk“
Führt luxemburgisches Unternehmen die Verbraucher hinters Licht?

Foto: AFP
Kritiker von "Outox" befürchten, dass das Getränk zum überhöhten Konsum von Alkohol ermuntert.

(jot) - Seit vergangenem Freitag ist im Internet ein Getränk namens Outox erhältlich, das angeblich den Abbau von Alkohol beschleunigen soll. Das Unternehmen Outox International, das die orangefarbene Brause herstellt und vertreibt, wurde im Dezember 2009 in Luxemburg gegründet.

Partyfreudige, die nach einer durchzechten Nacht ihren Promillewert senken wollen, müssen für das Getränk tief in die Tasche greifen: Rund 5,40 Euro kostet eine 250-Millimeter-Dose Outox im Internet. Das Erfrischungsgetränk mit Tutti-Frutti-Geschmack besteht laut Angaben des Herstellers aus kohlensäurehaltigem Wasser, Fruchtzucker, Säuerungsmitteln, Vitamin C, Aromastoffen, Stabilisatoren und Farbstoffen - ganz gewöhnliche Inhaltsstoffe also und nichts, was einen Kater bekämpfen könnte.

„Wir wollen die Konsequenzen von Alkohol abmildern“

„Wir wollen mit diesem Getränk dazu beitragen, dass die Konsequenzen von Alkoholkonsum abgemildert werden. Wir warnen jedoch auf jeder Dose vor Alkoholexzessen und raten den Leuten dazu, im Zweifelsfall nicht auf einen Alkoholtest zu verzichten“, erklärte Maurice Penaruiz, Generaldirektor von Outox, bei der Vorstellung des Getränks.

Wie der Outox-Effekt genau funktioniert, konnte er jedoch nicht erklären. Alkoholforscher sind ohnehin der Meinung, dass das Getränk überhaupt keine gesundheitsfördernde Wirkung hat. Kritiker befürchten nun, dass „Outox“ zum überhöhten Konsum von Alkohol ermuntert. Auf Druck des französischen Staatssekretärs für Handel, Hervé Novelli, hat die Firma inzwischen die Bezeichnung „safety drink“ von ihrem Produkt entfernt.

Verkaufsstart in Luxemburg noch unklar

Zurzeit ist das Getränk nur im Internet erhältlich. Maurice Penaruiz hat jedoch schon angekündigt, dass „Outox“ demnächst auch in Gaststätten, auf Tankstellen und in den Supermarktketten in Frankreich zum Verkauf angeboten werden soll. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wann das Getränk nach Luxemburg kommt.

Beim „Service de la sécurité alimentaire“ weiß man noch nicht, wann „Outox“ hierzulande auf den Markt kommt. Patrick Hau, der Leiter der Lebensmittelbehörde, hat sich allerdings schon eine klare Meinung zum neuen Produkt gebildet: „In letzter Zeit wurden viele Kampagnen gegen Alkolexzesse und Komasaufen gestartet. Die Markteinführung von Outox ist ein Schritt in die falsche Richtung.“

Hau kündigte an, dass im Falle einer Markteinführung in Luxemburg die Etikettierung des Produktes einer Prüfung unterzogen wird. Es müsse überprüft werden, ob die Behauptungen des Herstellers über die Wirkung des Getränkes der Realität entsprechen.

Ihre Meinung zum Thema

( 2 )
  • Europa Eureka meint:
    24.06.2010, 05:32 Uhr
    Wéi mir virun e puer Joeren nach um Tour woaren, wa mer zevill Alkohol gedronk haten, dann hu mer fetteg giess, wéi Mettwurschten asw a vill Waasser gedronk. Weess zwar och net ob dat eppes bruecht huet... op alle Fall besser wéi Chimie. Awer kee gehéiert dann hannert d'Steier. Fannen dei Kampagnen an Initiativen fir alkoholiséiert Leit heemzebréngen eng richteg gutt Saach, an hoffen datt d'Leit net un esou ee Blödsinn wéi Outox gleewen... well et wierkt jo bestëmmt net als Placebo.
  • M. Enders meint:
    22.06.2010, 20:53 Uhr
    Wann soueppes iwerhapt meijlech wär, hätten schon laang d'Pharmaindustrien dermat Suen gemach...