(vb) – Die Wirtschsaftskrise hat der Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL Einbrüche im Güter- und Personenverkehr beschert. "2009 war für uns ein ganz schlechtes Jahr", sagte Verwaltungsratspräsident Jeannot Waringo.
Trotz eines leicht erhöhten Umsatzes, der um 1,6 Prozent auf 586 Millionen Euro anstieg, erwirtschaftete die CFL einen Verlust in Höhe von 6,6 Millionen Euro, nach einem Gewinn 2008 von 11,5 Millionen Euro.
Jeannot Waringo führte die roten Zahlen auf einen "erschreckenden Rückgang" der Frachtaufträge zurück. Auch im Passagierbereich habe sich die Konjunkturflaute bemerkbar gemacht. In Zeiten des kriselnden Arbeitsmarktes seien weniger Berufspendler mit dem Zug gefahren. Trotzdem will die CFL die Verbindungen nicht ausdünnen und hofft auf ein Anziehen der Konjunktur. "Wir haben gesehen, dass unsere Strukturen gut sind", meinte Waringo.
Auf einigen Strecken werden die Verbindungen sogar ausgebaut. So bei der neuen Linie zwischen Thionville, Esch-Belval und Longwy, die nicht über den Luxemburger Hauptbahnhof fährt und hauptsächlich auf französischem Gebiet verläuft. Die Verbindung wird mit neuen Doppelstock-Triebwagen betrieben und soll ab September vier Mal täglich in beide Richtungen durchgeführt werden.
Im gesamten Jahr benutzten 17 Millionen Reisende die Züge und Busse der CFL, das sind 3,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. CFL-Direktor Alex Kremer sprach davon, dass man in nächster Zeit den Takt auf einigen Linien verstärken wolle. Zu diesem Zweck hat die CFL 22 Lokomotiven bestellt, von denen zwei schon geliefert wurden. Auf die Sicherheit in den Zügen legt die CFL großen Wert. Ein Team aus 25 Mitarbeitern eines privaten Wachdienstes und 25 Eisenbahnern soll Streit, Belästigungen von Fahrgästen und Gewalt an Bord verhindern.
Im Frachtsektor machte sich die Krise vor allem bei den Stahlprodukten bemerkbar. Auch die Transportnachfrage bei Erdöl und Baumaterial ging zurück. Im vergangenen Jahr sank die transportierte Tonnage um ein Viertel, der Umsatz brach um 19 Prozent ein.
Trotz des rückläufigen Geschäfts hat die CFL 200 neue Mitarbeiter eingestellt: Der Personalbestand stieg um 108 Beschäftigte auf 3646 Personen.