Finanzskandal
14.01.2009 18:39 Uhr

Banken stecken tiefer im Madoff-Strudel

(vb) – Die Luxemburger Banken sind offenbar in weit höherem Maße als angenommen von der Betrugsaffäre Madoff betroffen. Wie nach der Sitzung der parlamentarischen Finanzkommission am Mittwoch bekannt wurde, hätten die Kreditinstitute Kundengelder zwischen 5 und 7 Milliarden Dollar bei Madoffs Investmentfirma angelegt.

Dies wäre fast drei Mal so viel wie die Zahl von 1,9 Milliarden Dollar, die zuvor kursierte. Hauptsächlich seien die Schweizer Großbank UBS, das britische Geldhaus HSBC und die Luxemburger Sparkasse betroffen, letztere allerdings in geringem Ausmaß.

Thiel weist Vorwürfe zurück

Die CSSF überprüft, ob die Luxemburger Banken und Fondsgesellschaften in der Madoff-Affäre ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Madoff selbst schätzt den Schaden für seine Anleger auf 50 Milliarden Dollar. Laut Medienberichten, die sich auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen berufen, reichen die Betrügereien bis in die Siebzigerjahre zurück.

Der Präsident der Kommission, Lucien Thiel, wies außerdem die Vorwürfe der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zurück, die eine laxe Finanz-Gesetzgebung in Luxemburg angeprangert hatte. "Die Attacken sind nicht berechtigt. Das Fondsmanagement hierzulande läuft kaum anders ab als in Frankreich", sagte er.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Jean Hein meint:
    15.01.2009, 09:36 Uhr
    kan es denn sein daß das Fondsmanagement hierzulande genau so wie in Frankreich lax behandelt wird ? denn was in der Gesetzgebung steht wird noch lange nicht immer so eingehalten, ich denke daß in diesen Vorwürfen schon ein klein wenig Wahrheit steckt.