Mit dem XF ist die britische Traditionsmarke Jaguar endgültig in der Neuzeit angekommen. Dennoch darf der Anfang 2008 vorgestellte Nachfolger des glücklosen S-Type und somit Vertreter der oberen Mittelklasse als Neu-Interpretation aller inneren und äußeren Werte gelten, die seit jeher mit der britischen Premium-Marke in Verbindung gebracht werden. Das barocke Design ist fließenderen Linien gewichen, im Innenraum wechseln sich Holz- und Alu-Einlagen gekonnt ab.
Vier gleichermaßen bekannte und bewährte Motoren stehen für den 4,96 Meter langen und 1,87 Meter breiten XF bereit. Einstiegsmodelle sind der als „Luxury“- oder als „Premium Luxury“-Ausführung lieferbare 2.7 D und der 3.0 V6, die beide mit 46 850 Euro in der Preisliste stehen. Der 2.7D wird aber im Frühling durch einen 3,0-Liter-Diesel ersetzt, der in zwei Leistungsstufen geordert werden kann: mit 177 kW (240 PS) oder 202 kW (275 PS). In der Einstiegsversion verfügt der neue Twin-Turbo-Motor über ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern, der Verbrauch liegt laut Hersteller bei 6,8 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer, die stärkere Version mit 600 Newtonmeter benötigt bei gleichem Verbrauch 6,4 Sekunden für die Beschleunigung auf 100 km/h und erreicht ein Maximaltempo von elektronisch begrenzten 250 km/h.
Oberhalb der V6-Benziner und -Diesel rangieren zwei neue V8-Benziner mit Direkteinspritzung. Das 5,0-Liter-Aggregat ersetzt den bisherigen 4,2-Liter-V8-Motor mit Saugrohreinspritzung. In der Sauger-Variante leistet das neue Triebwerk 283 kW (385 PS), kombiniert mit einem Kompressor kommt es auf 375 kW (510 PS). Alle Motoren sind mit einer ZF-Sechs-Gang-Automatik gekoppelt, die nicht – wie üblich– über einen Wählhebel bedient wird, sondern über einen Drehknopf in der Mittelkonsole, der nach dem Anlassen des Motors via Start-Knopf aus der Mittelkonsole ausfährt und sich gewissermaßen an die Handfläche schmiegt.
Am oberen Ende der Jaguar Modellpalette stehen die Oberklasse-Limousine XJ und die als Coupé und Cabriolet lieferbare XK-Baureihe. Während die XJ-Karosserie die klassische Jaguar-Designsprache zitiert, betören die XK-Modelle – die jetzt ebenfalls über die neuen V8-Motoren verfügen – mit einem sportlichen GT-Blechkleid. Manche Betrachter sagen dem XK sogar ein gewisse Ähnlichkeit mit den wesentlich teureren Fahrzeugen aus dem Hause Aston Martin nach.
Der Einstieg in die Welt von Jaguar beginnt weiterhin mit dem Mittelklasse-Modell X-Type, das vor kurzem einem umfassenden Facelift unterzogen wurde und wahlweise als Kombi oder Limousine lieferbar ist.