Polareis

Das bedenkliche Schmelzen

Noch nie gab es am Ende des Winters so wenig Eis in der Arktis

Arktis
Foto: Gerd Braune

von Gerd Braune

Laut Bekanntgabe des „National Snow and Ice Data Centre“ (NSIDC) der Universität von Colorado in Boulder wuchs die Meereisfläche in der kalten Jahreszeit nur auf 14,42 Millionen Quadratkilometer an. Gemessen wurde dies am 7. März. „Das ist der niedrigste Stand in den 38 Jahren mit Satellitenmessungen“, teilte das NSIDC mit.

Damit lag die maximale Eisfläche am Ende des arktischen Winters 1,22 Millionen Quadratkilometer unter der durchschnittlichen Fläche von 15,64 Millionen Quadratkilometern, die in den Jahren zwischen 1981 und 2000 gemessen wurde. „Zum dritten Mal in Folge hat die maximale arktische Meereisfläche einen Rekord-Tiefststand“, berichten die Forscher.

Die Veränderungen in der Arktis werden als Indikatoren für die globalen Klimaveränderungen gesehen. Beobachtet wird nicht nur ein stärkerer Rückgang der Eisfläche, sondern auch ein Schwund der Eisdicke, woraus sich ein Verlust an Eisvolumen in der Arktis ergibt. Zudem wird das Auftauen des Permafrostbodens beobachtet, das den Boden instabil und für Küstenerosion anfälliger macht.

Messbare Klimaveränderung

Wie das NSIDC weiter berichtet, deuten Daten des europäischen Forschungssatelliten CryoSat-2 zudem darauf hin, dass die Eisfläche in diesem Winter etwas dünner war als in den vergangenen vier Jahren, und eine Modellberechnung der Universität Washington ergab, dass das Eisvolumen in der Arktis in diesem Jahr ungewöhnlich gering ist. Das bedeutet, dass das Meereis in der Arktis wieder sehr anfällig für die sommerlichen Temperaturen und Stürme in der Nordpolregion ist.