(vb) - Die Wirte der Cafés und Restaurants in Luxemburg wollen sich nicht mit dem geplanten Rauchverbot in der Gastronomie abfinden. Sie befürchten, dass der Branche Umsatzeinbußen bevorstehen und sehen sich gezwungen, mit Personalabbau zu reagieren.
Die vom Ministerrat kürzlich vorgestellte Regelung schaffe mehr Probleme, als sie löse, bedauert die Gastronomenvereinigung Horesca. Sie begrüßt zwar, dass kleine Kneipen weiterhin rauchende Gäste empfangen dürfen. Doch das Verbot für diese Raucherkneipen, Personal einzustellen, kann sie nicht nachvollziehen. "In Anbetracht der Krise und der steigenden Arbeitslosigkeit erscheint es uns unlogisch, dass diese Wirte niemanden einstellen dürfen", heißt es in einer Mitteilung der Horesca vom Donnerstag.
Negative Auswirkungen für die Beschäftigung im Gaststättengewerbe befürchtet sie auch durch die weiteren Regelungen. Die Praxis zeige, dass ein Rauchverbot immer einhergehe mit Umsatzeinbußen. Deshalb müsse ein Großteil der Wirte Personal entlassen. "Der Anreiz ist umso größer, als sie ohne Personal zur Raucherkneipe werden können", vermutet die Horesca.
Vor einer Woche einigte sich der Ministerrat weitgehend darauf, dass das Rauchen künftig in Restaurants, in Hotels, in Gaststätten und Diskotheken vollständig verboten wird. Gegen eine Ausdehnung des Rauchverbots hatte sich vor einigen Monaten die CSV ausgesprochen und auf die Entscheidungsfreiheit der Gaststättenbetreiber gepocht. Diesen soll es in Zukunft frei stehen, Raucherecken in ihren Lokalen einzurichten, sofern diese völlig abgeschottet sind. Auch soll in den „fumoirs“ keine Bedienung erfolgen. Für eine Übergangszeit soll das Rauchen in kleinen Kneipen, die ohne Personal auskommen, erlaubt bleiben. Das Rauchverbot soll nach einer Schätzung von Gesundheitsminister Di Bartolomeo in 90 Prozent aller Wirtschaften gelten.
Die Horesca schlägt eine abgestufte Regelung vor, nach der in kleineren Kneipen bis zu einer bestimmten Quadratmeterzahl das Rauchen erlaubt sein soll. Damit habe man zum Beispiel in Österreich und manchen deutschen Bundesländern gute Erfahrungen gemacht, heißt es.
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