Lëtzebuerg Veröffentlicht am 17.11.11 17:51

Winterzeit ist Einbruchzeit

Polizei warnt vor Leichtsinnigkeit

Sicherheitsfenster können ein wirksamer Schutz sein. An dieser Scheibe bissen sich die Einbrecher die Zähne aus.
Foto: Raymond Schmit

(rsd) - Einbrecher haben in Luxemburg Hochkonjunktur. 1770 Straftaten und 1145 Einbruchsversuche wurden der Polizei bereits in diesem Jahr gemeldet. Das ist immerhin eine Steigerung von 39 Prozent gegenüber 2010.

Nicht nur in Luxemburg verschaffen sich immer mehr ungebetene Gäste Zutritt zu fremden Wohnungen. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im nahen Ausland ab. In der französischen Stadt Nancy etwa hat die Zahl der Einbrüche in einem Jahr um 80 Prozent zugenommen. Auch in den deutschen Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz ist die Tendenz steigend.

Aus Erfahrung weiß die Polizei, dass die Zahl der Einbrüche im Spätherbst und im frühen Winter zunimmt, weil es dann früher dunkel wird. Sie warnt davor, Einbrechern durch Leichtsinnigkeit, etwa durch offen stehende Kippfenster oder den berühmten Schlüssel unter der Fußmatte, die Arbeit zu erleichtern.

Grundsätzlich unterscheidet die Polizei zwischen Einbrüchen in bewohnte Häuser und in unbewohnte Gebäude, wie Firmen, Schulen Rathäuser und Geschäfte. 57 Prozent der Straftaten wurden in bewohnten Häusern oder Appartements begangen, 43 Prozent in unbewohnten Gebäuden. In Privatwohnungen sehen es die Täter in der Regel auf Bargeld oder Schmuck ab. In unbewohnten Gebäuden interessieren sie sich hautsächlich für Geldschränke, Geldkassetten oder Computermaterial.

320 Einbrüche im Februar

In diesem Jahr konnten die Beamten klar feststellen, dass die Tendenz von Monat zu Monat steigend ist. Ein Höhepunkt wurde im Februar mit 320 Einbrüchen erreicht. Aber auch im Sommer ziehen sich die Langfinger nicht in den wohlverdienten Urlaub zurück. So stieg die Zahl der Straftaten im Juli um 140 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahrs.

Die meisten Fälle gibt es freitags und samstags, wenn die Bewohner am Wochenende abwesend sind. Die Verbrechen finden meistens mitten in der Nacht statt. Im Späthernst und im Winter steigen die Täter auch am frühen Abend bei einsetzender Dunkelheit in Wohnungen ein, weil die Bewohner zu diesem Zeitpunkt noch nicht von ihrem Arbeitsplatz nach Hause zurückgekommen sind.

In Appartements dringen die Täter in den meisten Fällen zwischen 10 und 16 Uhr ein. Unbewohnte Gebäude werden in der Regel nachts die Zielscheibe von ungewollten Besuchern, weil sie dann leer stehen.

Professionelle Tätergruppen

Für die Polizei ist ganz klar, dass es sich in den meisten Fällen um professionelle Täter handelt. Im Prinzip unterscheidet sie zwischen zwei Gruppen. Die eine, bei der es sich oft um Täter aus Osteuropa handelt, nimmt eine längere Anreise nach Luxemburg in Kauf, um einen oder zwei Einbrüche zu begehen. Die andere hält sich mehrere Tage im Großherzogtum auf, begeht Straftaten und zieht sich dann wieder hinter die Grenze zurück.

Bei den Tätern handelt es sich nicht nur um Erwachsene. In Esch/Alzette wurden auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren festgenommen, die einer nicht sesshaften Gruppe aus Frankreich angehörten.

Sie wurden von Erwachsenen nach Luxemburg gebracht, um Einbrüche zu gehen. In solchen Fällen ist die Polizei in der Regel machtlos, weil sie die jungen Täter aufgrund des Jugendschutzgesetzes wieder auf freien Fuß setzen muss.

70 Täter ermittelt

Die Polizei konnte in diesem Jahr auch schon Erfolge bei der Fahndungsarbeit feiern. Insgesamt 70 Täter konnten ermittelt werden. Ihre Spuren hatten sie auch schon in anderen europäischen Ländern hinterlassen, mit denen eine gute Zusammenarbeit und ein Informationsaustausch bestehen.

Oft kann man sich mit einfachen Mitteln vor Einbrüchen schützen. Alarmanlagen zum Beispiel halten 75 Prozent der Täter davon ab, in ein fremdes Haus einzusteigen. Auch Sicherheitstüren und –fenster leisten gute Dienste. Wie man sich besser vor Straftaten schützen kann, darüber informieren bei der Polizei Guy Holcher und Marc Ragnacci. Dieses Angebot ist kostenlos.

Bei ihrer Arbeit sind die Ordnungshüter auch auf die Mitarbeit der Bevölkerung hingewiesen. Wie die Beamten unterstreichen, kann jeder Hinweis, und mag er auch noch so unwichtig erscheinen, zur Aufklärung einer Straftat beitragen.

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