(dpa/CN) - Löwenzahn und Giersch, Brennnessel und Schachtelhalm, Gundermann und Vogelmiere – Hobbygärtner treiben diese Pflanzen zur Verzweiflung. Bei Gourmets liegen diese Wildkräuter allerdings hoch im Kurs: Die Blättchen geben als Würzkraut, Salat oder Gemüse einem Menü den besonderen Kick.
Wie beispielsweise Giersch, dessen knackige Blätter geschmacklich zwischen frischer Möhre und Petersilie liegen. Damit harmonieren sie hervorragend mit Kartoffeln – etwa als Krönung der Suppe oder im Püree. Auch im Salat macht Giersch eine gute Figur.
Ähnlich vielseitig ist die Brennnessel. Sie hat ein feines, nussiges Aroma und enthält dieselben wertvollen Inhaltsstoffe wie Spinat – nur in zehnfacher Menge. Die einfachste Form der Brennnessel-Zubereitung entspricht der von Spinat. Die Blätter werden kurz mit einer Schalotte in reichlich Butter gedünstet und mit Sahne angegossen. Das Gemüse wird dann wie Rahmspinat serviert, etwa zum Spiegelei oder auch zum Fisch.
Die jungen Triebe und zarten Blätter der Brennnessel machen sich auch wunderbar in einem Salat. Damit die garstigen Härchen nicht auf der Zunge oder am Gaumen brennen, sollten die Blätter allerdings vor der Zubereitung in ein Tuch eingeschlagen und mit einem Wellholz gewalzt werden.
Auch die Vogelmiere ist ein richtiger Alleskönner: Die kleinen, fleischigen, tiefgrünen Blätter schmecken wie junger Mais. Aus ihnen lassen sich leckere Salate oder Pasten, aber auch eine köstliche Suppe oder ein ungewöhnliches Milcheis zubereiten.
Bei aller Begeisterung für die Aromenvielfalt – woher bekommen Hobbyköche nun Wildkräuter? Giersch, Brennnessel oder Löwenzahn finden sich in manch einem Hausgarten. Ausgefallenere Kräuter hingegen müssen gesammelt werden. Damit der Bestand erhalten bleibt, sollten nur die Teile der Pflanze abgeschnitten werden, die benötigt werden. Arten, die unter Naturschutz stehen, sind tabu.
Allerdings muss man sich gut auskennen, um die Wildkräuter zu erkennen. Sonst werden leicht mal essbare mit giftigen Pflanzen verwechselt. In vielen Botanischen Gärten gibt es Wildkräutergärten, Volkshochschulen veranstalten Wildkräuterführungen. Wem die Kräutersuche zu aufwendig oder zu unsicher ist, der kann die Aromaschätze auch kaufen – auf dem Markt, in gut sortierten Lebensmittelläden oder online. Es gibt sie gewaschen und geputzt, als Saatgut für die eigene Anzucht oder als Topfpflanze.
Wildkräuter werden am besten ganz frisch verarbeitet. Größere Mengen können hingegen auch getrocknet, tiefgefroren, in Essig oder Öl eingelegt oder zu Pesto verarbeitet werden. Kräuterpesto ist zudem universell einsetzbar – zu Gegrilltem oder Fisch, zur Suppe oder zu Nudeln.