(mt) - Da wird Unterrichtsministerin Mady Delvaux-Stehres wohl noch einige Erklärungen abgeben müssen. Wenn nämlich all das stimmt, was die Gewerkschaft der Professoren Apess in ihrer Pressemitteilung schreibt, dann geht es im Lycée Ermesinde, der Pilotschule für alternative Schulausbildung, nicht mit rechten Dingen zu. Vor ihrem Umzug nach Mersch hieß die Schule schlicht "Neie Lycée".
Die Gewerkschaft spricht von Einschüchterung und Belästigung der Lehrer durch die Direktion. Das Vertrauen zwischen der Direktion und den Lehrern sei nicht mehr gegeben, und die Direktion habe die Schule auch nicht mehr unter Kontrolle. Nur die wenigsten Opfer trauten sich allerdings, auf die Vorfälle hinzuweisen, sie würden sich allenfalls anonym äußern. Dennoch habe man aus unterschiedlichen Quellen solche Vorfälle mitgeteilt bekommen, weshalb man nun reagiere und die Alarmglocke ziehe, so die Gewerkschaft.
Insgesamt zeichnet die Apess alles andere als ein positives Bild von der Schule, an der mehr und mehr wehrlose Lehrbeauftragte unterrichteten, aber kaum noch richtige Professoren. Viele würden den Antrag stellen, um die Schule zu verlassen, was ein Zeichen für das schlechte Arbeitsklima an der Schule sei.
Die Apess übt auch heftig Kritik daran, dass im "Neie Lycée" das Abschlussexamen der diesjährigen "Première" hauptsächlich von Lehrbeauftragten verbessert worden sei. Zudem seien die Klassen der Primaner auf jeweils maximal fünf Schüler zusammen geschrumpft, was doch im öffentlichen Schulsystem eine flagrante Ungerechtigkeit zu anderen Schulen darstelle. Dort könne angesichts der Anzahl der Schüler pro Klasse kein auf jeden Schüler maßgeschneiderte Unterricht stattfinden.
Affaire à suivre...
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