(L.E.) - Vor dem Start des Selbstversuchs fragte ich einige meiner Arbeitskollegen, welchen Stellenwert Facebook in ihrem Leben hat. Die Anworten fielen recht unterschiedlich aus. Ich wollte wissen, ob ich sie mit einem Facebook-Schild fotografieren dürfte und ließ ihnen dabei selbst die Wahl zwischen einem "Like", oder einem "Dislike" -Logo.
- Jess Bauldry (32) ist Journalistin beim englisch-sprachigen Dienst von wort.lu. Ohne zu zögern nimmt sie beide Schilder in die Hand: "Ich bin geteilter Meinung, was Facebook betrifft. Ich mag es, um mit Freunden in Verbindung zu bleiben und Fotos zu teilen. Aber, ich kann nicht ausstehen, wenn Leute es nutzen um anzugeben und um sich selbst zu loben. Ich bin der Meinung, Mark Zuckerberg sollte ein "slap-in-the-face" (Schlag ins Gesicht) - Button für solche Leute entwickeln."
- Romain Schanck (38) arbeitet seit Kurzem für mywort.lu. Er entscheidet sich ohne lange zu zögern für das "Like"-Schild: "Für mich ist Facebook eine Plattform auf der ich schnell und unkompliziert mit anderen Leuten kommunizieren kann."
- Paul Hinger (33) ist Journalist bei mywort.lu. Er zögert kurz bei der Auswahl der Schilder, um sich dann dazu zu entscheiden beide Logos in die Kamera zu halten: "An Facebook mag ich das "Stay in touch with friends all over the world"-Konzept. Weniger gut finde ich den Mangel an Aufklärung und die Tatsache, dass Änderungen, wie die Einführung der Timeline, den Nutzern aufgezwungen wird."
- Marc Thill (44) Der Journalist und Koordinator der Online-Redaktionen des Medienhauses Saint-Paul Luxembourg betrachtet Facebook im Kontext aller sozialer Netzwerke. "Ich sehe nicht nur Facebook, sondern auch Twitter, Linked-In, About.me u.s.w. Ich finde dass sie alle eine virtuelle Visitenkarte darstellen. (...) Jeder sollte sein "virtual brand" pflegen." Es ist demnach nicht verwunderlich, dass er zum "Like"-Schild greift.
- Cordula Schnuer (25) ist Journalistin beim englisch-sprachigen Dienst von wort.lu. Sie zögert lange zwischen den beiden Schildern, bis sie dann doch beide Logos in meine Kamera hält: "I love to hate it - Ich mag Facebook und hasse es zugleich" sagt sie lächelnd, "Facebook ist unnütz und nützlich gleichzeitig. Eigentlich nutze ich Facebook sehr viel,... und dann ärgere ich mich wenn etwas geändert wird oder nicht so funktioniert wie ich es mir vorstelle,..."
- Volker Bingenheimer (37) ist Journalist bei wort.lu. Der Grenzgänger greift ohne zu zögern zum "Like"-Schild: "Für mich ist Facebook ein Ersatz für die Dorfkneipe, weil ich dort meinen weiträumig verteilten Freundeskreis treffen kann."
- Manon Kramp (46) ist Journalistin bei wort.lu. Für sie stehen sofort zwei Dinge fest: Erstens, sie will dass das Facebook-Schild vor ihrem Gesicht sein soll und zweitens, es wird nicht das "Like"-Schild sein: "Der Exhibitionismus der dort betrieben wird, geht mir auf den Geist", sagt sie in der ihr eigenen direkten Art. "Ich habe weder Zeit noch Lust dazu."
- Dan Schank (31) ist Videojournalist für die wort.lu Redaktionen in Deutsch, Französisch und Englisch. Zunächst will er zum "Dislike"-Schild greifen, doch dann zögert er: "Ein rezentes Klassentreffen wäre wohl ohne Facebook nicht zustande gekommen. Doch leider ist auf Facebook vieles reine Selbstdarstellung und hat oft mit der Realität nicht allzuviel zu tun" Schließlich greift er zu beiden Schildern.
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