(CM/dpa) - Am Mittwoch startete die Europäische Kommission eine neue Kampagne gegen in China produzierte Spielsachen. Auch gegen in China produzierte, gesundheitsgefährdende Bekleidung möchte man vorgehen.
„Diese Kinderschuhe haben einen sechsfachen zu hohen Chromanteil. Bereits bei drei Milligramm wirkt Chrom krebserregend“, sagt Industriekommissar Antonio Tajani in einer Presseversammlung und zeigt auf die kleinen Kinderschuhe in seiner Hand. Weitere Spielzeuge liegen bedrohlich auf seinem Pult.
Abhilfe schaffen soll unter anderem ein Warnvideo, das sich die Brüsseler Behörde 67 300 Euro hat kosten lassen. Ein zu elektronischen Klängen tanzender Roboter weist darin auf das europäische Gütesiegel CE hin. Produkte, die damit gekennzeichnet sind, genügen den EU-Sicherheitsvorschriften – Spielzeug ohne das CE-Zeichen dürften eigentlich auch nicht in Europa verkauft werden. Neben dem Video gibt es Seminare zum Beispiel für Spielzeugproduzenten und -verkäufer.
Laut einer Studie stammen 58 Prozent der gefährlichen Spielzeuge aus China. Fälschungen in einem Wert von 500 Milliarden Euro zirkulieren momentan, berichtet Antonio Tajani. Man erwartet, dass diese Zahl sich noch vor 2015 verdoppelt.
Tajani möchte in allen Bereichen gegen Fälschungen vorgehen. Im Moment werden neue Regeln für 2013-2015 ausgearbeitet. Diese Regeln allein sind jedoch nicht ausreichend. Die Verkäufer haben auch eine große Verantwortung, denn sie sind für die Wahre verantwortlich, die sie verkaufen.
Auf die Frage, wie viele Kinder in Europa durch unsachgemäßes Spielzeug sterben, antwortete der Industriekommissar: „Null!“ und fügte hinzu: „Das heißt, dass unsere Kampagne funktioniert.“