Lëtzebuerg Veröffentlicht am 13.06.10 08:56

Viel Prominenz im Dreiländereck

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa eröffneten Europa-Museum am Moselufer.

Kurz nach 18 Uhr wurde das neue Europa-Museum eingeweiht.
Fern Morbach
Am späten Sonntagnachmittag begannen in Schengen die Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag des Schengener Abkommens. Unter den Ehrengästen war auch das grossherzogliche Paar.
Fern Morbach
Kommissionspräsident Barroso: In Europa sind die Kleinen häufig die Grossen.
Fern Morbach
Europäische und luxemburgische Prominenz am Sonntag in Schengen. Im festzelt war Platz für rund 300 Gäste.
Fern Morbach
Kinder und Jugendliche aus dem Schengen-Lyzeum.
Fern Morbach

(FeMo) – Schengen im Ausnahmezustand. So viel europäische und luxemburgische Prominenz wie an diesem 13. Juni hatte sich schon lange nicht mehr – vielleicht sogar noch nie – in dem kleinen Luxemburger Ort versammelt.

Kurz vor 17 Uhr begannen am Sonntag am Moselufer die Feierlichkeiten, mit denen in Schengen der 25. Geburtstag des Schengener Abkommens gefeiert wurde. Am 14. Juni 1985 war der Vertrag von Politikern aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern an Bord der Princesse Marie-Astrid unterzeichnet worden.

Das großherzogliche Paar, Präsidenten, Minister, Abgeordnete...

Aus Luxemburg kamen an diesem Sonntag Großherzog Henri, Großherzogin Maria Teresa, Aussenminister Jean Asselborn, Parlamentspräsident Laurent Mosar und weitere Regierungsmitglieder. Verhindert war der ebenfalls auf der Gästeliste geführte Luxemburger Regierungschef Jean-Claude Juncker.

Europa hat ebenfalls Vertreter seines Spitzenpersonals an die Mosel geschickt: Unter ihnen Jerzy Buzek, der Präsident des Europaparlamentes, und José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission. Nach Schengen gekommen waren aber auch rund 50 Journalisten - sie berichteten über das, was sich in einem weissen Zelt tat, das vor dem neuen Europa-Museum aufgebaut worden war.

Eine gute Stunde dauerte der offizielle Teil der Veranstaltung. Neben Buzek und Barroso ergriffen auch drei Luxemburger das Wort: der Schengener Bürgermeister Roger Weber, Aussenminister Jean Asselborn und der Luxemburger Europaparlamentarier Robert Goebbels, der vor einem Vierteljahrhundert bei der Ausarbeitung des Abkommens mitwirkte.

Am meisten Beachtung fanden die Beiträge von Parlamentspräsident Buzek und Kommissionspräsident Barroso. Laut Barroso prägten in den vergangenen Jahrzehnten nur weniger Entscheidungen Europa so nachhaltig wie das Schengener Abkommen. Buzek wiederholte mehrmals, dass Europa auch heute seine Bürger in den Mittelpunkt stellen muss. "Aus Sicht der Bürger ist dies einer der wichtigsten Geburtstage in Europa."

Träume, Symbole, Geschichte

Erster Redner war Roger Weber, der Bürgermeister der Gemeinde Schengen. Auch 25 Jahre nach der Unterzeichung der Verträge bleibe Schengen ein kleines Luxemburger Dorf mit 500 Einwohnern, in das aber zunehmend mehr ausländische Besucher kämen.

Weber erinnerte an den Wirklichkeit gewordenen Traum des verstorbenen polnischen Außenministers Bronislaw Geremek: Er wollte im Schlafwagen von Amsterdam bis ans baltische Meer reisen, ohne an jeder Grenze von Zöllnern aufgeweckt zu werden.

Für Robert Goebbels, der vor einem Vierteljahrhundert die Schengener Verträge mit ausgearbeitet hatte, bleibt Schengen „ein starkes Symbol“. Das Schengener Abkommen sei das erste Abkommen gewesen, durch das den Bürgern das Leben beim Passieren von Grenzen vereinfacht werden sollte. Schengen sei ein Stück Europa im Dienste der Bürger.

Große Worte benutzte auch der Luxemburger Außenminister Jean Asselborn. Für ihn steht ausser Frage, das Schengen in den vergangenen Jahren zu einem historischen Ort wurde.

Um 18 Uhr stand dann die Einweihung des europäischen Museums durch das großherzogliche Paar auf dem Programm. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Abendessen an Bord der neuen „Marie-Astrid“.

Mitte Juli wird in Schengen das Schengener Abkommen noch einmal gefeiert - dann mit einem Volksfest für die Bürger und mit weniger Prominenz und weniger Security.

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