Physiker der Universität Luxemburg haben ein neuartiges optisches Messverfahren entwickelt und patentiert, das jetzt von einem deutschen Unternehmen übernommen wurde. Damit hat die Universität Luxemburg ihr erstes aus Forschungsarbeiten hervorgegangenes Patent veräußert.
Die Firma Anton Paar Optotec aus Seelze bei Hannover, ein Hersteller von Mess- und Laborgeräten für Industrie und Forschung, erwarb von der Universität Luxemburg eine neue Technologie zur optischen Analyse optischer und mechanischer Eigenschaften von Materialien. Das patentierte Verfahren wurde im Rahmen langjähriger Kooperation bereits von den Forschern mit Prototypengeräten der Anton Paar OptoTec erprobt und soll nun in Refraktometern eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Messgeräte, die mit Hilfe der Brechung oder „Refraktion“ des Lichts die optischen Eigenschaften einer Probe bestimmen. Refraktometer werden oft zur Bestimmung des Alkohol- oder Zuckergehalts in Flüssigkeiten und Getränken – zum Beispiel zur Bestimmung des Reifegrads von Weintrauben – verwendet.
„Das neue Messverfahren basiert auf einer speziellen Temperatursteuerung und ermöglicht damit eine neuartige Bestimmung der Wärmeausdehnung der Probe“, erklärt Prof. Dr. Jan-Kristian Krüger, der die Technologie gemeinsam mit Dr. Ulrich Müller erfunden hat. „Die von uns entwickelte Analysemethode der temperaturmodulierten Rekfratometrie ist zudem sehr einfach in der Anwendung. Die Proben müssen für die Untersuchung nicht erst verändert werden. Das spart Zeit und Personal.“
Dr. Nils Bertram, Geschäftsführer der Anton Paar Optotec GmbH, hat unterdessen eine weitere Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg zur Entwicklung optischer Messverfahren vereinbart. Der traditionell enge Kontakt zur Wissenschaft bilde die Grundlage für die Qualität von Präzisionsgeräten, so Bertram.
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