Lifestyle Veröffentlicht am 24.11.10 08:55

"Truvada" verringert Infektionen drastisch

Wirksame aber teure Vorbeugung

Das Medikament "Truvada" gilt als weiteres wirksames Mittel zur Vorbeugung von HIV-Infektionen.
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(dpa) - US-Forscher haben einen Erfolg bei der Vorbeugung von Aids verzeichnet: Studienergebnisse mit dem Medikament "Truvada" verheißen einen Rückgang der Ansteckungsgefahr um knapp die Hälfte. Das berichtete das Team im Fachjournal "New England Journal of Medicine" am Dienstag online.

Die Studie umfasste 2499 nicht infizierte Männern in Nord- und Südamerika sowie Afrika und Asien. Experten gehen davon aus, dass das zusätzliche Angebot von "Truvada" in Form einer Rektalsalbe das Risiko von HIV-Infektionen noch weiter senken könnte.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) könne das neue Medikament ein zusätzliches Instrument sein, um HIV-Infektionen zu verhindern. Sie betonten jedoch, dass Kondome weiterhin das wirksamste Mittel seien, um die Übertragung von HIV und anderen Geschlechtskrankheiten zu reduzieren. Die beste Strategie sei es, verschiedene Präventions-Instrumente zu kombinieren.

Medikament auch für Frauen

Im Rahmen der sogenannten iPrEx-Studie erhielt die Hälfte der Männer eine Pille "Truvada" und die andere Hälfte das Scheinmedikament Placebo. Keiner der Teilnehmer wusste, zu welcher Gruppe er gehört.

Von denen, die "Truvada" bekamen, bekannte etwa die Hälfte, dass sie die Pille nicht regelmäßig oder auch gar nicht eingenommen hatte. Das erklärt nach Meinung von Pickett, warum das Mittel die Infektionsrate im Vergleich zu Placebo nur um 43,8 Prozent reduzierte. Nach durchschnittlich 14 Monaten Einnahmedauer waren 36 Männer der "Truvada"-Gruppe und 64 der Placebo-Gruppe infiziert. Die Studie mit den "Truvada"-Tabletten läuft seit Juni 2007. Eine Monatspackung kostet etwas über 800 Euro.

Auf der Weltaidskonferenz im Juli dieses Jahres war bereits ein Vaginalgel für Frauen vorgestellt worden, dass sich wirksam gegen Aids zeigte. In einer südafrikanischen Pilotstudie mit rund 900 Frauen sank dadurch das Ansteckungsrisiko mit HIV um knapp 40 Prozent. Das Gel enthielt zu einem Prozent dem Wirkstoff "Tenofovir", der sich unter anderem auch in "Truvada" befindet.