Lëtzebuerg Veröffentlicht am 15.12.11 15:36

Trierer Händler bieten neuen Einkaufszentren die Stirn

Die kaufkräftigen Kunden aus Luxemburg sollen auf jeden Fall gehalten werden

Die Trierer Fußgängerzone zieht viele Kunden aus Luxemburg an.
Foto: Erwin Esly

(vb) – Die Trierer Fußgängerzone mit ihren Kaufhäusern und vielen kleinen Geschäften zieht viele Kunden an – gerade auch aus Luxemburg. Die Trierer Geschäftsleute befürchten nun, dass durch die neuen großen Einkaufszentren in Gasperich und Liwingen weniger Luxemburger zum Shoppen über die Grenze kommen. Erste Anzeichen für Verluste an Kunden gibt es bereits jetzt.

Innerhalb von Deutschland war der Trierer Einzelhandel gesegnet: Durch die Nähe zu Luxemburg strömen den Geschäften viele kaufkräftige Kunden zu. So geht zum Beispiel das Management der neuen Trier-Galerie in der Fleischstraße davon aus, dass an Freitagnachmittagen und Samstagen rund 50 Prozent der Kunden Luxemburger sind.

Weil diese gerne ein wenig mehr Geld ausgeben, können sich kleinere, inhabergeführte Geschäfte mit einem hochwertigen Angebot gut über Wasser halten. Doch ob dies auch in Zukunft so bleiben wird, ist nicht sicher.

Nachlassende Anziehungskraft?

Eine Studie des Trierer Rathauses zeigt, dass die Kundenströme aus Luxemburg nicht mehr so üppig wie früher fließen. In den nächsten Jahren, wenn die neuen Einkaufszentren im Ban de Gasperich und in Liwingen öffnen, befürchtet der Trierer Wirtschaftsdezernent Thomas Egger im Gespräch mit dem "Trierischen Volksfreund", könnte die Anziehungskraft nachlassen.

Im Trierer Einzelhandel geht man davon aus, dass die neuen Einkaufszentren eher die Konkurrenz innerhalb des Großherzogtums anheizen werden. "Die etablierten Geschäfte im Luxemburger Bahnhofsviertel und der Oberstadt werden das zu spüren bekommen", sagt Hans-Peter Schlechtriemen, Kaufhof-Geschäftsführer und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Trierer Einzelhandel. "Wir in Trier müssen diese Herausforderung annehmen", meinte er auf Anfrage von wort.lu.

Attraktive Fußgängerzone, aber schlechte Erreichbarkeit

Der Chef des Kaufhofs kann aus seiner Erfahrung nicht bestätigen, dass weniger Luxemburger Kunden nach Trier kommen. "Wir haben konstant 20 Prozent Luxemburger Kunden. Unsere jüngste Befragung im Oktober hat das wieder gezeigt." Neue Einkaufszentren auf der grünen Wiese könnten mit der Atmosphäre der Trierer Innenstadt nicht mithalten, meint der Warenhaus-Leiter. "Wir haben hier einen unverwechselbaren Branchen-Mix. Außerdem schätzen die Kunden die große Fußgängerzone mit ihren historischen Gebäuden und die ansprechende Gastronomie." Als einen Wermutstropfen sieht der Kaufhof-Chef die Verkehrsanbindung nach Luxemburg über die enge, steile Bitburger Straße mit ihren häufigen Staus – aber daran werde sich kurzfristig wohl kaum etwas ändern.

Das Trierer Rathaus sieht noch Entwicklungspotenzial für den Einzelhandel, auch wenn mit der "Trier Galerie" 2008 zusätzliche Verkaufsflächen entstanden sind. Als nächstes sollen die Einkaufsstraßen in der Verlängerung der Fußgängerzone aufgewertet werden.

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