Text und Fotos: Galgo-Lovers/Anouk Antony
Galgos sind besonders schnelle und liebenswerte Hunde. Nach Hasenhetzjagden werden schwache, alte und verwundete Hunde oft ausgesetzt, geschlagen und getötet. Die Luxemburger Organisation Galgo-Lovers A.s.b.l. bringt ausgesetzte Tiere aus Spanien nach Luxemburg und vermittelt sie an Pflegefamilien.
Herzlich wurde ich empfangen, nachdem diese wunderschönen, sportlichen Hunde einen langen Spaziergang hinter sich hatten. Ich führte ein liebenswertes und interessantes Gespräch mit zwei Gründerinnen.
„Geballte Frauenpower“ und das sage ich nicht nur so. Ein dreiköpfiges Team rief am 3. Juni 2010 Galgo-Lovers ins Leben. Die drei Frauen sind: Michèle Feil, Marie-France Kieffer und Martine van Wissen-Bertemes. Von den wertvollen, freiwilligen Helferinnen sind die meisten berufstätig. Nach der Arbeit fängt für sie eine zweite Schicht an. Man muss sich bewusst sein, dass viele Stunden vergehen, bis ein Galgo gut untergebracht wird. Zusammen mit spanischen Auffangstationen sind sie via Internet ständig in Kontakt.
Es wird immer nach Pflegefamilien gesucht. Sie tauschen Erfahrungen aus, und ihre Kompetenz wird geschätzt. Wenn die Hunde dann nach Luxemburg kommen, sind sie bereits geimpft, gechipt und haben den europäischen Pass. Also keine Tollwutgefahr, wie viele glauben.
Seit der Gründung wurden schon 140 Hunde und zwei Kaninchen gut untergebracht. Am 24. August 2011 konnten Galgo-Lovers A.s.b.l günstig einen VW-Bus ergattern, den sie für den Tiertransport nutzen. Die Strecke Luxemburg-Spanien ist so angenehmer für Tier und Mensch. Dieser Bus dient auch zum Abholen an Flughäfen wie Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Köln.
Aktuell gibt es 67 Mitglieder und es werden immer mehr. Galgos ziehen einen in ihren Bann mit ihrem Charme. Ihr sanfter Blick lässt Gedanken lesen und man versteht diese Hunde auf Anhieb. Deshalb sind viele Pflegestationen bereit, mehrere Tiere zu halten. Danach folgt eine Adoption, wo natürlich Vor-und Nachkontrollen durchgeführt wurden.
Wenn Fragen auftauchen, steht das Team gerne zur Verfügung. Im Vordergrund steht immer der Hund, dem es gut gehen soll. Nach Hasenhetzjagden werden schwache, alte und verwundete Hunde ausgesetzt, geschlagen, getreten, verbrannt und getötet. Die Organisation will Behörde und Bevölkerung dazu sensibilisieren, dass Hunde Lebewesen sind. Alle Tiere sollte man mit Respekt behandeln. Langsam aber sicher machen sich kleine Erfolge bemerkbar.
Auf die Frage, wie man mit all dem Elend klar kommt, antwortete Michèle: Man muss abschalten und die ganze Sache mit Kopf angehen, sonst würde man moralisch zugrunde gehen. Herz nur einschalten beim eigenen Hund. Diese Arbeit erfordert starke Nerven. Galgo-Lovers A.s.b.l kümmert sich nicht ausschließlich um Galgos, Greyhounds und Podencos, die in Spanien misshandelt werden.
Weil in Spanien eine wahre Welpenflut herrscht, möchte Galgo-Lovers auch die Kastrationen vornehmen. Die aktuelle Aktion „Spay & neuter“ bietet den Leuten die Möglichkeit, ihre Hunde für 10 Euro vor Ort kastrieren zu lassen. Den Rest der Gebühren übernimmt Galgo-Lovers dank Spenden aus Luxemburg und Deutschland. Nur auf lange Sicht kann diese Akion Früchte tragen.
Zusammen mit drei Organisationen führt Galgo-Lovers A.s.b.l diese Aktion aus.
Private Auffangstation
Weitere Informationen finden sie unter : http://www.galgo-lovers.org
10/11/2012: Seminar Die zweite Chance – Der Secondhand-Hund mit Carole Rasquin!
Ohne Spenden überlebt keine Organisation, und deshalb bittet diese um Futterspenden, Geldspenden, Decken und Futternäpfe. Die Aktion „Leseratten“ bringt 10 Gramm Hundefutter für 1 Gramm Buch. Dieses Jahr lief beim Marathon auf Kirchberg ein kleines Team seine Runden. Das brachte rund 2.664 Euro.
Wenn auch Sie Reststoffe aus Wolle oder Baumwolle zum Abgeben haben, so wird es dankend angenommen. Näharbeiten wie coole Trainingstaschen werden designt und selbst gemacht.