Sport Veröffentlicht am 18.01.12 07:29

Strassen lehrt Maccabi das Fürchten

Zehn vergebene Satzbälle brechen dem Gastgeber das Genick

Petr Kuchar verhalf den Gastgebern zu einem erfolgreichen Start in die Partie.
Foto: Fern Konnen
Frantisek Vosahlo, Ralf Lentz und Carel Kvasnicka (v. l. n. r.) stellten ihren Gegner vor eine schwere Aufgabe.
Foto: Fern Konnen

von Paul Flies

Es sollte halt nicht sein. David kann sich nicht immer gegen Goliath behaupten. Und so musste sich Strassen gestern im Rückspiel des 1/16-Finales im Challenge Cup dem israelischen Meister Maccabi Tel Aviv in vier Sätzen geschlagen geben.

Luxemburg darf jedoch auf diese Mannschaft aus Strassen stolz sein. Davon konnten sich neben dem CEV-Präsidium mit an der Spitze André Meyer ebenfalls Sportminister Romain Schneider, Bürgermeister Gast Greiveldinger sowie 500 begeisterte Zuschauer überzeugen.

Der nach zehn vergebenen Satzbällen unglücklich verlorene zweite Durchgang sollte schließlich zum Verhängnis werden. Der Kraftaufwand war letztlich zu groß, um gegen einen solchen Gegner zwei Stunden lang bestehen zu können. Fünf Punkte bei Aufschlag Kuchar zum 6:3 bescherte Strassen einen Traumstart. Maccabi wirkte verunsichert und der Gastgeber legte nach. Taktisch bestens ausgerichtet gelang alles, oder fast alles. Durch einen am Netz und beim Aufschlag unbarmherzig zuschlagenden Moreno behielt Maccabi bis zum 9:11 Anschluss.

Die Möglichkeiten auf Position vier voll ausschöpfend, zog Strassen durch Vosahlo und Kvasnicka mit 16:11 davon. Der Block mit Lentz konterte mehrmals erfolgreich. Die Annahme reagierte glänzend und die Zuschauer zitterten und jubelten bei jedem Schlag mit. Wie gegen Modena stellte dann Raibikis die gegnerische Annahme vor unlösbare Probleme. Der Vorsprung stieg auf acht Punkte: 23:15. Kapitän Lentz krönte seine Leistung am Netz durch die Verwandlung des ersten Satzballes zum 25:17.

Großer Kräfteverschleiß

Die Wende im zweiten Durchgang gelang Maccabi durch fünf Sprungaufschläge von Faiga und anschließendem erfolgreichen Abschluss und zwar meistens durch die rechtzeitige Blockbildung: 9:12! Strassen bäumte sich jedoch auf, verpasste es bei einer 23:21-Führung zu vollstrecken und leitete dann eine Verlängerung von Seltenheitswert ein. Nicht weniger als zehn Satzbälle musste Maccabi von Strassen abwehren … und hatte das glücklichere Ende für sich. Den fünften Satzball verwandelte nämlich Sacchi durch Sprungaufschlag zum 39:37.

Strassen gab sich nicht geschlagen, spielte weiter auf hohem Niveau, doch unterliefen individuelle Fehler zum 8:13. Auch erwies sich die Einwechslung von Stutz für Raibikis als nicht be-sonders glücklich. Verständlicherweise machte sich nach und nach der Kräfteverschleiß bei den Amateuren im Vergleich zu den Berufsspielern bemerkbar. Öfters als zuvor wurden Bälle verschlagen, zumal man das Risiko gegen einen solchen Klassegegner hoch halten musste: 15:25. Bis zum 7:7 hielt Strassen im vierten Satz noch mit. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Arme jedoch „kürzer“, die Beine müder und die Schläge ungenauer.

Davon zeigten sich auf der Gegenseite neben dem dunkelhäutigen Linkshänder Moreno aus Kolumbien vor allem noch die Brasilianer Faiga und Sacchi sowie der Argentinier Efron unbeeindruckt. Gegen den größten und erfolgreichsten Verein in Israel hat Strassen ein Klassespiel geliefert. Nicht alle Träume wurden wahr. Strassen bescherte jedoch einen weiteren Festtag für den luxemburgischen Volleyball. Immerhin gewann Maccabi Tel Aviv in den beiden letzten Jahren jeweils das Doublé.

Mit großem Kämpferherzen, spielerischem Können und viel taktischem Geschick ist David gegen einen erst zum Schluss übermächtigen Gegner gefallen.

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