Seit rund einem Jahr setzen sich die Bewohner der Remicher
Wohnsiedlung Buschland mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung gegen die beantragte Erweiterung des Steinbruchs Schloss Thorn (D) zur Wehr. Da die Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Pläne der Betreiberfirma im Dezember genehmigt hatte, legte der Rechtsanwalt der Remicher formell
Widerspruch ein. Damit liegt das Projekt wieder auf Eis – vorerst.
Rechtsanwalt Philipp Simon, der mehr als 100 Remicher Bürgerinnen und Bürger aus der Cité Buschland vertritt, legte in dieser Woche Widerspruch gegen die behördliche Genehmigung zur Erweiterung des Dolomit-Steinbruchs Schloss Thorn ein. Der besagte Betrieb befindet sich
auf deutscher Seite der Mosel, schräg gegenüber der Wohnsiedlung. Schon
seit Jahren bringen die Remicher Erschütterungen und Gebäuderisse in
ihrem Viertel mit Sprengungen im Steinbruch in Verbindung.
„Der Widerspruch innerhalb eines Monats nach der Genehmigung wurde zur Wahrung unserer Rechts- und Verhandlungsposition eingereicht“, sagte
Simon dem LW. Zum einen berücksichtige die Genehmigung der
Kreisverwaltung Trier-Saarburg nicht ausreichend die Remicher Belange.
Für Sprengungen seien im vorliegenden Fall auch die strengeren
luxemburgischen Obergrenzen für die sogenannte Schwinggeschwindigkeit am Fundament von Gebäuden von einem Millimeter pro Sekunde mit
einzubeziehen. Dies sei jedoch nicht erfolgt. Auch sei man nach wie vor
der Auffassung, dass die Genehmigung im falschen Verfahren erlassen
worden sei. Durch die beabsichtigte Erweiterung des Steinbruchs werde
der Charakter der Anlage derart verändert, dass nicht eine Änderungsgenehmigung, sondern eine Neugenehmigung angebracht wäre.
Philipp Simon bestätigte, dass es in den vergangenen Monaten Gespräche
zwischen der Betreiberfirma Hippert und der Gemeinde Remich gegeben
habe. Über den Inhalt dieser Unterredungen sei jedoch vorerst
Stillschweigen vereinbart worden. Unabhängig von der behördlichen
Entscheidung stehe man weiterhin im nachbarschaftlichen Dialog miteinander.
Die deutsche Genehmigungsbehörde hatte am 15. Dezember letzten Jahres
dem Betreiber, der Firma Hippert aus Perl-Besch (D), die Erlaubnis
erteilt, den Steinbruch, wie beantragt, um mehr als sechs Hektar zu
erweitern.
Wie Winfried Esch von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg dem LW
erläuterte, habe man sich aus Gründen der Rechtssicherheit an der
relevanten deutschen Industrienorm orientiert, wonach eine
Schwinggeschwindigkeit von bis zu fünf Millimetern pro Sekunde zulässig
ist. Diese Werte seien bei Messungen deutlich unterschritten worden. Den
in Luxemburg üblichen Oberwert von einem Millimeter pro Sekunde habe man nicht angewendet, da es sich dabei nicht um eine Norm im eigentlichen
Sinne handele, sondern nur der gängigen Praxis im Großherzogtum entspreche.
Die Behörde bestätigte, dass ein formeller Widerspruch von Anwalt
Philipp Simon eingegangen sei. Die Genehmigung werde nun noch einmal
geprüft und die Fachbehörden beschäftigen, sagte Esch. Die Genehmigung
zur Erweiterung sei durch den Widerspruch zunächst einmal ausgesetzt.
Damit liegt das Steinbruch-Projekt vorerst auf Eis. Allerdings könnte
die Firma Hippert laut Kreisverwaltung trotz der Reklamation aus Remich
die „sofortige Vollziehung des Genehmigungsbescheides“ beantragen und
könnte bei einem begründeten wirtschaftlichen Interesse durchaus
Erfolgsaussichten haben.
Zur Erinnerung: Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg hatte die Stadt
Remich mit Schreiben vom 15. November 2007 im Rahmen eines
immissionsschutzrechtlichen Änderungsverfahrens darüber in Kenntnis
gesetzt, dass die Reinhold Hippert GmbH den Steinbruch Schloss Thorn um
6,19 Hektar erweitern wolle. Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger aus
Remich machten bis zum 21. Januar 2008 per Rechtsanwalt oder persönlich
von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch, woran sich ein Erörterungstermin
anschloss.
Remichs Bürgermeister Jeannot Belling erklärte damals, man werde sich
mit allen rechtlichen Mitteln wehren.
9'
7'
15'
Petingen
|
3:0 |
Jeunesse
|
RFCU Lëtzebuerg
|
2:0 |
Düdelingen
|
Fola
|
1:2 |
Grevenmacher
|
Rümelingen
|
4:1 |
Kayl-Tetingen
|
Hesperingen
|
0:3 |
Differdingen
|
Käerjéng
|
3:0 |
RM Hamm Benfica
|
Niederkorn
|
5:2 |
Hostert
|