Lifestyle Veröffentlicht am 05.12.11 13:53

Statt Schnee eine große 0

Statt weißer Pracht haben viele Wintersportgebiete derzeit nur kahle Hänge zu bieten – und verschieben deshalb ihren Start in die Skisaison.

Fast überall in den Wintersportgebieten stehen die Liftanlagen noch still.
Foto: Fern Morbach

(FeMo/dpa) - In Österreich, Frankreich, Deutschland und in der Schweiz herrscht das gleiche Bild und die Gesichter von Hotelbesitzern und Betreibern von Liften und Pisten werden zunehmend länger. In den Wintersportgebieten fehlt auch Anfang Dezember vor allem eins: Schnee.

Im November und in den vergangenen Tagen hatte es fast überhaupt nicht geschneit. Zudem waren in den meisten Orten die Temperaturen so hoch, dass der Einsatz von Schneekanonen nicht möglich war.

Kahle Hänge statt weißer Pracht: Am Feldberg kommt die Wintersaison nicht in Gang. Und Touristen lassen auf sich warten.
Foto: Fern Morbach
Langeweile in Chamrousse: Auch in dem französischen Skigebiet ist der große Schnee bislang ausgeblieben.
Foto: AFP

0 cm, 0 km, 0 Lifte

Und so wurde auch am Montag in fast allen großen und bekannten Wintersportgebieten nur eine Zahl besonders groß geschrieben: die 0. Sie steht für die Misere und den Schneemangel. 0 Zentimter im Tal, 0 Zentimeter auf dem Berg, 0 Lifte geöffnet, 0 Kilometer Pisten befahrbar.

In Österreich meldete Sölden am Montag immerhin 72 Zentimeter Schnee – die liegen allerdings auf 3 340 Meter Höhe. Im Tal aber herrscht auch in Sölden Fehlanzeige – ebenso wie in Katschberg, Lech oder Ischgl. Hier und da fielen Anfang der Woche wohl ein paar Zentimeter Neuschnee; wirklich auf die Sprünge helfen sie dem Winter aber noch nicht.

Wie in Österreich schaut es auch in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz nicht gut aus. Auf der Zugspitze etwa setzte am Montag leichter Schneefall ein, allerdings war gerademal einer von 12 Liften in Betrieb. In Engelberg in der Schweiz hatte es am Samstag etwas Schnee gegeben, genutzt hat es aber nichts. Am Montag war weder eine Liftangale in Betrieb noch war eine Piste offen. Etwas mehr Chancen hatten Skifahrer Anfang der Woche in Val d'Isère in Frankreich. Auf 3.300 Meter Höhe lagen 80 Zentimeter Schnee, 19 von 41 Liften waren in Betrieb und auf knapp 15 Kilometern – von insgesamt 150 – war Skifahren möglich.

Openings: Verspäter und verschoben

Der Schneemangel hat die Pläne von Verbänden und Skianlagen-Betreibern gründlich durcheinander gebracht. Auf Fellhorn und Kanzelwand in Oberstdorf etwa sollte die Skisaison am vergangenen Samstag eröffnet werden. Nun visiere man den 10. Dezember an, sagt Jörn Homburg, Marketingleiter der Bergbahnen Oberstdorf.

Die große Opening-Party hat man in Obertauern in Österreich schon gefeiert – aber die Lifte in dem bekannten Skigebiet stehen noch allesamt still. „Im Moment liegt nur ein bisschen Schnee und für Kunstschnee ist es noch zu warm“, erklärt Sprecherin Nina Schasching.

Fehlanzeige im Schwarzwald

Fehlanzeige beim Schnee – das traf Ende November/Anfang Dezember auch auf den Schwarzwald zu. Im vergangenen Jahr lag der Schnee um diese Zeit an einigen Stellen bereits 80 Zentimeter hoch. In diesem Jahr prägten karg-braune Hügel die Landschaft. Einzige Farbtupfer waren die Schneekanonen, die wegen Temperaturen von zehn Grad und mehr nicht eingesetzt werden konnten.

Am vergangenen Wochenende fiel am Feldberg nun endlich etwas Schnee. Zu weißer Pracht reichte es aber nicht. Und als ob ein Problem allein nicht genügen würde, kam im Schwarzwald noch ein zweites dazu: Eine Orkanwarnung des Wetterdienstes verhinderte die offizielle Eröffnung der Wintersaison.

Die Tourismusbranche im Schwarzwald leidet unter dem derzeitigen Schneemangel. Der Vorverkauf für Skiliftkarten laufe vergleichsweise schleppend, sagte ein Sprecher der Tourismus-Gesellschaft. Auch die Übernachtungsbuchungen seien im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Viele Touristen warteten den ersten Schnee ab, der zum Skifahren wirklich ausreiche.