(L.E.) - Der Dezember hat begonnen, Snowboard und Skier stehen bereit und der Berg ruft. Der Berg? Wohl eher die Skihalle. Wer zur Zeit in den Wintersport fahren möchte, der sollte nicht unbedingt in die Alpen, sondern vielleicht nach Bottrop oder Amnéville fahren, denn zur Zeit gehören Indoor-Skihallen zu den wenigen Urlaubszielen, die Schneegarantie bieten können.
Im Internet werben die Skiregionen im Alpenraum mit dem bevorstehenden Saisonstart. Der wurde mancherorts allerdings schon verschoben. Auf Seiten, wie beispielsweise www.zugspitze.de, zeigen Live-Webcams keine weiße Pracht mit fahrenden Skiliften, sondern braune Hügel und grüne Hänge. Schnee ist nur auf den Bergspitzen zu erkennen.
Am Mittwoch meldete das schweizerische Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie den ersten Niederschlag seit Wochen. Am Weissfluhjoch (2 693 Meter über dem Meeresspiegel) in Mittelbünden lagen am Mittwoch 18 Zentimeter Schnee. Laut Bundesamt ist das die geringste Menge die an einem 30. November seit rund 60 Jahren an dieser Stelle gemessen wurde. Allerdings rechnet die Behörde mit einer Änderung der Wetterlage anfangs kommender Woche. Dann soll die Schneedecke, dank den zu erwarteten Niederschlägen „deutlich anwachsen“.
Der Mangel an Schneefall im November hat auch zur Folge, dass es auf dem Säntis (2 502 Meter) im gesamten Monat November keinen Neuschnee gegeben hat. Dies ist ein Novum seit Beginn der Schnee-Messungen im Jahre 1931.
Wer seinen Urlaub bereits gebucht hat, der sollte wissen, dass Schneemangel nicht als höhere Gewalt zählt und somit nicht bei Forderungen nach Rückerstattung oder Umbuchung geltend gemacht werden kann. Es sei denn, der Reiseveranstalter zeigt sich kulant oder hatte im Vorfeld eine Schneegarantie schriftlich zugesagt.