Sport Veröffentlicht am 15.06.12 09:22

Andy Schleck: "Alles Blödsinn"

Der Doping-Verdacht gegen Teamchef Bruyneel bringt das Fass zum Überlaufen

Dass Fränk (links) und Andy Schleck ein angespanntes Verhältnis zu Johan Bruyneel haben, ist ein offenes Geheimnis.
Foto: Serge Waldbillig

(vb/mz/mt) – Der Doping-Verdacht gegen den Radioshack-Teamchef Johan Bruyneel hat auch die Luxemburger Radprofis Fränk und Andy Schleck zum Nachdenken gebracht. Laut einem Medienbericht vom Freitag bereiten die beiden Brüder ihren Abgang bei dem als "Über-Team" geplanten Rennstall RadioShack-Nissan-Trek vor.

Die französische Sportzeitung "L'Equipe" berichtet, dass der Rechtsanwalt der Brüder bereits telefonische Verhandlungen mit den Direktoren anderer Teams führt. Anscheinend soll die Stimmung ausgelotet werden, damit die Schleck-Brüder ab der nächsten Saison im Trikot eines neuen Teams fahren können."Das ist alles Blödsinn", kommentierte Andy Schleck, gab aber keine weiteren Kommentare ab.

Becca-Sprecher will nicht daran glauben

Der Sprecher von Flavio Becca, Carlo Rock, zeigte sich davon überrascht. "Man muss sich bei solchen Gerüchten vorsichtig verhalten. Mir scheint das unwahrscheinlich." Auf die Unstimmigkeiten zwischen dem belgischen Teamchef Johan Bruyneel und den beiden Schleck-Brüdern angesprochen, erläutert er: "Es ist wie in einem Ehebündnis. Es braucht eine gewisse Zeit bis man sich kennen gelernt hat und dann gibt es mal gute und mal schlechte Momente." 

Zwischen dem belgischen Teamchef Bruyneel und den Schlecks gibt es schon seit längerem Spannungen. Bis zuletzt hatte Bruyneel Vorbehalte geäußert, die beiden Brüder für die Tour de France aufzustellen und hatte Andy Schlecks Form kritisiert. Zum Eklat kam es, als Fränk Schleck beim Giro d'Italia aufgab. Erst mit seiner guten Leistung bei der Tour de Suisse dürfte sich Fränk einen Stammplatz für das Radsport-Ereignis des Jahres erkämpft haben. Andy Schleck ist für die nächsten Wochen wegen einer Steißbein-Fraktur außer Gefecht gesetzt und kann erst bei den Olympischen Spielen in London wieder aufs Rad.

Dem Anschein nach stimmt die Atmosphäre zwischen den Schlecks und Geldgeber Flavio Becca nicht. Der Bauunternehmer, der das Team RadioShack-Nissan-Trek mit 15 Millionen Euro unterstützt, hat nach einem Bericht der Zeitung "Blick" die Gehälter für Mai verspätet bezahlt.

Bruyneel muss Stellungnahme abgeben

Durch die Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA drohen Bruyneel weit reichende Konsequenzen. Am Donnerstag wurde er vom Radsportverband UCI zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Bruyneel und den Sportärzten des Teams US Postal wird Beihilfe und Anstiftung zum Doping mit EPO, Cortison und Testosteron vorgeworfen.

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